Tag der Pflege

Tatjana Stroh managt die ambulante Pflege in Ahaus und Vreden

Der Internationale Tag der Pflege wird jährlich am 12. Mai begangen. Er erinnert an die Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale. Wir stellen heute ein Tatjana Stroh vor.
Sie hat sich beim Roten Kreuz im Kreis Borken eine Führungsposition erarbeitet: Tatjana Stroh (41) begann 2011 als Hauswirtschafterin und ist jetzt Pflegedienstleiterin der Ambulanten Pflege für den Bereich Ahaus und Vreden. © Horst Andresen

Tatjana Stroh (41) ist verheiratet, Mutter von drei Kindern, managt jeden Arbeitstag quasi ein Kleinunternehmen mit 15 Beschäftigten und tut dies gerne: Die Ahauserin ist Leiterin der Ambulanten Pflegeberatung des Roten Kreuzes im Kreis Borken in Ahaus an der Parallelstraße 12 a. „Der Beruf macht mir richtig Spaß“, sagt sie.

Die Branche durchlebt schwere Zeiten, nicht nur wegen der Corona-Pandemie. Die Demografie fordert seit Jahren ihren Tribut. Die Menschen werden älter und müssen häufiger betreut werden. Trotz großer Bemühungen wächst damit einhergehend aber nicht die Gruppe der Pflegefachkräfte. Am Mittwoch, 12. Mai ist internationaler Tag der Pflege – durchaus ein Tag des Innehaltens, meint Susanne Biallas, beim Roten Kreuz Bereichsleitung Pflege. „Anlässlich dieses Datums möchten wir ein positives Zeichen setzen und dennoch zeigen, dass es auch viele positive Beispiele bei uns in der Pflege gibt.“

Willenskraft und Engagement

Eines davon ist Tatjana Stroh. Sie fing 2011 als Hauwirtschaftskraft beim Roten Kreuz an, wurde später Betreuungskraft und hat sich zur Pflegedienstleiterin in Ahaus mit Willenskraft und Engagement hochgearbeitet. „Das ist eine Superleistung, nicht hoch genug zu bewerten“, sagt Susanne Biallas. „Und es ist ein gutes Beispiel, das deutlich macht: Bei uns kann man was werden.“

Die Ahauserin absolvierte ab 2013 beim Caritas-Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit in Ahaus-Wessum ihre Ausbildung zur staatlich-geförderten Pflegefachkraft, machte während der Ausbildung Praktika in Rotkreuz-Einrichtungen in Ahaus, Vreden, Südlohn und Gronau. Ab dem Vorjahr folgte die Weiterbildung zur Pflegedienstleiterin in Essen, wegen Corona online.

„Pflege ist Überzeugungsarbeit“

Die 41-Jährige ist mit ihrem Team auch unterwegs in Ahaus und Vreden – zu neuen Patientinnen und Patienten, wenn zum Beispiel Angehörige um Rat fragen: „Pflege ist Überzeugungsarbeit.“ Meist müssen Fragen zur Pflegeversicherung geklärt werden, zum Pflegegrad, zur Betreuung. Tatjana Stroh: „Bei uns steht immer im Vordergrund: ambulant vor stationär. Die Menschen sollen so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben. Und das wollen die meisten auch.“ Die jüngste Klientin ist erst gut 30 Jahre alt, die älteste 93 – „Die ältere Dame fühlt sich froh und ist glücklich, weiter in ihren eigenen vier Wänden leben zu können“.

Seit 2015 bildet das Rote Kreuz in Bocholt im Europahaus selber aus – im Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe im Kreis Borken, erklärt Geschäftsbereichsleiterin Susanne Biallas. Jeweils zum 1. Oktober beginnen die dreijährigen Ausbildungsabschnitte zur examinierten Pflegefachkraft. Susanne Biallas: „Die Kurse sind immer voll. Und das Interesse ist groß – vielleicht auch, weil wir ein großes Spektrum der Weiterbildung anbieten, das auch ein späteres Studium nicht ausschließt. Alles ist möglich.“

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