Pia Herbers und Bärbel Tervoort (v.l.) vom St.-Marien-Pflegedienst wollen Ehrenamtliche als Impfpaten vermitteln. © Christiane Nitsche-Costa, Pflegenetz Westmünsterland
Corona-Impfung

Wachsende Sorgen: Ambulanter Pflegedienst St. Marien sucht Impfpaten

Der ambulante Pflegedienst St. Marien Ahaus sucht Ehrenamtliche, die Senioren bei der Anmeldung für einen der begehrten Termine helfen. Auch Begleiter zum Impfzentrum Velen werden gesucht.

Lieferprobleme, Hotline-Chaos, überlastete Server und irritierende Meldungen über die Wirksamkeit von Impfstoffen: Beim St.-Marien-Pflegedienst wächst die Sorge, dass viele Senioren und Seniorinnen, die allein in der eigenen Wohnung leben, bei der Impfkampagne der Bundesregierung zu kurz kommen. „Sicher hadern viele damit, überhaupt einen Termin zu bekommen“, sagt Bärbel Tervoort.

Angehörige wohnen oft weit entfernt

Die Leiterin des Pflegedienstes hat dabei vor allem jene im Blick, deren Familienangehörige zu weit entfernt leben, um ihre Angehörigen bei Fragen zur Impfung zu unterstützen. Darum sucht sie nach Ehrenamtlichen, die als „Impfpaten“ sowohl bei der Anmeldung für einen der begehrten Termine als auch als Begleitung zum Impfzentrum in Velen helfen können.

„Wir könnten uns auch vorstellen, dass einige Autohäuser ihre Unterstützung für den Fahrdienst anbieten“, ergänzt ihre Mitarbeiterin Pia Herbers. Während des ersten Lockdowns habe es da schon einige Angebote gegeben. „Damals haben die uns angerufen und ihre Hilfe angeboten.“

Über 220 Senioren betreut der Pflegedienst

Etwa 220 bis 240 Kunden werden vom St.-Marien-Pflegedienst im Einzugsbereich Ahaus, Stadtlohn, Vreden täglich unterstützt – entweder bei der Pflege oder in der Alltagsbegleitung. Rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt das Team, wovon 50 rein in der Pflege tätig sind. Die Teams wurden nach Beginn der Pandemie dezentral auf die Orte verteilt, um Kontakte zu minimieren und die Selbständigkeit der Teamarbeit vor Ort zu stärken.

„Wir schätzen, dass 30 bis 40 unserer Kunden nicht in der Lage sind, die Impfterminfrage selbst zu lösen“, meint Bärbel Tervoort. Das könne etwa daran liegen, dass die technischen Möglichkeiten nicht vorhanden sind – oder aber schlicht gesundheitliche Einschränkungen. Wenn dann keine Familienmitglieder vor Ort sind, die einspringen, wird es schwierig.

Drei bis vier Stunden Zeitaufwand

Übernimmt dann der Pflegedienst im Rahmen der Alltagsbegleitung, kann es teuer werden. Auch das ist dann womöglich ein Problem. Bei der Anmeldung zum Termin könne man zwar eventuell auf die eigene Infrastruktur zurückgreifen – „Das geht eventuell auch bei uns im Büro“, so Bärbel Tervoort. Aber spätestens bei der Fahrt nach Velen wären Ehrenamtliche eine mehr als willkommene Unterstützung.

Auf drei bis vier Stunden schätzen Tervoort und Herbers den Zeitaufwand für den jeweiligen ehrenamtlichen Einsatz. „Wir bieten jedem dazu die benötigten FFP2-Masken und einen Antigen-Schnelltest“, erklärt Bärbel Tervoort. „Außerdem gibt es Kilometergeld, wenn jemand mit dem eigenen Wagen fährt.“

Freude am Umgang mit älteren Menschen

Mitbringen sollten Interessierte lediglich etwas Geduld und Freude am Umgang mit älteren Menschen. Tervoort: „Wir freuen uns über jede Unterstützung und möchten gerne als Vermittlungsstelle zwischen den Ehrenamtlichen und unseren Kunden dienen.“ Wer sich als Impfpate zur Verfügung stellen möchte oder Fragen zu dem Projekt hat, kann sich ab sofort montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr unter folgenden Telefonnummern an den St. Marien Pflegedienst wenden: Tel. (02561) 99 20 99 oder Tel. (02564) 99 52 10.

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