Verwirrung um Caterer von Ahauser Schulen und Kitas: Stadt dementiert Kündigung

mlzVerpflegung in Schulen

Gerüchten zufolge hat der Münsteraner Caterer, der die städtischen Schulen und Kitas beliefert, seine Tätigkeit zum 20. April eingestellt. Bei der Stadt Ahaus will man davon nichts wissen.

Ahaus

, 05.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gut ein Jahr ist es her, dass sich der Caterer „Schnitkamp & Hesse“ aus Münster bei einer öffentlichen Ausschreibung gegen einen Ahauser Mitbewerber durchgesetzt hat. Die Entscheidung, fortan städtische Schulen und Kitas von „auswärts“ beliefern zu lassen, stieß nicht überall auf Gegenliebe. Nun ist die damalige Diskussion neu entfacht worden.

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Seit Wochen kursiert in Elternschaft und Politik das Gerücht, der Münsteraner Caterer habe der Stadt Ahaus in einem Schreiben erklärt, seine Tätigkeit zum 20. April dieses Jahres einzustellen und auch dann nicht wieder aufzunehmen, wenn in den Schulen und Kitas der Regelbetrieb startet. Über die Gründe wurde ebenfalls reichlich spekuliert. Angeblich seien die Bestellungen seit dem Wechsel massiv zurückgegangen und Corona nur ein Vorwand für die Kündigung.

Stadt Ahaus mit klarem Dementi

Bei der Stadt Ahaus reagiert man auf Anfrage der Redaktion mit einem Dementi. „Wir gehen aktuell davon aus, dass das Unternehmen die Belieferung wieder aufnehmen wird. Es gibt einen gültigen Vertrag“, so Stefan Hilbring von der Pressestelle der Stadt. Auf die Frage, ob das Münsteraner Unternehmen seine Tätigkeit zum 20. April 2020 eingestellt habe, gibt es eine unmissverständliche Antwort: „Nein.“

Dass seit dem 16. März keine Lieferungen mehr kommen, liege an der Corona-Pandemie und der entsprechenden Schutzverordnung. „Die offenen Ganztagsschulen sind geschlossen, die Kindertagesstätten starten ihren eingeschränkten Regelbetrieb erst in der kommenden Woche. Somit gibt es gegenwärtig noch keinen Bedarf an Mittagessen in Mensen“, erklärt Hilbring.

Kein massiver Einbruch der bestellten Essen

Einen massiven Einbruch der Bestellungen hat die Stadt Ahaus nach eigenen Angaben vor Corona nicht beobachten können. „Jahreszeitlich gibt es – wie in den Vorjahren – unterschiedliche Mensafrequenzen. So ist die Teilnehmerzahl nach den Sommerferien zunächst am höchsten und nimmt dann im Verlaufe des Schuljahres langsam ab“, erklärt Stefan Hilbring. „Die Gesamtessenszahlen werden jährlich verglichen. Da das Schuljahr noch nicht beendet ist, liegen exakte Zahlen noch nicht vor.“

Die unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Anlieferorten, die schon jetzt zu erkennen sind, seien auch auf unterschiedliche, leicht rückläufige Schülerzahlen zurückzuführen. „Als massiv sind diese Veränderungen nicht einzustufen“, betont Stefan Hilbring.

Bei der Versorgung wurde improvisiert

Und wie lief die Versorgung während der Notbetreuung in den vergangenen Monaten? „Eltern haben sich hier teilweise auch bewusst für einen Verzicht auf eine Warmverpflegung in den Einrichtungen ausgesprochen. Dort konnten sich die Kinder durch von zu Hause mitgebrachter Verpflegung wie Brote, Obst, Milchprodukte sowie Cerealien versorgen“, so Hilbring.

Dass Eltern und Betreuer hier selbst kochen mussten – ein weiteres Gerücht – kann er zumindest teilweise ins Reich der Fabeln verweisen: „Ob einzelne angestellte Hauswirtschaftskräfte in den Kitas in Einzelfällen in vereinfachter Form kleine Warmspeisen hergerichtet haben, mag vielleicht an einzelnen Tagen – auch aufgrund der sehr geringen Kinderzahlen in der Notbetreuung – so gewesen sein; diese haben aber keinen nennenswerten Rahmen eingenommen.“

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Dass die Spekulationen völlig aus dem Nichts stammen – so wie von der Stadt suggeriert – ist indes unwahrscheinlich. In einem Schreiben an die Fraktionen, das der Redaktion vorliegt, erklärte Bürgermeisterin Karola Voß, dass man sich aktuell in Gesprächen mit dem Caterer befinde und „es noch kein abschließendes Ergebnis gibt“. In Kürze wird sich zeigen, ob der Caterer aus Münster, der für ein Statement am Donnerstag nicht zu erreichen war, tatsächlich seinen Betrieb wieder aufnimmt.

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