"Vampire" brauchen Schutz

Vreden/Kreis Man sieht sie manchmal abends noch fliegen. Und etwas unheimlich kommen sie den Menschen oft vor, die Fledermäuse.

03.07.2008, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

<p>Fledermaus-Experte Christian Giese mit einer verletzten Breit- flügel-Fledermaus. Albersmann</p>

<p>Fledermaus-Experte Christian Giese mit einer verletzten Breit- flügel-Fledermaus. Albersmann</p>

Es liegt vielleicht an den Gruselgeschichten über Vampire, an die sie erinnern. In vielen mystischen Geschichten treiben sie ihr Unwesen und sind deshalb wohl nicht als Kuscheltiere bekannt. Und doch tun sie keinem Menschen etwas zu leide. Im Gegenteil, diese Dämmerungs- und Nachttiere werden regional immer seltener. Und das liegt an den Menschen.

"Diese einzig aktiv fliegenden Säugetiere benötigen bei uns Insektennahrung", erklärt Biologe Dr. Martin Steverding aus Vreden. "Und die werden immer weniger, auch durch die modernen Anbaumethoden der heutigen Landwirtschaft."

"Wohnungsmangel"

Ein zweites Problem sind die Behausungen der Flattertiere. Da heute fast alle Häuser hermetisch abgedichtet werden, und auch alte Bäume mit Höhlungen sehr selten sind, haben die Tiere einen akuten Wohnungsmangel.

Und hier wollen die Naturschützer ansetzen. "Für eine Bestandsaufnahme sind wir auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen", sagt auch der Vorsitzende der Ortsgruppe Vreden des Naturschutzbundes (NABU), Johannes Thesing.

Wer Fledermaus-Wohnplätze oder Überwinterungsplätze kennt, sollte sich dringend mit den Naturschützern in Verbindung setzen. "Durch menschliche Unterstützung konnte regional schon einiges erreicht werden", weiß auch Fledermaus-Experte Christian Giese aus Rhede, der zurzeit ein verletztes Tier pflegt.

"Wir planen auch zusammen mit der Stadt Vreden den Bau eines Fledermauskellers. Vielleicht können wir ja schon im Herbst damit beginnen", hoffen die Naturfreunde.

Ein Zuhause im Wall

In einem noch zu erstellenden Wall zwischen einer Industriefläche und dem Berkelsee soll der Raum entstehenden. "Die benötigten Materialien möchten wir dann zur Verfügung stellen", so Fachbereichsleiter Joachim, Planen und Bauen der Stadt Vreden.

Ähnliche Behausungen gibt es bisher nur in Steinfurt und dem holländischen Neede. Auch zu Hause könnten Fledermauskästen angebracht werden. Alte Gebäude und Kirchtürme sind für diesen Schutz bereits an anderen Orten (re)aktiviert worden. Eventuell warten ja auch in und um Vreden herum alte, leer stehende Bunker, Spieker oder Keller auf einen neuen Einsatz. alb

Wer Fledermaus-Kolonien oder -Wohnungen in der Umgebung kennt oder sich gern aktiv an deren Schutz beteiligen möchte, kann sich bei Johannes Thesing unter Tel. (0 25 64) 40 83 melden.

www.fledermausschutz.de

<p>Faszinierende Fledermäuse: Früher boten auch Dachböden den fliegenden Säugetieren Unterschlupf. Heute sind die Häuser in der Regel hermetisch abgedichtet. Foto dpa</p>

<p>Faszinierende Fledermäuse: Früher boten auch Dachböden den fliegenden Säugetieren Unterschlupf. Heute sind die Häuser in der Regel hermetisch abgedichtet. Foto dpa</p>

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