Klaudia van der Linde verkaufte Kleidung, Ketten und Taschen aus der gesamten Verwandtschaft. © Victoria Garwer
Mrs. Floh

Volle Innenstadt: Schnäppchensuche beim Frauenflohmarkt in Ahaus

Ausmisten gehörte im Lockdown zum Alltag vieler Menschen. Beim Frauenflohmarkt in Ahaus haben viele der aussortierten Stücke eine neue Besitzerin gefunden. Die Ahauser Innenstadt war voll.

Etwas über 20 Grad, Sonnenschein, volle Innenstadt. In Ahaus hat es sich am Samstag fast wieder wie Normalität angefühlt. Viele Menschen waren unterwegs, um in den Geschäften zu bummeln, auf dem Wochenmarkt Käse, Obst oder Fleisch zu kaufen, oder beim Frauenflohmarkt „Mrs. Floh“ ein Schnäppchen zu machen.

Die Stände hatten die Verkäuferinnen auf dem Rathausplatz aufgebaut. Eine von ihnen war Klaudia van der Linde. „Das Wetter ist perfekt für einen Flohmarkt. Trocken, aber nicht zu heiß“, sagte die Stadtlohnerin. Auf einem Ständer hingen Kleider und T-Shirts, auf dem Tisch hatte sie Ketten und Tücher drapiert und in Kisten fanden die Käuferinnen Handtaschen und Mützen.

Die Ahauser Innenstadt war am Samstag gut besucht.
Die Ahauser Innenstadt war am Samstag gut besucht. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

„Das sind Sachen aus das ganzen Verwandtschaft“, berichtete Klaudia van der Linde. Die Familie wisse eben Bescheid, dass sie gerne auf Floh- und Trödelmärkte geht. Deswegen bekommt sie nach dem Ausmisten die Ware zum Verkaufen.

Junge Frauen mögen auch die alte Mode

„Das ist eine schöne Tasche“, sagte eine junge Frau, während sie sich die Auswahl anschaute. „Ja, die ist wirklich alt. Eine richtige Oma-Tasche“, erzählte Klaudia van der Linde. Für sie war das keine despektierliche Äußerung, sondern vielmehr eine Anpreisung ihrer Ware. „Die jungen Mädchen stehen wieder auf die alte Mode. Stichwort Vintage.“ Die junge Frau nickte zustimmend. Zum Kauf kam es aber diesmal nicht.

Die Stände des Frauenflohmarktes hatten die Verkäuferinnen auf dem Rathausplatz aufgebaut.
Die Stände des Frauenflohmarktes hatten die Verkäuferinnen auf dem Rathausplatz aufgebaut. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Ein paar Stände weiter bot eine Verkäuferin selbst gestrickte und genähte Kleidung an. Die Verkäuferin von nebenan fachsimpelte mit ihr über Nähtechniken und erklärte, wie sie die Nähte noch stabiler machen könnte. Einige Meter entfernt saßen zwei ältere Damen mit ihrer Ware. „Wir brauchen diese Sachen nicht mehr. Es wäre doch schön, wenn sich noch jemand anders darüber freuen kann“, sagte die 76-jährige Ahauserin, die ihren Namen nicht öffentlich nennen wollte. Um das Geld ginge es ihr nicht. „Vielmehr um die netten Gespräche und dass ich diese Dinge nicht wegschmeißen muss. Das wäre doch wirklich viel zu schade.“

Innenstadt zog am Samstag viele Familien an

Familie Lansing aus Legden sah das genauso. „Für unsere Kinder kaufen wir oft Dinge bei Börsen. Sonst wäre es viel zu teuer, immer alles neu zu kaufen. Aber heute bin ich mal dran“, sagte Sabine Lansing und freute sich über das bunte T-Shirt, das sie soeben gekauft hatte.

Während die Frauen stöberten, machten sich viele Männer mit den Kindern auf den Weg Richtung Eisdiele. Die Tische in der Innenstadt waren voll besetzt, das Wasserspiel zog die Kinder bei warmen Temperaturen magisch an. „So ein angenehmes Publikum und eine sehr schöne Innenstadt“, resümierte Verkäuferin Klaudia van der Linde, bevor sie sich wieder mit einer Kundin unterhielt.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer

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