Die Volksbank-Vertreterversammlung fand auf dem Tobit-Campus statt. © Guido Kratzke
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Volksbankvertreter: Negativzinsen möglichst für alle Kunden vermeiden

Nachdem die Volksbank 2020 ihre Vertreterversammlung in schriftlicher Form durchgeführt hatte, fand vor Kurzem auf dem Ahauser Tobit-Campus eine teilweise Rückkehr ins Präsenzformat statt.

TV-Zuschauer kennen Kristina zur Mühlen als Wissenschaftsjournalistin in öffentlich-rechtlichen Medien. Die Mitglieder der Volksbank Gronau-Ahaus lernten sie am Dienstag auch als Rednerin kennen. Vorstand und Aufsichtsrat waren dazu auf dem Tobit-Campus zusammengekommen. Die Veranstaltung wurde für die Mitglieder ins Internet gestreamt.

Digital zugeschaltet stellte die in Hamburg lebende Physikerin die Frage „In welcher Zukunft wollen wir leben?“ in den Mittelpunkt ihres rund 45-minütigen Vortrags, der sich an die Vertreterversammlung anschloss.

Zuvor gab es einiges zu entscheiden. Es war der emotionalste Moment der Versammlung, als Felizita Söbbeke als scheidende Aufsichtsratsvorsitzende das Wort ergriff. „Unser Ziel war es, ein gut bestelltes Haus zu übergeben“, erklärte die Eperanerin.

Aufsichtsrat wird jünger und weiblicher

Ihr folgen werden Anne Brüggemann (Alstätte) und Dania Stienemann (Gronau). „Damit wird der Aufsichtsrat jünger und weiblicher“, betonte Söbbeke. Als Aufsichtsräte bestätigt wurden Alois Effsing-Goßling (Wüllen), Bernhard Große Schöttelkotte (Gronau), Heinz Kroschner (Legden), Karl-Heinz Lammers (Gronau) und Karlo Tewes (Metelen).

Als designierten neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrates kündigte Söbbeke Christoph Almering (Ahaus) an. Beim Euregio-Geschäftsführer stand in diesem Jahr allerdings nicht die turnusgemäße Wahl an.

Problem Negativzinsen

Es gibt ein Damokles-Schwert, das auch über der Volksbank Gronau-Ahaus schwebt: Negativ-Zinsen. Frank Overkamp, Vorstandsvorsitzender des genossenschaftlichen Geldinstituts, machte bei der Vertreterversammlung keinen Hehl daraus, dass seine Bank darauf reagieren muss. Minus 0,5 Prozent – das bedeute heute bereits, dass gewerbliche Anleger zu Zahlungen herangezogen werden.

„Unser Ziel ist aber, dass wir Negativ-Zinsen für möglichst all unsere Kunden vermeiden“, betonte der Vorsitzende. Seinen Vorstellungen nach sollen 90 bis 95 Prozent der Kunden davon verschont bleiben. „Ausschließen kann ich, dass wir Kleinstbeträge – also beispielsweise Kindersparbücher – heranziehen.“

Eigenkapitalsteigerung um 30 Millionen

Die Bilanzsumme wuchs um 9,8 Prozent auf knapp 3,7 Milliarden Euro, die Kundeneinlagen nahmen um 13,1 Prozent auf 1,97 Mrd. Euro zu. Zurückgegangen ist allerdings der Zinsüberschuss um 1,7 Prozent auf 61,2 Mio. Euro. Gesteigert wurde das Eigenkapital um 30 Mio. Euro auf 334 Mio. Euro.

„Erstmals betragen die Kundenforderungen über drei Milliarden Euro“, hob Overkamp als Besonderheit hervor. Erwirtschaftet wurde das alles mit 328 Mitarbeitern („minus eins im Vergleich zum Vorjahr“). Mit einer Gegenstimme, 136 Zustimmungen und einer Enthaltung stimmten die Mitglieder dem Vorschlag über die Verwendung des Bilanzgewinns von rund 4,6 Mio. Euro zu.

Über 1000 Mitglieder mehr

2,4 Mio. Euro fließen demnach in die gesetzliche Rücklage, gut 1,2 Mio. Euro in andere Rücklagen. Wichtig für die mittlerweile 34.659 Mitglieder (plus 1073): Sie erhalten auf ihre Einlagen eine Dividende von drei Prozent, dazu kommt als Ausgleich für die ausgefallene Ausschüttung im vergangenen Jahr ein Bonus, sodass sie insgesamt 5,7 Prozent erhalten.

Die Summe der Gesamtausschüttung beträgt 1.042.057,84 Euro. Ausgegeben wurden im vergangenen Jahr 450.000 Euro an Spenden und Sponsoring.

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