Trotz Bürgermeister-Appell: Hollandmarkt Ter Huurne lockt deutsche Kunden

Deutsch-niederländische Grenze

Anfang der Woche appellierten mehrere niederländische Bürgermeister an die Deutschen, am Wochenende zu Hause zu bleiben. Der Hollandmarkt „Ter Huurne“ sieht das offenbar anders.

Alstätte

, 01.10.2020, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Hollandmarkt "Ter Huurne" veröffentlichte am Mittwoch ein "Corona-Update" auf seiner Facebook-Seite.

Der Hollandmarkt "Ter Huurne" veröffentlichte am Mittwoch ein "Corona-Update" auf seiner Facebook-Seite. © Johannes Schmittmann

Die Ansage des Bürgermeisters von Winterswijk war klar: „Bleib zu Hause!“ Joris Bengevoord rief Anfang der Woche die Deutschen dazu auf, am Wochenende nicht in die Niederlande zu kommen. Er habe die Sorge, dass es wegen des Tages der Deutschen Einheit am Samstag, 3. Oktober, im Stadtzentrum zu voll wird und der notwendige Abstand nicht eingehalten werden kann. Aus Enschede waren ähnliche Aufrufe der Politik zu hören.

Der Hollandmarkt „Ter Huurne“, der direkt auf der deutsch-niederländischen Grenze und nur rund vier Kilometer entfernt vom Alstätter Dorfkern steht, hält davon offenbar wenig. Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte das Unternehmen am Mittwochmittag ein „Corona-Update“. Drei Warnsignale sollen offenbar die Dringlichkeit der Botschaft unterstreichen. Erklärt wird an dieser Stelle, dass der Hollandmarkt sich in der Provinz Overijssel befinde: „Das heißt, kein Risikogebiet.“ Außerdem seien die Grenzen weiterhin geöffnet. Das Posting in dem sozialen Netzwerk endet mit der Ankündigung: „Wir haben regulär geöffnet, auch am 3. Oktober 2020.“

„Leute bangen durch dieses Benehmen um Existenz“

Das Echo war wie erwartet gewaltig. Neben vielen Facebook-Usern, die ihre Freude darüber zeigten, am Wochenende bei „Ter Huurne“ einkaufen gehen zu können, mischten sich auch kritische Stimmen darunter. Ein Niederländer kommentierte: „Es gibt Leute, die durch dieses Benehmen um ihre Existenz bangen. (...) Mir gefallen die Regeln auch nicht, finde sie teilweise übertrieben und sinnlos, trotzdem eine Saison die Arschbacken zusammenkneifen, dann geht’s vielleicht allen besser.“

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