Was der neue Wirtschaftsförderer alles erledigen soll

mlzWirtschaftsförderung Ahaus

Die Stadt ist aktuell auf der Suche nach einem neuen Wirtschaftsförderer. Das Aufgabenprofil der Stelle war Thema im Wirtschaftsausschuss. Manchem Ausschussmitglied war es zu umfangreich.

Ahaus

, 13.02.2019, 19:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Besetzung der Stelle des Wirtschaftsförderers geht in die heiße Phase. In Kürze sollen mit Bewerbern Vorstellungsgespräche geführt werden, hieß es am Dienstagabend in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses. Doch eines ist schon jetzt klar: Die Aufgaben, vor denen er (oder sie) steht, sind gewaltig. Sieben Oberpunkte umfasst das Aufgabenprofil des Wirtschaftsförderers, das die Stadtverwaltung dem Ausschuss zur Kenntnis vorlegte.

Zahlreiche Aufgaben

Die Bandbreite reicht von allgemeinen Aufgaben wie der Beobachtung und Analyse der lokalen und regionalen Wirtschaftsentwicklung, geht über in die Gewerbeflächen- und Immobilienvermarktung, umfasst die Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise die Präsentation des Wirtschaftsstandortes bei Unternehmertagen, und endet bei der Darstellung der Stadt als attraktiver Standort zum Leben für Familien. Zu jedem der sieben Oberpunkte gibt es mehrere Unterpunkte, die die Aufgaben kurz anreißen. Die Verwaltung hat das Aufgabenprofil (Stand November 2018) auf knapp zweieinhalb DIN-A4-Seiten zusammengefasst.

„Genauer formulieren“

Erhard Lemmink (SPD) war die Zusammenstellung nach eigenen Worten „sauer aufgestoßen“. Sein Fazit: „Wir stellen jemanden ein, der Verwaltungsarbeit machen soll und nebenbei Wirtschaftsförderung.“ Als Beispiele nannte er unter anderem, dass der Wirtschaftsförderer sich um die Akquise von gewerblichen Flächen kümmern und feste Sprechzeiten anbieten soll. „Das muss genauer formuliert werden.“

Ausschussvorsitzender Thomas Vortkamp (CDU) sah es ähnlich: „Das ist ein sehr weites Feld, das formuliert wurde. Wenn der Wirtschaftsförderer das alles macht, hat er viel zu tun.“ Klar sei, dass der Wirtschaftsförderer Ansprechpartner der Wirtschaft sein solle.

Aufgabengebiet

Der neue Wirtschaftsförderer werde am Aufgabengebiet gemessen, erklärte Andreas Dönnebrink (SPD). „An dem, was im Aufgabenprofil steht.“ Dönnebrink sprach sich dafür aus, die Liste auszudünnen: „Die Wirtschaft läuft gut. Deshalb ist der Wirtschaftsförderer derzeit nicht so gefordert wie in schlechten Zeiten.“ Reinhard Horst (FDP) sprach sich dafür aus, nicht am Aufgabenprofil zu schrauben. Sicherlich müsse sich der neue Stelleninhaber erst einmal einarbeiten, allerdings sei die Bürgermeisterin oberster Wirtschaftsförderer der Stadt. „Wir sollten die Beschreibung so belassen, um die Bedeutung der Stabsstelle des Wirtschaftsförderers hervorzuheben.“ Bürgermeisterin Karola Voß erläuterte, dass die Ahauser Wirtschaftsförderung nicht nur auf einer Schulter laste. Auch im Rathaus seien Mitarbeiter in diesem Bereich tätig, zudem gebe es Unterstützung von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Borken.

Bestandsaufnahme

Die Bedeutung der Wirtschaftsförderung wurde bei einem weiteren Tagesordnungspunkt deutlich. Gut eine Stunde debattierte der Ausschuss über einen Antrag der SPD-Fraktion. Inhaltlich ging es darum, eine aktualisierte Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Lage in Ahaus vorzulegen und ein „Leitbild Wirtschaftsförderung in Ahaus“ zu erarbeiten. „Uns geht es um eine Positionsbestimmung“, sagte Erhard Lemmink. „Was ist Wirtschaftsförderung in Ahaus?“ Das Ergebnis der Diskussion: Der SPD-Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt. Der Ausschuss einigte sich darauf, in einer seiner nächsten Sitzungen dem Thema einen ganzen Abend zu widmen. Ziel sei, drei bis vier Leitziele für die Arbeit des Wirtschaftsförderers zu formulieren. Ausschussvorsitzender Thomas Vortkamp bat die Ausschussmitglieder schon am Dienstag, sich auf die Sitzung thematisch vorzubereiten. „Nicht, dass wir ins Uferlose geraten.“

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