Ungeliebte Weihnachtsgeschenke: Das große Umtausch-Geschäft ist in Ahaus nicht in Sicht

mlzEinzelhandel in Ahaus

Lieb gemeint sind Weihnachtsgeschenke sicher, geliebt werden sie deswegen aber nicht automatisch. Nach dem Fest startet daher auch in Ahaus der große Umtausch. Bislang jedenfalls.

Ahaus

, 27.12.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alle Jahre wieder treffen die Geschenke unterm Weihnachtsbaum nicht immer den Geschmack der Beschenkten. Die Folge: Sie werden umgetauscht oder verschwinden in Schubladen und Schränken. In diesem Jahr aber zeichnet sich in den Ahauser Geschäften ein ganz anderes Bild ab.

Ungeliebte Weihnachtsgeschenke: Das große Umtausch-Geschäft ist in Ahaus nicht in Sicht

Mechthild Liesbrock (r.) und Gerda Rolfes von Robers Schuhe bestätigen, dass mehr und mehr Gutscheine verschenkt werden. © Christiane Hildebrand-Stubbe

Im Modegeschäft Trendbox jedenfalls ist Umtausch am Freitag kein Thema. „In letzter Zeit werden mehr Gutscheine verschenkt, die dann eingelöst werden“, berichtet Sarah Lösing. Wenn es aber Umtauschwünsche gebe, würden die in ihrem Geschäft selbstverständlich erfüllt, auch wenn es kein offizielles Recht auf Umtausch gibt: „Wir wollen doch unsere Kunden behalten.“

Kunden kaufen gezielter

Ähnliche Erfahrungen macht auch Barbara Pfeifer im Buchgeschäft Lesezeichen: „Es wird weniger umgetauscht, die Kunden kaufen gezielter.“

In der Parfümerie Pieper versucht man durch gezielte Beratung vorab und Ausgabe von Duftproben zum Geschenk die Umtausch-Aktivitäten möglichst klein zu halten.

Ungeliebte Weihnachtsgeschenke: Das große Umtausch-Geschäft ist in Ahaus nicht in Sicht

Auch Maria Gleis-Preisler (Parfümerie Lena) bestätigt, dass Umtausch gar kein großes Thema mehr ist.

Sollte es dennoch mal nicht passen: „Dann kann der Umtausch nur mit Vorlage des Bons passieren“, betont Mechthild Heidbüchel. Um sicher zu gehen, dass das Geschenk tatsächlich aus ihrem Hause stammt und nicht aus anderen Geschäften oder Drogeriemärkten.

Weniger Umtausch, mehr Gutscheine

Von „kaum Umtausch“ kann auch Maria Gleis-Preisler (Parfümerie Lena) am ersten Tag nach Weihnachten berichten. Gutscheine lägen aber durchaus auch hier im Trend. Mechthild Liesbrock und Gerda Rolfes (Robers Schuhe) schließen sich dieser allgemeinen Einschätzung an.

Ungeliebte Weihnachtsgeschenke: Das große Umtausch-Geschäft ist in Ahaus nicht in Sicht

Für Christian Fleer (Juwelier Wichelhaus) sind auch die Tage nach Weihnachten intensive Geschäftstage. © Christiane Hildebrand-Stubbe

Nur Christian Fleer (Juwelier Wichelhaus) sagt am Freitagnachmittag mit Hinweis auf ein Geschäft voller Kunden: „Schmuck ist eben immer noch ein klassisches Geschenk gerade zu Weihnachten, da kommen sie nach dem Fest aus ganz unterschiedlichen Gründen zu uns: ob Umtausch oder Anpassungen vorzunehmen oder um Gutscheine einzulösen.“

Die etwas andere „Umtausch-Aktion“

Und dann gibt es in Ahaus auch noch ganz kreative „Umtausch-Ideen“: In Bünings Grüner Schoppe hat man vor drei Jahren ein Experiment gewagt und einen „Tag der langen Gesichter“ organisiert. Von einem Experiment kann man aber inzwischen nicht mehr sprechen, da er bereits zum vierten Mal stattfindet.

In diesem Jahr ist am Neujahrstag die Gelegenheit, diese besondere Aktion zu erleben. Die Idee dahinter, die gemeinsam von Schoppe und der Tausendschön-Trödelgärtnerei realisiert wurde, erklärt Sabine Dirksen, die mit ihrem Bruder Johannes Büning die Schoppe leitet, so: „Angelehnt ist sie an die eines süddeutschen Verwerters, verschmähte Weihnachtsgeschenke nicht wegzuwerfen sondern zu versteigern.“

Und: „Die Idee, ungeliebten Dingen einen Wert zu geben und damit in mehrerlei Hinsicht Freude zu spenden, ist klasse.“

Eine Auktion und zwei Gewinner

Ab 17.05 Uhr können Kunden und Verkäufer am 1. Januar in Ahaus dabei sein, wenn ungeliebte Geschenke an der Industriestraße 1 unter den Hammer kommen. Dafür habe man, so Sabine Dirksen, eigens einen Auktionator engagiert, der den Kunden den Kauf der Auktionsware besonders schmackhaft machen soll.

Wenn so die Preise nämlich nach oben schnellen, profitieren nicht nur die Verkäufer. Sie dürfen 50 Prozent des Erlöses mit nach Hause nehmen, die andere Hälfte geht an einen guten Zweck. In diesem Jahr an „Ein Herz für behinderte Menschen NRW“.

Bereits seit Freitag konnten die Verkäufer ihre Waren in der Schoppe abgeben, potenzielle Käufer sie schon mal vorab in Augenschein nehmen. Aus den Vorjahren weiß Sabine Dirksen, dass da „die kuriosesten Sachen“ zusammenkommen. Und das aus allen Bereichen.

Eingebettet wird der Aktionstag durch entsprechenden Rahmen, eine stimmungsvolle Deko und Glühwein. Ein bisschen verrückt sei er, daher auch die „schräge Anfangszeit“, sagt Sabine Dirksen.

Daher können sich Sabine Dirksen und ihre Mitstreiterinnen Claudia Groten und Ele Teloo schon jetzt sicher sein, dass es an diesem Abend eben keine langen Gesichter geben wird.

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