Thomas Terhaar gehört zu den jüngsten Wirtschaftsprüfern Deutschlands

mlzMit erst 31 Jahren

Mit erst 31 Jahren wurde der Alstätter Thomas Terhaar zum Wirtschaftsprüfer bestellt. Wie wichtig die unabhängige, gründliche Prüfung von Unternehmen ist, sieht man beim Wirecard-Skandal.

Ahaus

, 24.07.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Monat ist es her, dass Thomas Terhaar von der Kammer zum Wirtschaftsprüfer bestellt wurde. Mit seinen erst 31 Jahren gehört der Alstätter damit zu den Jüngsten seiner Zunft. Bundesweit gibt es nur 600 Wirtschaftsprüfer, die jünger sind als 35. Für Terhaar ist es der nächste Schritt auf einer steilen Karriereleiter.

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Nach seinem Abitur begann er zunächst eine Ausbildung als Steuerfachangesteller, die er in Stadtlohn erfolgreich abschloss. Anschließend studierte er drei Jahre Wirtschaftsrecht in Osnabrück und durfte sich anschließend Bachelor of Laws nennen. Nach mehreren Jahren Berufserfahrung beschloss er, auch die Steuerberaterprüfung abzulegen. Doch damit sollte nicht Schluss sein.

Wirtschaftsprüfer: „reizvolle“ Perspektive

„Für mich war es eine reizvolle Perspektive, auch als Wirtschaftsprüfer arbeiten zu können“, sagt Terhaar, der seit Anfang des Jahres bei der Ahauser KRP Steuerberatungsgesellschaft angestellt ist. Fortan ist er gemeinsam mit seinem Kollegen Jörg Brands dafür verantwortlich, die Jahresabschlüsse von großen Gesellschaften zu prüfen.

„Jedes Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als zwölf Millionen Euro und mehr als 50 Mitarbeitern braucht ein Siegel vom Wirtschaftsprüfer“, erklärt Thomas Terhaar. Sinn und Zweck sei es, die Öffentlichkeit über die korrekte Buchführung des jeweiliges Betriebes zu informieren. „Damit wird von unabhängiger Seite bestätigt: Hier wird nicht gemauschelt“, sagt Terhaar.

Viele Mandanten aus dem Altkreis Ahaus

Und er hat genug zu tun. Denn das Westmünsterland verfügt über zahlreiche Unternehmen, die die magische Grenze überschreiten. „Allein in Alstätte fallen mir spontan fünf oder sechs ein; in Ahaus gibt es sicherlich 20 bis 25 Firmen, die einen Jahresumsatz von zwölf Millionen Euro oder mehr haben“, erklärt der 31-Jährige.

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Martin Körkemeyer, Gründungspartner der KRP, erklärt: „Viele unserer Mandanten, die überwiegend aus dem Altkreis Ahaus kommen, sind mit der Zeit in die Prüfungspflicht gewachsen. Von daher war es uns wichtig, in diesem Bereich für die Zukunft doppelt aufgestellt zu sein.“

Auch, weil neben den verpflichtenden Prüfungen freiwillige hinzukommen. „Es gibt auch kleinere Unternehmen, die möchten, dass ihre Jahresabrechnung ein Siegel erhält. Wenn man zum Beispiele Kredite beantragen möchte, kann es für die Bank ein Kriterium sein, ihn eher zu bewilligen“, so Terhaar

Große Verantwortung gegenüber Gläubigern

Über die Größe der Verantwortung ist sich der Alstätter bewusst: „Der Skandal um den Zahlungsdienstleiter Wirecard, der aktuell durch die Medien geht, hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig gründliche Prüfungen sind; vor allem für Gläubiger und Aktionäre.“

Dass den Wirtschaftsprüfern von „EY“ bei den ersten Prüfungen die Luftbuchungen von „Wirecard“ nicht aufgefallen sind, und erst bei der Sonderprüfung auffielen, dafür müsse man aber „teilweise Verständnis“ haben.

Bei ganz großem Betrug „manchmal machtlos“

„Wenn im ganz großen Stil betrogen wird und Papiere gefälscht werden, stoßen auch wir mitunter an unsere Grenzen“, sagt Terhaar. Bei Münsterländer Unternehmen kämen solche Machenschaften seiner Kenntnis nach aber kaum oder gar nicht vor. „Hier macht man sich eher kleiner als man ist“, sagt sein Kollege Sebastian ter Huurne, der bei KRP als Steuerberater tätig ist.

Eine besondere Aufgabe wurden dem gesamten, insgesamt 40 Mitarbeiter starken Ahauser Unternehmen übrigens während der Coronakrise zuteil. „Wir waren in allen Bereichen beratend tätig: bei der Beantragung von Fördermitteln, Krediten oder auch dem Kurzarbeitergeld“, sagt Martin Körkemeyer. Für ihn sei es aber schön zu sehen, „wie der Unternehmergeist der Westmünsterländer“ durch die Krise zum Vorschein kam. „Jeder hat sich etwas einfallen lassen.“

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