Stadt wirbt für neues System zur Sperrmüll-Entsorgung, sagt aber noch nichts zu Gebühren

mlzSperrmüll in Ahaus

Ihren Sperrmüll müssen Ahauser in Zukunft zu einem Wertstoffhof bringen. Wie sich das auf die Müllgebühren auswirkt, kann die Stadt indes noch nicht sagen. Es gebe keinen Königsweg.

Ahaus

, 30.09.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sperrmüllsammlung wird ab dem nächstem Jahr umgestellt. Statt der Straßensammlung wird ein neuer Wertstoffhof an der Max-Planck-Straße eingerichtet. Dort können Ahauser ihren Sperrmüll kostenfrei abgeben.

Georg Beckmann, Beigeordneter, und Norbert Tenhagen vom Fachbereich Tiefbau und Entsorgung der Stadt Ahaus, werben im Gespräch mit unserer Redaktion für das neue System.

Auswirkungen auf Abfallgebühren sind im Moment noch offen

Wie sich der Wegfall der Straßensammlung indes auf die Abfallgebühren, die die Ahauser zahlen müssen, auswirkt, können sie aktuell noch nicht sagen. Auch was der Betrieb des Wertstoffhofes kostet, bleibt noch offen. Die Gebühren werden traditionell passend zur November-Sitzung des Ahauser Rates berechnet und vorgelegt.

Auch zu Details des Vertrag mit dem Entsorgungsunternehmen Stenau schweigen Georg Beckmann und Norbert Tenhagen. Der Datenschutz. Mit den Verhandlungen seien sie jedenfalls sehr zufrieden, fassen sie es zusammen.

Ganz deutlicher Ratsbeschluss in der Juli-Sitzung

Die Abschaffung der Straßensammlung hatte der Rat im nicht-öffentlichen Teil seiner Sitzung Anfang Juli mit breiter Mehrheit über alle Parteigrenzen hinweg beschlossen. „Das wird ja oft übersehen, dass wir nur die Beschlüsse des Rates ausführen“, so Georg Beckmann.

Zu der Änderung hätten vor allem ordnungs- und sicherheitsrechtliche Punkte geführt. „Durch die Straßensammlung ist es gerade in der jüngeren Vergangenheit immer wieder zu bedenklichen Situationen gekommen“, sagt Norbert Tenhagen.

Straßensammlung entwickelte sich immer mehr zum Problem

Mülhaufen, die schon lange vor dem Abfuhrtermin auf der Straße lagen, Müll, der eigentlich gar nicht zum Sperrmüll zählt, Ärger mit Sammlern, die vorab die Haufen nach Verwertbaren durchsuchten, zugestellte Geh- und Radwege... Die Liste der Probleme ist lang. „Das hat sich über die Jahre immer schlimmer entwickelt“, sagt Norbert Tenhagen. Als die Straßensammlung 2007 eingeführt wurde und die bis dahin geltende Abholung auf Anmeldung ablöste, sei es ein gutes und beherrschbares System gewesen.

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Das änderte sich dann aber. Zuletzt seien neben dem Entsorgungsunternehmen in jedem Jahr auch die Polizei, das Ordnungsamt und der Bauhof mit dem Thema Sperrmüll beschäftigt gewesen. „Der Bauhof musste teilweise noch Wochen nach dem Abfuhrtermin nacharbeiten und aufräumen“, erklärt der Beigeordnete.

Einigkeit: Der Müll muss weg von der Straße

„Zuletzt waren wir uns mit der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland und dem Unternehmenn Stenau einig, dass etwas geändert werden musste“, so Georg Beckmann. Einen Königsweg gebe es bei der Sperrmüllsammlung aber ganz einfach nicht. Vor- und Nachteile jedes Systems müssten gegeneinander abgewogen werden.

Auch die 25 Euro, die fällig werden, wenn Einwohner zukünftig ihren Müll dennoch zuhause abholen lassen wollen, seien ein überschaubarer Posten. „Die Summe gilt ja für Menschen, die in der Kernstadt wohnen, genauso wie für Leute in den Ortsteilen oder im Außenbereich“, erklärt Norbert Tenhagen. Eben eine typische Mischkalkulation.

Nur vereinzelte Resonanzen auf neues System

Bei der Stadt habe es bisher nur vereinzelte Resonanzen auf die Änderung beim Sperrmüll gegeben. „Man sollte dem neuen System eine Chance geben“, so Georg Beckmann. Nach den ersten Erfahrungen damit, müsse man ohnehin auswerten, wie es angenommen werde oder ob es Probleme gebe.

Dazu zähle auch der Betrieb des neuen Wertstoffhofes. Etwa die Wegeführung oder die genauen Öffnungszeiten dort seien noch flexibel. Das hatte zuletzt auch Dr. Georg Grüber, einer der Geschäftsführer von Stenau, so erklärt.

Insgesamt sei die Abwicklung der Sperrmüllentsorgung über Wertstoffhöfe aber auch keine neue Erfindung. „Da muss man ja nur in die Nachbarschaft nach Vreden, Gescher oder Schöppingen blicken. Die machen das schon seit Jahren so und fahren gut damit“, sagt Norbert Tenhagen.

Der Entsorgungsvertrag der Stadt Ahaus mit der Firma Stenau läuft noch bis 2023.

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