Im Kreis Borken sollen die Impfungen der über 80-Jährigen Mitte April abgeschlossen sein. © (A) Josef Barnekamp
Reste-Impfdosenbörse

Verstrichene Impftermine: 500 Nachrichten an Reste-Börse – einer (!) kam

Die Reste-Impfdosenbörse ist weiterhin aktiv. Aber viele Angeschriebene reagieren gar nicht mehr. Zweites Problem für die Organisation: Viele Zweitimpfungs-Termine werden nicht abgesagt.

Die Reste-Impfdosenbörse des Kreises Borken ist noch aktiv. Aber: Sie ist für eine gute Organisation des Impfens im Zentrum in Velen „zu unsicher geworden“, wie Dr. Elisabeth Schwenzow gegenüber der Redaktion sagt. Der Grund: zu wenig Resonanz auf die Push-Nachrichten.

„Mal schicken wir 40 Pushs raus und es kommen zehn zum Impfen, wir hatten aber auch schon einmal 500 rausgeschickt – und einer ist am Ende gekommen“, erzählt die zuständige Fachbereichsleiterin.

Über 70.000 Interessierte auf der Liste registriert

Zum Hintergrund: Online konnten sich alle Einwohner des Kreises Borken für die Reste-Börse registrieren. Mitunter waren über 70.000 Interessierte auf der Liste registriert, die Angaben zu Alter und Co. machen mussten. Denn auch bei der Reste-Börse gelten die Prioritätengruppe. Steht fest, wie viele Restdosen zur Verfügung stehen, geht morgens eine Nachricht an die, die sich registriert haben.

Innerhalb einer Viertelstunde müssen die Angeschriebenen dann zusagen. Tun sie das nicht, werden die Nächsten angeschrieben. Im Grunde jeweils „nur“ ein Mausklick im Onlinesystem, aber organisatorisch für die Verwaltung des Impfzentrums dann doch sehr viel Aufwand, die Resonanz abzuwarten und anschließend wieder eine neue Benachrichtigungsrunde zu starten.

Elisabeth Schwenzow vom Verwaltungsvorstand des Kreises Borken bittet eindringlich, vereinbarte Impftermine im Velener Zentrum abzusagen. Auch für die zweite Impfung. Freie Kapazitäten im Impfzentrum seien nicht im Sinne einer zügigen Durchimpfung der Bevölkerung.
Elisabeth Schwenzow vom Verwaltungsvorstand des Kreises Borken bittet eindringlich, vereinbarte Impftermine im Velener Zentrum abzusagen. Auch für die zweite Impfung. Freie Kapazitäten im Impfzentrum seien nicht im Sinne einer zügigen Durchimpfung der Bevölkerung. © Kreis Borken © Kreis Borken

„Bei kleineren Mengen können wir das noch steuern. Aber wenn größere Mengen da sind …“. Der Kreis hatte entschieden, in diesen Fällen nach Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr dann auch Verwaltungsmitarbeiter von Städten und Gemeinden oder Mitarbeiter von Schlachthöfen zu impfen – in ganzen Gruppen wurden diese dann einbestellt. Auch kurzfristig. Denn bislang war der Biontech-Impfstoff nur kurz haltbar.

Nun, wo sich bald die Haltbarkeit auf 30 Tage verlängert, ist dieses Problem entzerrt. Dennoch sind die „Noshows“, wie die Personen, die einen Impftermin nicht wahrnehmen, genannt werden, noch immer ein Problem: Auch bei den Terminen zu Zweitimpfungen gab es bis zu 200 nicht wahrgenommene am Tag. „Der eine oder andere hat wohl die Gelegenheit beim Hausarzt genutzt“, kann Eliabeth Schwenzow nur mutmaßen.

Freie Kapazitäten: „In der Zeit hätten wir andere impfen können“

Fürs Impfzentrum ist das ein echtes Ärgernis, dass die Termine nicht abgesagt werden. „Wir haben dann freie Kapazitäten, in der Zeit hätten wir andere impfen können“, betont die Fachbereichsleiterin.

Trotz widriger Wetterverhältnisse geht das Impfen im Velener Impfzentrum weiter.
Trotz widriger Wetterverhältnisse geht das Impfen im Velener Impfzentrum weiter. © Kreis Borken © Kreis Borken

Das werde auch bei einer längeren Haltbarkeit des Biontech-Impfstoffs nicht anders: „Diese Noshows machen uns das Leben schwer“, sagt sie mit Blick auf freie Kapazitäten, die im Interesse einer schnellen Durchimpfung der Bevölkerung einfach nicht vorkommen sollten.

Sie richtet die dringende Bitte an alle Registrierten, Termine abzusagen, wenn sie anderweitig geimpft wurden.

Über die Autorin
Redaktion Ahaus
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Anne Winter-Weckenbrock

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