Fünf Ahauser Unternehmen erhielten Wurst aus dem Skandal-Betrieb

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Fünf Betriebe in Ahaus wurden mit Fleisch- und Wurstwaren der Firma Wilke beliefert. Der Kreis Borken kontrolliert, ob die Produkte aus dem Verkehr gezogen werden.

Ahaus

, 10.10.2019, 15:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Insgesamt 39 Betriebe im Kreis Borken zählen zum Kundenkreis der in die Schlagzeilen geratenen Wurstfirma Wilke, davon fünf in Ahaus. Diese Zahlen nannte Karlheinz Gördes, Pressesprecher des Kreises Borken, am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion.

Die Behörde hat aber keine konkreten Hinweise darauf, dass tatsächlich mit Bakterien belastete Wurst des Unternehmens in den Kreis Borken gekommen ist.

Auch dem Verbraucherschutzministerium ist aktuell kein Fall bekannt, dass mit Listerien kontaminierte Wurstwaren nach NRW gekommen sein könnten.

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Liste mit belieferten Betrieben

„Wir haben eine Liste vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) bekommen“, berichtete Karlheinz Gördes. Die Liste enthält die Namen von Lebensmittelverarbeitenden Betrieben, Restaurants und weiteren Firmen aus dem Kreis Borken, die mit Wurstwaren der Firma aus dem hessischen Twistetal beliefert wurden.

Mitarbeiter des Kreises Borken hätten Kontakt mit den Unternehmen aufgenommen. Die Palette der belieferten Stellen im Kreis reiche vom kleinen Kiosk bis zum Großbetrieb.

Zwei Todesfälle - Verdacht fällt auf Wilke

Nach zwei Todesfällen durch Bakterien war in der vergangenen Woche der Wurstbetrieb Wilke im hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg vorerst geschlossen worden.

Waren von Wilke, die mit Listerien belastet waren, werden mit den beiden Todesfällen und weiteren Erkrankungen in Verbindung gebracht. Listerien können bei gesunden Menschen grippeähnliche Symptome auslösen, für Risikogruppen wie Schwangere und Älteres können die Bakterien tödlich sein.

Weltweiter Rückruf

Weltweit gilt aktuell ein Rückruf für sämtliche Waren der Firma.

„Die Firmen im Kreis Borken sind auch selber schon aktiv geworden“, sagte Karlheinz Gördes mit Blick auf den Rückruf.

Alle Wilke-Produkte seien nach Informationen des Kreises aus dem Verkehr gezogen und vernichtet worden. „Wir überprüfen das stichprobenartig“, erklärte der Kreis-Pressesprecher.

Rückruf und Stichproben der Lebensmittelkontrolle

Die Firma Wilke hatte ihre Kunden angeschrieben und zum Rückruf aller Wurst- und Fleischwaren aufgefordert. Eine Verschärfung der Lebensmittelkontrolle ist von Seiten des Kreises aktuell nicht vorgesehen.

Der Kreis Borken als Aufsichtsbehörde sei in Sachen Lebensmittelüberwachung „ständig am Ball“, sagte Karlheinz Gördes.

Hinter folgende Markennamen können sich auch Produkte von Wilke verbergen. Genau wie die Eigenmarke sind sie mit dem Identitätskennzeichen DE EV 203 EG versehen: Haus am Eichfeld, Metro Chef, Service Bund „Servisa“, CASA, Pickosta, Sander Gourmet, Rohloff Manufaktur, Schnittpunkt, Korbach, ARO, Findt und Domino
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