Viele rasen trotz des Tempolimits

Van-Delden-Straße

Eigentlich herrscht auf der ganzen van-Delden-Straße Tempo 30. Zwischen der Kreuzung am Domhof, der Parallelstraße und der Bahnhofstraße gilt eine durchgehende Tempo-30-Zone. Eigentlich. Vanessa Lisseck wohnt an der van-Delden-Straße. "Wir zählen als Anwohner schon ironisch mit, wie viele Führerscheine die Polizei einkassieren könnte", sagt sie.

AHAUS

, 19.04.2016, 17:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
An der van-Delden-Straße gilt Tempo 30.

An der van-Delden-Straße gilt Tempo 30.

Seit gut einem Jahr gelte Tempo 30 auf der gesamten van-Delden-Straße, aber mangels ausreichender Kennzeichnung merke das offensichtlich kaum jemand, so Lisseck weiter. Tempo 50 sei der Normalfall, selbst für Linienbusse, und zu später Stunde und am Wochenende ist 70 oder 80 keine Seltenheit. Zugegeben, zunächst einmal ein rein subjektiver Eindruck.

20 Prozent der Fahrzeuge waren zu schnell

Der wird jedoch von offizieller Seite - wenn auch nicht komplett bestätigt - so doch zumindest untermauert: Vom Kreis Borken, der die Messungen dort durchführt, gibt es jedenfalls beeindruckende Zahlen: Nach ersten Hinweisen von der Stadt Ahaus wurden seit vergangenem Oktober mehrfach Kontrollen an verschiedenen Stellen der van-Delden-Straße durchgeführt. Ende Oktober wurden 430 Fahrzeuge gemessen.

Rund 20 Prozent von ihnen, nämlich 85, waren zu schnell unterwegs. Deswegen wurden regelmäßige Messungen vereinbart. "Vom Kreis Borken aus wurde an vier Terminen in der van-Delden-Straße gemessen", erklärt Ellen Schlütter von der Pressestelle des Kreises. Besser wurden die Zahlen deswegen noch nicht. An vier Terminen wurden 967 Fahrzeuge kontrolliert. 209 waren zu schnell. Wieder rund 20 Prozent.

Die Kontrollen sollen fortgesetzt werden - um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, erklärt Schlütter. Ob das reicht, ist natürlich offen.

Tempotafeln brachten nicht viel

Auch aufgehängte Tempotafeln, die den Autofahrern anzeigen, welche Geschwindigkeit sie hatten, brachten in der van-Delden-Straße nicht den gewünschten Effekt: Anfang 2015 hatten die lediglich dazu geführt, dass Unbekannte darunter ein Pappschild mit einer Rangliste von Geschwindigkeitsübertretungen aufgehängt hatten.

Statt temporärer Radarkontrollen wären deutliche Markierungen und bauliche Änderungen, wie eine Fahrbahnverengung auf der Brücke, erforderlich, damit aus ironischer Zählerei nicht irgendwann tödlicher Ernst wird.

Bauliche Maßnahmen noch nicht vorgesehen

Für die Straße selbst ist die Stadt Ahaus als sogenannter Straßenbaulastträger zuständig. Umfangreiche Bauarbeiten, um das Tempo auf der Straße zu drosseln, etwa Verengungen oder Aufplasterungen, würden erst im Rahmen von Verkehrsschauen und dann zwischen Verwaltung und Politik beraten. Aktuell sind die noch nicht vorgesehen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt