Übrig, aber trotzdem nicht allein

Kabarettistin Rena Schwarz

„Guten Abend. Meine Name ist Rena Schwarz, ich bin jung, attraktiv und übrig.“ Mit diesen Worten begrüßte die Kabarettistin Rena Schwarz am Donnerstagabend das Publikum zu ihrem Single-Programm „Übrig“.

AHAUS

von Von Denise Perrevort-Elkemann

, 28.10.2011, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hatte ihr Publikum im Logo schnell im Griff: Kabarettistin Rena Schwarz.

Hatte ihr Publikum im Logo schnell im Griff: Kabarettistin Rena Schwarz.

Aber zum Glück war sie mit ihrem Schicksal im Jugend-und Kulturcafé Logo nicht allein, wie sie bei ihrer eingehenden Publikumsbefragung – oder besser Publikumsbegutachtung – zur allgemeinen Erheiterung feststellte. Denn es waren viele (vermeintlich) junge, attraktive Menschen anwesend, und einige von ihnen waren ebenso „übrig“ wie die Kabarettistin. Besonderes Augenmerk legte Schwarz aufgrund ihres eigenen Single-Daseins allerdings auf den männlichen Anteil im Publikum. Mit eindeutiger Geste in Richtung ihres Favoriten säuselte sie lasziv: „Nehmt ihn mit, ölt ihn ein und bringt ihn in meine Kabine.“ Als dieser Traum jedoch, wie so viele an diesem Abend, nicht in Erfüllung ging, widmete sie sich zur besten Unterhaltung der Zuschauer intensiv dem Thema Mann-Frau. Vor allem die Unwegsamkeiten der Partnersuche bei Menschen jenseits der 30 wurden bis ins Details durchexerziert. „Mit 25 können Mann und Frau sich die Geschlechtspartner noch aussuchen“, so Schwarz. Darüber hinaus jedoch stünde speziell Frau vor einem Problem: „Frauen werden nicht älter. Wir werden anspruchsvoller!“

Während es für die Frau mit 25 noch ausreiche, dass er attraktiv und immer sinnlich sei, wünsche sie sich mit 45, dass er wenigstens noch einmal die Woche romantisch ist. „Wenigstens samstags nach dem Baden“, so Schwarz resigniert. Mit 65 könne frau dann froh sein, wenn er nicht mit dem Auto davon fahre, bevor sie eingestiegen sei. Vor lauter Verzweiflung über ihrer einsamen Lebenssituation bat sie auch Angela Merkel um Rat, die schließlich bereits zweimal in den Hafen der Ehe eingelaufen ist. Mit unverkennbarer Mimik und hervorragender Stimmimitation erklärte Schwarz/Merkel: „Ich verfolge diese Methode auch in der Politik. Zuerst spüren sie gar nichts und dann ist alles zu spät!“ Spätestens ab diesem Augenblick hatte die Kabarettistin das Publikum restlos von ihrem komödiantischen Talent überzeugt. Dankbar nahm es besonders die Schwarzschen Beziehungs-Tipps an: „Wenn er mal für sie kocht und es schmeckt so richtig schlecht, dann bitte, täuschen sie Begeisterung vor – das können wir Frauen doch.“ Zu guter Letzt gab es noch einen Rena-Schwarz-Rat angesichts des nahenden Weihnachtsfests: „Jungs, wir Frauen leuchten zwar von innen, aber wir strahlen auch gern mal von außen.“

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