Verdreckter Schilderwald in Ahaus

Eine Stichprobe

Für Straßenschilder gilt der Sichtbarkeitsgrundsatz. Doch was ist, wenn ich als Autofahrer ein Verkehrsschild nicht mehr als solches erkennen kann?

Ahaus

, 14.11.2017, 19:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Verdreckt – in diesem Fall aber noch als Straßenschilder erkennbar.

Verdreckt – in diesem Fall aber noch als Straßenschilder erkennbar. © FOTO: Christian Boedding

Verdeckt, verdreckt, verbeult – so manches Straßenschild ist als solches kaum noch zu erkennen. Auch in Ahaus gibt es solche Exemplare. Wie sieht es rechtlich aus, wenn ich als Autofahrer ein Schild missachte, das ich nicht gesehen habe?

Henk Bleumink aus Wüllen verfügt über ein ausgezeichnetes Sehvermögen. „Nachtblindheit ist mir fremd“, hat er der Münsterland Zeitung am Freitag geschrieben. Doch auch mit Adleraugen gebe es für ihn als Autofahrer eine gefährliche Stelle in Wessum, auf die er die Öffentlichkeit unbedingt aufmerksam machen wolle.

Gefahr in der Dunkelheit

Der Gefahrenpunkt liegt direkt an der Kreuzung der K 17 (Hamalandstraße) mit der Raiffeisenstraße. Henk Bleumink: „Dort ist das Straßenschild, das auf die Abzweigung hinweist, fast nicht zu erkennen.“ Tagsüber schon. „Aber bei Regen, Dunkelheit und Gegenverkehr hat man große Mühe.“ Das Schild reflektiere kaum und könne die Verkehrssicherheit

Verbeult – in diesem Fall aber noch als Straßenschilder erkennbar.

Verbeult – in diesem Fall aber noch als Straßenschilder erkennbar. © FOTO: Christian Boedding

gefährden. Zum Beispiel, wenn ein Autofahrer aus Alstätte kommend nach Wüllen abbiegen will und kurz vor der Kreuzung kräftig in die Bremsen steigt.

Dass Verkehrsschilder nicht lesbar sind, kann die verschiedensten Gründe haben. Mal hat die Folie an Reflexionskraft verloren, weil sie komplett verschmutzt ist, mal ist die Folie im Laufe der Jahre verblichen. Zuviel Schmutz auf dem Schild kann vor allem bei Stoppschildern von Bedeutung sein. Frank Rentmeister, Sprecher der Kreispolizeibehörde Borken: „Grundsätzlich gilt bei Verkehrszeichen der Sichtbarkeitsgrundsatz.“ Sei dieser nicht beachtet – egal wodurch – entfalte das Verkehrszeichen grundsätzlich keine Wirkung. Von ortskundigen Fahrern kann allerdings erwartet werden, dass sie die entsprechenden Regeln kennen. Das bestätigt der ADAC. Sind Verkehrszeichen nur zeitweise nicht lesbar, weil sie beispielsweise mit Schnee bedeckt sind, müssen ortskundige Fahrer trotzdem die Regelungen der Schilder befolgen. Allgemein gilt: Schilder, die allein an ihrer Form erkennbar sind, müssen beachtet werden – zum Beispiel das Schild „Vorfahrt achten“. Dass dem Kreis verdeckte oder verschmutzte Verkehrsschilder gemeldet werden, komme selten vor, berichtet Karlheinz Gördes, Pressesprecher des Kreises Borken, am Dienstag auf Anfrage. „In der Regel stellen unsere Streckenwagen das selber fest.“ Extrem verschmutzte Schilder und Leitpfosten reinigen die Mitarbeiter des Kreisbauhofes in jedem Frühjahr. Das knapp 460 Kilometer lange Netz an Kreisstraßen wird alle 14 Tage bis drei Wochen kontrolliert. Dabei muss der Kreisbauhof rund 10 bis 20 Schilder pro Woche austauschen.

Aufkleber auf Schildern

Sind großflächige Aufkleber auf den Straßenschildern, bringen die Mitarbeiter gleich ein neues Schild an. Denn: Wird der Aufkleber entfernt, verschwindet damit auch die reflektierende Beschichtung des Schildes. Die Kosten für ein Standardschild bezifferte Karlheinz Gördes auf Beträge zwischen 10 und 30 Euro.

Beim Kreisbauhof werden alle wichtigen Schilder vorgehalten – rund 1000 Stück sind im Fundus. „Insbesondere Stoppschilder, Vorfahrt achten und Vorfahrt gewähren.“

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