Helmut Kappelhoff aus Stadtlohn ist Obermeister der Bäckerinnung Ahaus. Er erklärt, warum die allermeisten Bäckereien im Westmünsterland an den beiden Weihnachtsfeiertagen geschlossen bleiben. © Stefan Grothues (A)
Bäckereien und Weihnachten

Warum fast alle Bäckereien an den Weihnachtstagen geschlossen bleiben

Eine Umfrage bei den Bäckereien in Ahaus, Stadtlohn, Vreden, Südlohn, Heek und Legden ergab: Kaum eine öffnet an den Weihnachtstagen. Wir haben mit dem Obermeister über die Gründe gesprochen.

An den Feiertagen wird geschlemmt – erst Recht zu Weihnachten. Morgens Brötchen, nachmittags Torte. Wer sich daran gewöhnt hat, muss sich dieses Jahr im Einkaufsverhalten umstellen: Nahezu alle Bäckereien in Ahaus, Heek, Legden, Stadtlohn, Südlohn und Vreden sind an Heiligabend geöffnet – nicht aber am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag.

Im vergangenen Jahr war hier und da noch eine Bäckerei am ersten Weihnachtsfeiertag geöffnet und bot frische Brötchen zum Feiertagsfrühstück an. Wieso ist das dieses Jahr anders?

Warum fast alle Bäckereien geschlossen bleiben

Bäckermeister Helmut Kappelhoff aus Stadtlohn ist seit Jahren Obermeister der Bäckerinnung Ahaus. Er hat eine einfache Erklärung: „Bäckereien sind sehr oft Familienbetriebe. Und auch die Familien möchten Weihnachten feiern.“ Und die Familien der Mitarbeiter schließt er ebenso mit ein.

„Wir Bäckereien haben vor Weihnachten immer sehr, sehr viel zu tun“, sagt er. Gerade der Heiligabend sei ein gut besuchter, sehr umsatzstarker, aber auch anstrengender Tag. „Wenn andere schon fast zur Kirche gehen, machen wir erst zu“, sagt der Bäckermeister. „Und für die Christmette sind wir dann zu müde“, erinnert er sich an die Heiligabende der vergangenen Jahre und spricht auch wohl für seine Berufskollegen mit.

Helmut Kappelhoff selbst hatte Weihnachten noch nie geöffnet

Seine Bäckerei in Stadtlohn habe er noch nie am ersten oder zweiten Feiertag geöffnet gehabt, erzählt Helmut Kappelhoff. Die Gesetzeslage habe sich in den vergangenen Jahren oft geändert, mal habe man am ersten, mal am zweiten Weihnachtsfeiertag öffnen dürfen.

Viele der Bäckereien auch im Westmünsterland hätten dann ja auch ihre Ladentüren offen gehabt, frische Backwaren angeboten und Umsatz gemacht. Dieses Jahr aber zum allergrößten Teil nicht, „wohl auch aus Kollegialität“, mutmaßt Helmut Kappelhoff. Zum Thema gemacht habe man das in der Innung nicht. So bleibt anzunehmen, dass die meisten Betriebe einfach eine Pause gut gebrauchen können und diese auch ihren Mitarbeitern gönnen.

Der eine oder andere bietet nun in den Tagen vor Weihnachten auch vermehrt Brötchen zum Aufbacken an, „um die Kunden zu halten“, sagt der Obermeister. Er persönlich sieht es aber auch ganz pragmatisch und verweist auf Tankstellen, die zum Teil Backwaren anbieten. „Es ist ja ein Angebot da.“

Zum Frühstück greift der Obermeister gern zu einer Scheibe Brot

Es spreche aber auch überhaupt nichts dagegen, an Heiligabend gekaufte Brötchen auch an den anderen Tagen zu essen. Und einen anderen Tipp hat er auch noch: „Ich esse auch gerne Brötchen, aber zum Frühstück eigentlich am liebsten eine Scheibe Brot.“

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Anne Winter-Weckenbrock

Ahaus, Heek und Legden am Abend

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