Marion Banken führt immer die aktuellsten Mode-Trends. © Kristina Patricia Wiegel
Wirtschaft

Textilhaus Banken trotzt Onlinehandel und sogar der Corona-Krise

Das Textilhaus Banken ist ein fester Bestandteil im Leben vieler Ottensteiner. Seit 171 Jahren trotzt das Traditionsgeschäft von Marion Banken so mancher Krise und behauptet sich erfolgreich gegen den Onlinehandel.

Seit 171 Jahren ist das Textilhaus Banken eine Institution in Ottenstein und seit jeher in Familienhand. Aktuell in der 5. Genration durch Marion Banken geführt, begann alles schon viel früher als mit dem Eintrag ins IHK-Handelsregister 1850.

Von den „Kramwaaren“ zur Nachtwäsche

Bankens Vorfahre Anton war neben seinem Beruf als Zimmermann auch „Höcker“ (Höker, verhökern = Händler), der seinen Handel im Herumziehen betrieb. Sein Spezialgebiet waren die „groben und feinen kurzen Waren“.

Diese Bezeichnung wurde auf Erlass der Königlichen Regierung zu Münster 1832 in „Kramwaaren“ geändert. Zeitgleich übernahm Sohn Hermann Josef den Handel und zog mit Sack und Pack 1850 in das Haus neben seinem eigenen – das heutige Ladenlokal am Wiegbold 9.

Seitdem hat sich im Familienbetrieb viel getan. Gab es anfangs noch Fahrräder, Nähmaschinen und Berufskleidung, hat sich Marion Banken inzwischen auf Damen- und Herrenmode, im speziellen Nacht- und Unterwäsche sowie Oberbekleidung und Hemden spezialisiert.

Kundennähe gegen den Onlinehandel

Auch im Ottensteiner Textilhaus muss man sich der Konkurrenz durch den Onlinehandel stellen. Auch deshalb hat die jetzige Eigentümerin, die die Leitung 1988 von ihrem Vater übernommen hatte, immer wieder umgestellt und an die speziellen Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden angepasst.

Ihr Anspruch sind Qualität und Langlebigkeit der Waren und vor allem eine gute und fachkundige Beratung. „Wir stehen für Ehrlichkeit“, so Banken, die von zwei langjährigen Mitarbeiterinnen unterstützt wird. Margaret Eink und Elisabeth König halten ihrer Chefin seit 31 beziehungsweise 22 Jahren die Treue und betreuen viele Stammkundinnen, die eben diese Kontinuität und Zuverlässigkeit zu schätzen wissen.

Dass sich Tradition und Moderne nicht ausschließen, beweist, dass im Textilhaus Banken immer die aktuellste Mode zu finden ist. Dafür ist Marion Banken regelmäßig auf Modemessen unterwegs und orientiert sich an den Wünschen ihrer Kundschaft. Dazu gehören auch ein Reinigungsservice, den sie in Kooperation mit der Wäscherei Beine anbietet und auch Änderungswünsche werden angenommen.

Lockdown gut überstanden

Außerdem bietet sie seit 2005 einen Post-Service an. Der hat ihr auch über die Zeit des Corona-Lockdowns geholfen. „Wir mussten beziehungsweise durften als Postannahmestelle geöffnet bleiben“, so Banken.

Langeweile habe sie keine gehabt und sich durch die Nähe zum Kunden auch nie einsam gefühlt. Die gelernte Einzelhandelskauffrau, die ihre Ausbildung beim Herrenausstatter Engbers gemacht und dort auch ein Jahrzehnt lang gearbeitet hat, liebt und lebt für ihren Beruf.

„Mir war immer klar, dass ich das Unternehmen weiter führen werde“, so die Eigentümerin, die in ihrem Geschäft über 120 Quadratmeter Verkaufsfläche verfügt. Im Jahr 1970 hatte ihr Vater einen Anbau errichten lassen, der Platz für das damals noch viel breitere Sortiment bot. „Mein Vater hatte noch Federwaren und Kittelschürzen“, erinnert sie sich.

Schon in ihrer Kindheit habe sie viel Zeit im elterlichen Betrieb verbracht, als Jugendliche auch ihr Taschengeld aufgebessert. Heute ist sie sie montags bis freitags zwischen 8.30 und 12 Uhr sowie nachmittags von 14.30 Uhr bis 18 Uhr für ihre Kunden vor Ort. Samstagmorgens ist ihr Textilhaus von 9 bis 12 Uhr geöffnet.

Dass ihre Öffnungszeiten bei Google falsch angegeben sind, ärgert die modeerfahrene Ladenbesitzerin. Die Kontaktaufnahme sei nicht möglich. „Wir haben es immer wieder versucht, es ändert sich aber nichts“.

Jubiläumsrabatt für treue Kunden

Die Kunden kommen aber trotz des Fehlers in der Datenbank der größten Online-Suchmaschine und auch, obwohl Banken keine eigene Website betreibt. Sie lebe von Zeitungsannoncen und Mund-zu-Mund-Propaganda. Ihre Kunden kämen nicht nur aus Ottenstein, sondern auch aus Wüllen, Wessum oder Vreden. „Ich habe sogar eine Kundin aus Bocholt“, sagt Banken, die Damenmode in den Großen 36 bis 54 sowie für Herren zwischen 48 und 64 anbietet.

Bei all diesen Kunden möchte sich das Textilhaus Banken mit einem Jubiläumskauf bedanken, der noch bis zum 8. Oktober geht. 170 + 1 nennt Banken diese Aktion, die wegen des Lockdowns um ein Jahr verschoben werden musste.

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