Walter Pfeifer war Redakteur mit Leib und Seele

Nachruf

Walter Pfeifer ist tot. Der ehemalige Redaktionsleiter der Münsterland Zeitung ist am Pfingstsonntag im Alter von 88 Jahren verstorben.

Ahaus

, 16.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Am Pfingstsonntag ist Walter Pfeifer, langjähriger Redaktionsleiter der Münsterland Zeitung, im Alter von 88 Jahren verstorben. Von 1960 bis 1993 hat der Redakteur mit Leib und Seele die Geschicke der Lokalzeitung geleitet.

In Neuss geboren und in Würzburg als Sohn eines Redakteurs aufgewachsen, absolvierte Walter Pfeifer seine journalistische Ausbildung bei den Dortmunder Ruhr Nachrichten. Als eine Station seines Volontariats lernte er dabei auch das Münsterland und Ahaus kennen. Dorthin kehrte er nach Stationen im Ruhrgebiet zurück und wurde 1960 Redaktionsleiter der Ruhr Nachrichten, die später zur Münsterland Zeitung wurde.

„wp“ war ein Vollblutjournalist

Die Arbeit des Redakteurs Walter Pfeifer war dabei gekennzeichnet von einem steten Wandel. Nicht nur, dass „wp“ – so sein Kürzel unter den Artikeln – den epochalen technischen Wandel in den Redaktionsstuben vom Bleisatz bis zur Gestaltung der Zeitungsseiten am Bildschirm begleitete. Die Arbeit im Raum Ahaus bot dem Vollblutjournalisten dabei ein spannendes Umfeld.

Walter Pfeifer war Redakteur mit Leib und Seele

Walter Pfeifer, 33 Jahre Redaktionsleiter der Ruhr Nachrichten und späteren Münsterland Zeitung, ist am Pfingstsonntag verstorben. © privat

Gebietsreform, Kreisstadtverlust, die Entwicklung von Ahaus zu einem zentralen Schulstandort im Kreis oder der Bau des Brennelemente-Zwischenlagers sind nur ein paar Beispiele. Walter Pfeifer war dabei stets ein objektiver Begleiter in politisch bewegten Zeiten.

Dem Leser ein neutrales Bild vermittelt

Dabei war er immer bemüht, den Lesern ein neutrales Bild zu vermitteln, das möglichst frei von dem war, was andere gerne hätten. Neutralität hat ihn ausgezeichnet. Das war nicht immer einfach in einer Zeit, in der eine Partei in Ahaus fast allmächtig war. Davon zeugen aber seine manchmal auch gefürchteten Kommentare. Beispielhaft gelang es ihm dabei immer, Information und Kommentierung zu trennen.

Walter Pfeifer war Redakteur mit Leib und Seele

Walter Pfeifer (links) mit seinem damals noch kleinen Redakteursteam in den 1980er Jahren (von rechts): Franz-Josef Hesse, Helmut Holz und Hans Wischer. Damals wurde das Layout der Zeitungsseiten noch auf Papier geplant. © Janny Heisterborg

Was Walter Pfeifer auszeichnete, war sicher auch sein offenes Ohr für die andere Seite. Er öffnete in einer nicht-digitalen Zeit gegnerischen Lagern ein Fenster und bot vielen verschiedenen Strömungen Platz in der Zeitung. Informationsfunktion, Meinungsbildungsfunktion und Kontrollfunktion – bei all seinem Tun war sich der Redaktionsleiter dabei immer seiner Verantwortung gegenüber den Lesern, gegenüber den Menschen in der Region bewusst. Dafür genoss er eine hohe Reputation bei den Menschen, war bekannt und in seiner Arbeit anerkannt.

Die Redaktion wird Walter Pfeifer ein ehrendes Andenken bewahren. Ihr Mitgefühl gilt seiner Frau Maria, seinen sechs Kindern, zehn Enkelkindern und den drei Urenkeln.

  • Die Eucharistiefeier für Walter Pfeifer ist am Samstag, 22. Juni, ab 9.30 Uhr in der St.-Marien-Kirche in Ahaus. Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt.
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