Die Plastik-Partikel sind deutlich an der Oberfläche des Zulaufs zum Moorbach zu erkennen. © Nils Dietrich
Mikroplastik in Gewässern

Umwelt-Skandal: Plastikpartikel verdrecken bereits den Moorbach

Die Belastung der Ahauser Gewässer durch Plastikpartikel ist größer als bislang angenommen: Ein anliegender Bach ist über mehrere hundert Meter verschmutzt. Die Stadt will jetzt handeln.

Die Verunreinigung der Ahauser Gewässer ist offensichtlich weiter fortgeschritten, als es zunächst den Anschein hatte. Die Verschmutzung, die von dem Unternehmen Isotec am Rottweg ausging, hat inzwischen beinahe den Moorbach erreicht. Dies erklärte der Kreis Borken unserer Redaktion auf Anfrage.

Eine oberflächliche Sperre soll offenbar verhindern, dass noch mehr Plastik in den Moorbach eingetragen wird.
Eine oberflächliche Sperre soll offenbar verhindern, dass noch mehr Plastik in den Moorbach eingetragen wird. © Nils Dietrich © Nils Dietrich

Von der Verunreinigung ist auch das Gewässer 1821 betroffen – ein Bach, der das Regenwasserrückhaltebecken teils unterirdisch mit dem Moorbach verbindet. Dieser sei, so der Kreis, „auf einer Länge von 400 Metern (fast bis zum Moorbach) mit geringen Mengen an Kunststoffgranulaten verunreinigt“.

Der Kreis erklärt in seiner schriftlichen Stellungnahme zugleich, dass Plastikpartikel auch in den Moorbach eingetragen worden seien. In dem Gewässer selbst waren bei einer Inaugenscheinnahme am Mittwoch keine Verunreinigungen zu erkennen.

Anders stellt sich die Situation bei dem Gewässer 1821 dar, bei dem die Partikel mit dem bloßen Auge an der Oberfläche zu erkennen sind – und das über drei Wochen nach dem Starkregenereignis von Ende Juni, das von den Behörden als Auslöser der Verunreinigungen angeführt wird.

„Die Kontamination ist gering, da bereits am Auslauf des Regenrückhaltebeckens die meisten Plastikpartikel abgesaugt und entfernt wurden“, erklärte Stadt-Sprecher Stefan Hilbring. Weitere Partikel sollen durch Reinigungs- und Räumarbeiten am Donnerstag entfernt werden. Durch den Einbau einer Sperre werde zudem verhindert, dass bei den Reinigungsarbeiten weitere Plastikteilchen in das weiter verlaufende Gewässersystem gelangen.

Kreis: Problem besteht schon länger

Entgegen der Darstellung des Unternehmens erklärte der Kreis in seiner schriftlichen Stellungnahme weiter, dass es einen Eintrag von Plastikpartikeln „bereits seit längerer Zeit“ gegeben habe. Isotec hingegen vermittelte den Eindruck, dass es sich um ein einzelnes Ereignis gehandelt habe, das im Zusammenhang mit dem Starkregen vom 28. Juni zu sehen ist.

Demnach informierte die Bezirksregierung Münster den Kreis am 12. Juli über diesen Sachverhalt, nachdem ein Anwohner das Umweltministerium in Düsseldorf auf den Fall aufmerksam gemacht hatte. Konkret heißt es hier, es habe einen „Eintrag von Plastikpartikeln in die Regenwasserkanalisation, das Regenrückhaltebecken und von dort in den Moorbach“ gegeben.

Die Verschmutzung mit Plastikpartikeln nahm bei der Firma Isotec ihren Anfang.
Die Verschmutzung mit Plastikpartikeln nahm bei der Firma Isotec ihren Anfang. © Nils Dietrich © Nils Dietrich

Auch Hans-Georg Althoff, Erster Beigeordneter der Stadt, vertraut dagegen auf die Einschätzung der Fachämter und sieht im Starkregen vom 28. Juni die Quelle für die aktuelle Lage: „Da sind einfach große Wassermassen aus den Gewerbegebieten ins Klärbecken geschwemmt worden.“ Dadurch seien auch die Kunststoffteilchen mitgerissen worden und so ins Regenrückhaltebecken und schließlich durch den Überlauf in den Vorfluter gelangt.

„Es wurden die notwendigen Maßnahmen abgestimmt, um künftig einen Eintrag von Plastikpartikeln in die Regenwasserkanalisation zu verhindern“, führte der Kreis am Mittwoch weiter aus. Zuständige Behörde sei hier die Stadt Ahaus.

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