Dieter van Aken (Tobit/r.) führt Andreas Pinkwart (l.) durch das Aufhaus. Mit dabei: Bürgermeisterin Karola Voß (2. v. l.) und die Landtagsabgeordnete Heike Wermer (2. v. r.). © Nils Dietrich
Digitalisierung

„Toll! Wahnsinn!“ – Wie Ahaus hohen Besuch aus Düsseldorf begeistert hat

Andreas Pinkwart ist Digitalisierungsminister im Landeskabinett in Düsseldorf. Jetzt kam er nach Ahaus, um etwas über Digitalisierung zu lernen – und zeigte sich hellauf begeistert.

Düsseldorf und Ahaus trennen etwas mehr als 100 Kilometer, aber zwischen den beiden Städten liegen Welten. Rhein-Metropole hier, Kleinstadt im westlichen Münsterland dort. Da bedarf es schon eines besonderen Anlasses, um einen Minister der Landesregierung dazu zu bewegen, sich auf den Weg in die Provinz zu begeben, die so provinziell ja gar nicht ist, wie Andreas Pinkwart am Donnerstag höchstselbst feststellte.

„Eine tolle Stadt“, strahlte der Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie am Ende seiner Tour durch Ahaus. Das hiesige Softwareunternehmen Tobit.Labs hatte ihn eingeladen, sich einmal anzuschauen, wie man die Dinge hier so regelt. „Das ist eine der digitalen Städte unseres Landes, die wirklich beispielgebend ist“, flötete der Gast aus dem Rheinland nach seiner Tour durch die Stadt.

Im Elektromobil durch das Reallabor

Zuvor hatten die Gastgeber ihn auf Elektromobilen durch den Ort gefahren und die Tobit.Labs-Showcases, die – wie der Name schon sagt – in erster Linie zum Vorzeigen gemacht sind, verfehlten ihre Wirkung nicht. Schon die erste Station beeindruckte den Minister: Die Kombination aus Steakhouse (Sherlock’s), Pub (The Unbrexit) und Hotel (Smartel) hätte er nicht in Ahaus vermutet. Alles digital, versteht sich, vom Einchecken bis zum Bezahlvorgang.

„Unsere Sicht ist: Digitalisierung ist die Verbindung von allem und allen“, hatte Tobit-Chef Tobias Groten noch beim Empfang des Gastes gesagt. „Wir fangen erst an, wenn die physische Verbindung bereits besteht, bei uns geht es um die logische Verbindung.“ Was das konkret bedeutet, ist nun in Ahaus zu besichtigen. „Ein großes Reallabor mit 40.000 Laborratten“, scherzte Tobias Groten. Und zu denen schickte er seinen prominenten Besucher.


Dessen besonderes Interesse weckte das Aufhaus. „Sonntags geöffnet? Das geht? Bei unseren Ladenschlussgesetzen?“, kam Andreas Pinkwart aus dem Staunen nicht heraus. „Ich bin begeistert“, rief der Liberale. Digitales Shoppen, rund die Uhr – das will der Minister mit nach Düsseldorf nehmen. Sein Referent notierte es geflissentlich, eine Anregung für die „Handelsleute“. „Man glaubt gar nicht, dass in Ahaus so vielfältige Produkte verkauft werden. Toll. Wahnsinn.“ Der Minister wirkte zeitweilig wie ein kleiner Junge, der durch eine Spielzeugfabrik geführt wird.

Shoppen rund um die Uhr? Aufhaus beeindruckt Andreas Pinkwart

Das Aufhaus hat Andreas Pinkwart besonders beeindruckt: Dass Produkte von Händlern in einem Kaufhaus sieben Tage die Woche 24 Stunden lang physisch angeboten werden und dann digital bezahlt und mitgenommen werden können, sei ein „sehr tolles Angebot des Einzelhandels an einem Ort gebündelt. Das weist einen neuen Weg für den Handel in den Innenstädten.” Der hat bekanntlich mit der Konkurrenz aus dem Internet zu kämpfen, bei der ebenfalls Einkäufe rund um die Uhr möglich sind. Warum sollte so etwas nicht auch um die Ecke funktionieren?

Der Tross zog schließlich weiter, vorbei am digitalen Biergarten und dem Tretbootverleih. Bei Bertas Eiland will Andreas Pinkwart nochmals aussteigen. Ein Automat mit frischen Produkten aus der Landwirtschaft? Selbstbedienung mit digitaler Bezahlung? Auf Vertrauensbasis? „Aber ich könnte das jetzt so einfach herausnehmen, auch ohne zu bezahlen?“, fragte Andreas Pinkwart – um sich dann selbst zu korrigieren. „Aber wir sind ja hier in Ahaus!“

Dann war die Tour vorüber. Eine letzte Frage aus der Tobit-Entourage: Was er denn nun unter Digitalisierung verstehe? „Frühstückseier und frische Marmelade“, lachte der Minister und stieg in das Auto, das ihn zurück nach Düsseldorf brachte.

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