Überschwemmungen mit Ansage: Feuerwehrchef rät zur Abflusskontrolle

mlzStarkregen

Der Regen war heiß ersehnt. Dann kam er heftig. Mancherorts zu heftig. 13 Mal musste nach dem Wolkenbruch am Donnerstag die Ahauser Feuerwehr ausrücken. Der Feuerwehrchef war nicht überrascht.

Ahaus

, 14.08.2020, 12:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als am Donnerstagabend gegen 20 Uhr dunkle Wolken aufzogen, ahnte der Ahauser Feuerwehrchef Berthold Büter schon, was auf die Feuerwehr zukommen sollte. Wenig später öffnete der Himmel seine Schleusen, begleitet von stürmischem Wind, Blitzen und Donnerschlägen. Wind und Blitze richteten keinen Schaden an, wohl aber das Wasser.

Sieben Einsätze in Wessum

Teile der Blommelstraße, des Dachsweges, der Straße Hof zum Ahaus und der Heinrichstraße standen unter Wasser. Auch in Wessum musste die Feuerwehr sieben Mal ausrücken: zu lokalen Straßenüberflutungen, vollgelaufenen Keller und Flachdächern, die die Regenmengen nicht bewältigen konnten.

Die Schäden waren aus Sicht von Berthold Büter überschaubar. Die Zahl der Einsätze sei für die Feuerwehr gut zu bewältigen gewesen. Aber die Schäden und die Einsätze hätten in vielen Fällen vermieden werden können, so der Feuerwehrchef. „Ich habe bei mir zu Hause vor zwei Wochen alle Abflüsse und die Dachrinne kontrolliert, damit so etwas nicht passiert.“

„Kanalnetz in Ahaus ist sehr leistungsfähig“

In fast allen Einsatzfällen nämlich seinen verstopfte Gullys, Dachrinnen oder andere Regenabflüsse die Ursache für lokale Überflutungen gewesen. Berthold Büter: „Das Kanalnetz in Ahaus ist eigentlich sehr leistungsfähig. Es kann zwar bei Starkregen an seine Kapazitätsgrenzen stoßen. Aber so stark war der Regen am Donnerstagabend nicht.“

Vielmehr habe die Hitzeperiode und die Dürre der letzten Wochen dafür gesorgt, dass schon im Sommer sehr viel Laub von den Bäumen fiel und dann Dachrinnen oder Abflüsse verstopfte. Bei Starkregen komme es so schnell zu Überläufen. „Laufen die Rinnen über, fließt das Wasser oft ungehindert in die Lichtschächte und somit letztlich auch in die Keller“, so Berthold Büter.

Dachrinnen regelmäßig reinigen

Deshalb werde es immer wichtiger, neben möglichst geringer Versiegelung der Flächen am Haus und den gängigen Schutzvorkehrungen, die Dachrinnen regelmäßig und nicht nur im Frühjahr oder Herbst zu reinigen. Ebenso gelte es, Flachdächer regelmäßig zu begehen. „Die Gefahren werden häufig unterschätzt. Ist der Ablauf unzureichend, kann es bei Starkregen gar zu einer statischen Überlastung des Daches kommen“, sagt der Feuerwehrchef.

„Unliebsame Überraschungen will doch jeder vermeiden“, so Büter. Er ist überzeugt davon, dass es künftig noch wichtiger sein wird, für reibungslosen Regenabfluss zu sorgen. „Wir müssen alle lernen, dass wir künftig immer häufiger punktuell mit Starkregen zu rechnen haben.“

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