Streuobstwiese und Teiche werten Deponiegelände auf

Entsorgungsgesellschaft investiert

Die Arbeiten an der Deponie Alstätte III sind fast abgeschlossen. Am Montagnachmittag erläuterte Peter Kleyboldt, Geschäftsführer der Entsorgungs-Gesellschaft Westmünsterland (EGW), Bürgermeisterin Karola Voß die aktuellen Entwicklungen. Im Zentrum: das neue Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Wärmeauskopplung.

AHAUS

25.04.2016, 19:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Methangase, die durch die Zersetzung der Abfälle entstehen, werden abgesaugt und verwertet. Bisher wurden sie nur zur Stromerzeugung verwendet. Der Strom wird in das Verteilnetz der Stadtwerke Ahaus eingespeist. Jetzt wird die Abwärme, die dabei entsteht, für den Betrieb der biologischen Sickerwasser-Behandlungsanlage genutzt.

Dadurch muss kein Gas mehr zugekauft werden. Das spart jährlich rund 10000 Euro Gaskosten. Hinzu kommen etwa 90000 Euro, die die EGW durch den Verkauf des erzeugten Stroms einnimmt. Die EGW hat rund 320000 Euro zuzüglich Nebenkosten investiert.

Restarbeiten zu erledigen

Bagger erledigen derzeit Restarbeiten auf der etwa 35 Meter hohen, stillgelegten Deponie. Eine 2,5 Zentimeter dicke Kunststoffabdichtung umschließt das zwölf Hektar große Deponiefeld. Darüber liegt noch einmal eine 1,20 Meter dicke Bodenschicht. Noch in diesem Sommer soll die Fläche eingesät und mit niedrig wachsenden Büschen bepflanzt werden.

Es gibt noch weitere Aufwertungen. Da, wo früher die Kompostieranlage stand, wird eine Streuobstwiese entstehen. Flache Teiche sind am ehemaligen Erdenwerk angedacht. Selbst eine alte landwirtschaftliche Fläche werde an den alten Verpächter wieder als nutzbare Ackerfläche übergeben, so Peter Kleyboldt.

Die begrünte Deponie-Oberfläche soll später von einem Schäfer gepflegt werden. Vier Mal im Jahr wird das Grundwasser rund um die Deponie auf Veränderungen kontrolliert. Auffälligkeiten habe es bisher nicht gegeben, so Kleyboldt. "Die Tonwanne schützt gut." Das Projekt sei ein gutes Beispiel, dass Ökologie und Ökonomie gemeinsam funktionieren können, so der EGW-Geschäftsführer.

Mehr Ökologie realisieren

"Wir haben geguckt, wie man noch mehr Ökologie realisieren kann", sagte Kleyboldt. Er sieht das Projekt als weiteren Baustein beim European- Energy-Award-Prozess des Kreises Borken zum Schutz des Klimas und zur Steigerung der Energieeffizienz.

Wenn alle Arbeiten erledigt sind, sollen die Anwohner zu einem Abschlussfest eingeladen werden. Die Verantwortlichen können sich auch einen Tag der offenen Tür vorstellen, um den Bürgern die Fortschritte zu zeigen. Offen zugänglich darf die Anlage aber aus rechtlichen Gründen nicht sein.

"Pflanzen und Tiere erobern sich das Gelände schnell zurück", hat Alstättes Ortsvorsteher Josef Große-Schwiep bereits festgestellt. Sogar der Uhu sei in der Nähe wieder gesichtet worden.

In Kürze

  • Etwa 48 Prozent beträgt der Methan-Anteil des aus der Deponie gewonnen Gases.
  • Der Rest ist vor allem Kohlendioxid.
  • Im Laufe der Jahre wird der Methan-Anteil sinken.
  • Die neue Anlage kann Gas mit einem Methan-Anteil von 35 Prozent verwerten.
  • Sollte später der Methan-Anteil so niedrig sein, dass er nicht weiter genutzt werden kann, müsste das Gas verbrannt werden, damit das Methan nicht die Atmosphäre schädigt.
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