Steinige Wege aus der Krise

Schlossgespräch

AHAUS Das Thema bewegt wohl viele Bürger: Rund 170 Zuhörer waren am Dienstagabend gespannt auf den Dialog zweier Fachleute, die zum Thema „Wege aus der Finanzkrise“ ihr Statement beim Schlossgespräch im Fürstensaal abgaben. Dabei trafen teils unterschiedliche Meinungen aufeinander.

25.11.2009, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Muss das Welt-Wirtschaftssystem umgebaut werden? Ist es die richtige Strategie, durch Wachstum aus der der Krise zu kommen? Professor Kösters plädiert nicht für einen Radikalumbau. Zwar sei der Welthandel stärker zurückgegangen als bei der Weltwirtschaftskrise 1929, eine Deflation sei aber bisher ausgeblieben, außer in Japan. Auch die Wertpapierkrise sei im Vorfeld unterschätzt worden. Nicht nur der Markt, sondern auch der Staat habe hier versagt: „Wo war die staatliche Bankenaufsicht?“

Der Staat habe jetzt in der Krise mit 500 Milliarden Euro ausgeholfen, müsse sich aber aus den Bankenrettungsprogrammen bald wieder zurückziehen. „Der Staat ist kein guter Bänker“, so Kösters Fazit. Ein Wirtschaftswachstum sei die weitere Grundlage für die Lösung dieser Finanzkrise. Professor Scherhorn bemängelte die fehlende Sozialbindung des Kapitals. Sein Motto nach Einstein: „Probleme kann man nicht mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Seiner Meinung nach werden Gemeingüter wie fossile Ressourcen und auch die Finanzmärkte übernutzt. Die Meinung „Der Markt regelt das schon“ zeige bereits heute viele negative Ergebnisse dieser Deregulierung. Es müssten Grenzen für das Finanzkapital gesetzt werden, aber auch die Akteure am Finanzmarkt sollten in die Pflicht genommen werden.

Der Abschied vom Vorrang des Kapitals sei eine weitere Notwendigkeit, „sonst bin ich davon überzeugt, dass sich so eine Weltwirtschaftskrise in wenigen Jahren wiederholt, die dann aber nicht mehr finanzierbar ist“, lautet die Meinung von Scherhorn. Dagegen glaubt Kösters: „So eine Krise können wir uns nicht mehr leisten, deshalb wird sie in dieser Form nicht mehr kommen.“

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