Verlängerung der Nordtangente: Deutlich mehr Vorteile als Nachteile

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Es geht um 700 Meter Straße: die Verlängerung der Nordtangente vom Kreisverkehr Graeser Straße bis zur Wessumer Straße. Die Pläne für dieses Projekt sollen weiter vorangetrieben werden.

Ahaus

, 15.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Baugebiet Hoher Kamp wächst – und damit auch der Fahrzeugverkehr im Bereich der Kernstadt und im Ortsteil Wessum. Entlastung soll die 700 Meter lange Fortführung der Nordtangente bringen: vom Kreisverkehr Graeser Straße bis zum Kreuzungspunkt Wessumer Straße/Ikemannstraße.

Schon Anfang 2018 hatte die CDU-Fraktion beantragt, Mittel für die Planung der Verlängerung bereitzustellen. Am Dienstag stellte Thorsten Brandt vom Osnabrücker Planungsbüro Hahm im Ausschuss für Stadtentwicklung die Ergebnisse einer verkehrstechnischen Untersuchung vor.

Die Kernaussagen: Die Fortführung der Nordtangente entlastet in Wessum die Eichenallee, die Flörbachstraße und die Neustraße. Auf der Hamalandstraße nimmt der Verkehr zu. Der Kreisverkehr am Stadtpark wird entlastet, ebenso die Fuistingstraße.

Thorsten Brandt hatte für seine Untersuchung das bestehende Verkehrsaufkommen im Umfeld von Wessum analysiert und mit den Ergebnissen die Verkehrsströme für das Prognosejahr 2030 hochgerechnet.

Zugrunde legte er dabei eine volle Besiedelung des Baugebietes Hoher Kamp mit 320 Baugrundstücken. Brandt verglich dann die Verkehrsentwicklung – einmal mit der Fortführung der Nordtangente und einmal ohne Straßenneubau.

16.000 Fahrzeuge auf dem Nordring

Mit der Fortführung des Nordrings würden auf dieser Straße täglich rund 16.000 Fahrzeuge (aktuell 9500) unterwegs sein – allein 4400 Fahrzeuge wären auf dem neuen Abschnitt unterwegs. „Auf dem Nordring nimmt der Verkehr deutlich zu“, erklärte Brandt. Gleichwohl diene die Straße als Ortsumfahrung.

Auf der Wessumer Straße würde der Verkehr deutlich abnehmen. Insgesamt komme es zu Verkehrsverlagerungen durch den Lückenschluss. „Was vorher über die Eichenallee fuhr, würde die neue Straße nutzen.“ Allerdings komme es auf der Hamalandstraße um eine Zunahme des Verkehrs um 2000 zusätzliche Fahrzeuge.

„Das Ergebnis ist das, was wir uns eigentlich mit Blick auf unseren Antrag erhofft haben“, erklärte Thomas Vortkamp (CDU). Es komme zu einer Entlastung der Wessumer „Problemstraßen“. Auch die städtischen Straßen würden entlastet, vor allem der Kreisverkehr am Stadtpark.

Gerade dieser Bereich sei schon heute ein Verkehrsknotenpunkt, sagte Hubert Kersting (UWG). „Dort gibt es Schülerverkehr, Autoverkehr und Radverkehr.“ Ohne Fortführung der Nordtangente würde der Verkehr aus dem voll ausgebauten Bereich Hoher Kamp den Kreisverkehr weiter belasten.

Ein zweischneidiges Schwert

Hubert Kersting sprach von einer Abwägung, die man vornehmen müsse. „Die 700 Meter lange Fortführung der Nordtangente führt zu einem nicht unerheblichen Landverbrauch.“ Sie sei für Wessum ein zweischneidiges Schwert. Einerseits werde die Eichenallee entlastet, andererseits die Hamalandstraße belastet. Hubert Kersting: „Es handelt sich um ein gewisses Nullsummenspiel für Wessum. Die Umgehung bringt schlicht und einfach Entlastung in der Innenstadt.“

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Franz Benölken (CDU) fragte, ob es nicht sinnvoll wäre, das Baugebiet Hoher Kamp mit einem zweiten Anschluss an die Wessumer Straße zu versehen. „Die Verkehre würden sich ähnlich verteilen“, antwortete Thorsten Brandt. „Es gibt keine nennenswerten Vor- oder Nachteile.“

Der Ausschuss folgte einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung, die Planungen fortzuführen. Vorbehaltlich der Zustimmung des Rates am 24. Juni sollen mit dem Kreis Borken die weiteren Planungsschritte abgestimmt werden.

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