„Wassertherapeutin“ öffnet Praxis in Ahaus - allerdings an Land

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Marion Busert in ihrem neuen Geschäftsraum in der Tückingstraße in Ahaus. Anhand des Balls erklärt sie ihren Klientinnen und Klienten die richtige Atmung.
Marion Busert in ihrem neuen Geschäftsraum in der Tückingstraße in Ahaus. Anhand des Balls erklärt sie ihren Klientinnen und Klienten die richtige Atmung. © Luca Füllgraf
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Lange war Marion Busert auf der Suche nach einem Raum für ihre Gesundheitspraxis, jetzt ist die Stadtlohnerin in Ahaus fündig geworden. Seit dem 1. August teilt sie sich die Praxisräume in der Tückingstraße mit der Hebamme Monika Büning. Dabei kannten sich die zwei Frauen vorher gar nicht.

Monika Büning war die Hebamme von Marion Buserts Nichte, die die Annonce ihrer Geburtshelferin für einen geteilten Praxisraum in den Sozialen Medien entdeckte. „Sie hat mir direkt Bescheid gegeben und ich dachte: Das könnte passen“, sagt Marion Busert. Die Kooperation sei allerdings nur räumlich, nicht fachlich.

Berufung, nicht Beruf

Durch den Praxisraum möchte Marion Busert ihr eigenes Portfolio erweitern, denn sie könne mehr als nur Wasser-Shiatsu-Entspannung, was sie schon in Stadtlohn anbietet. Die Tätigkeit in der Praxis sehe sie nicht als Beruf, sondern als Berufung an. Ihr Beruf sei weiterhin bei der Stadt Stadtlohn.

Mit ihrer Tätigkeit versuche sie die „Körperintelligenz“ der Menschen wieder zu steigern. Während der Behandlung erklärt sie vieles von dem, was sie gerade macht, ob Atemtechniken, Massagen oder das Drücken bestimmter Triggerpunkte. Sie wolle an den Problemen und nicht nur an den Symptomen arbeiten. Dabei versuche sie nicht mit großen Schmerzen zu arbeiten. Auf einer Schmerzskala solle es maximal eine vier von zehn sein.

Zuvor hatte Marion Busert ihre Klienten – nicht Patienten oder Kunden – in ihren eigenen vier Wänden behandelt. Jetzt kann sie auch Geräte von der Hebamme Monika Büning nutzen. Eine elektrisch-höhenverstellbare Liege habe sie immer mal ausprobieren wollen. Selbst brachte sie einen großen Massagesessel und eine passende LED-Visualisierungsbrille mit, für die die Klientinnen und Klienten unterschiedlichste Programme buchen können, vom mentalen Training bis zu Erholungsfrequenzen.

Mit Kopfhörern und LED-Sonnenbrillen: In der Gesundheitspraxis von Marion Busert können verschiedene Programme für den Massagesessel gebucht werden.
Mit Kopfhörern und LED-Sonnenbrillen: In der Gesundheitspraxis von Marion Busert können verschiedene Programme für den Massagesessel gebucht werden. © Luca Füllgraf

Dass es viele verwundert, dass sie mit 57 Jahren noch eine Gesundheitspraxis eröffnet, könne sie zwar verstehen, sie selbst sehe darin aber überhaupt keinen Widerspruch: „Ich bin mein Leben lang in einem Lernprozess geblieben und brenne weiter dafür“, sagt sie. Mit ihrer mobilen Therapieliege mache sie auch weiterhin Hausbesuche oder komme zu Unternehmen.

Freude auf offenes Ahaus

Bisher kommen hauptsächlich Bekannte aus dem Wasser in ihre Gesundheitspraxis. Vor allem aus dem Kreis Borken, aber auch aus Lüdinghausen oder Münster. Über Mund-zu-Mund-Propaganda finden jedoch auch neue Menschen zu ihr. Ihr typischer Klient sei eigentlich eine Klientin und rund 50 Jahre alt.

Die Praxis laufe wegen der Ferien und der hohen Temperaturen gerade erst an, so Marion Busert. Zu viele Klientinnen und Klienten wolle sie aber ohnehin nicht haben, denn die Tätigkeit in ihrer neuen Gesundheitspraxis solle auch weiterhin Berufung und nicht Beruf sein. „Ich bin zuversichtlich“, sagt sie. „Ich empfinde Ahaus und seine Menschen als sehr offen.“