Voller Erfolg mit klassischen Melodien

Verdi-Nacht

Es war die erste große akustische Bewährungsprobe für die neu eröffnete Stadthalle. Schließlich erklangen die Melodien aus dem Nachlass Giuseppe Verdis bereits in allen großen Opernhäusern der Welt. Dass der Saal an der Wüllener Straße auch für die Klänge der Meister der Musikgeschichte ausgelegt ist, stellte er bei der "Großen Verdi-Nacht" unter Beweis.

AHAUS

von von Johannes Schmittmann

, 03.02.2017, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist beileibe keine Selbstverständlichkeit, dass an einem Mittwochabend mehrere Hundert Zuschauer den Weg in die Stadthalle gefunden haben, um für 40 bis 60 Euro den Klängen klassischer Musik zu lauschen. Im Zeitalter der Musicals, ist die Oper für die breite Masse ins zweite Glied gerückt. Doch vor allem die Kombination aus zwei großen Namen - Verdi und Lanza - sorgte für ein fast ausverkauftes Haus. Und das entspringt keinem Zufall.

Verdis Opern waren schon zu seiner Zeit die meistgespielten der Welt und seine Melodien sind auch heute noch präsent. Egal ob in der "Ristorante"-Werbung , als Einlaufmusik in der Veltins-Arena oder auf dem Schützenfest, wo aus "Va, pensiero, sull'ali dorate", das Trinklied "Ja, wir wollen so gern’ einen heben" gemacht wird.

Berühmter Großvater

Und auch das Aushängeschild des Abends - Tenor Cristian Lanza - lockte. Zwar vor allem durch seinen prominenten Großvater Mario Lanza, der ebenfalls als Opernsänger das Hollywoodkino der 50er-Jahre erobert hatte, aber auch sein Enkel hat sich mittlerweile etabliert. Drei weitere Solisten, ein Chor und das Orchester der "Milano Festival Opera" komplettierten das Bild. Und der Auftakt hatte es gleich in sich. Die Ouvertüre aus Verdis "Nabucco" weckte die Vorfreude auf den Rest des Abends.

Von den Streichern gezupft, klingt hier bereits die Melodie des weltberühmten "Gefangenenchors" an, der später noch für Gänsehaut-Stimmung sorgen sollte. Und direkt im Anschluss betrat für die Arie "Di Provenza il mar" aus "La Traviata" der heimliche Star des Abends die Bühne: Lanzas Landsmann Giulio Boschetti. Der Bariton füllte mit seiner Stimme auch ohne Orchester oder Verstärkung selbst den letzten Winkel der Stadthalle. Tosender Applaus war die Belohnung. Cristian Lanza bekamen die Zuschauer vor der Pause nur wenige Minuten zu Gesicht, was aber durch die Auftritte von Chor und Solisten fast in Vergessenheit geriet.

Stimmungsvolles Ende

Bei der Auswahl der Stücke wurde fast gänzlich auf Überraschungen verzichtet. So dominierte wie erwartet die "trilogia popolare" ("La Traviata", "Il Trovatore" und "Rigoletto") den Abend. Der Chor, der sich in immer neuen Gewändern präsentierte, wusste nicht nur als bereits erwähnter Gefangenenchor zu überzeugen, sondern auch im Zusammenspiel mit den Solisten beim stimmungsvollen Trinklied "Brindisi".

Er verdeutlichte damit, wie nah Tragik und Humor bei Verdi zusammenliegen. Das Publikum honorierte den Auftritt des Ensembles mit stehende Ovationen. Die Zugabe "O sole mio", freilich nicht von Verdi, bildete ein unterhaltsames Ende, bei dem auch die Zuschauer mit eingebunden wurden.

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