Corona: Heidehof schließt dauerhaft – Koch sendet Hilferuf an Jens Spahn

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Das Restaurant Heidehof, das für seine gehobene Küche in der gesamten Region bekannt war, schließt seine Türen. Einer der Köche wandte sich nun an Jens Spahn. Die Antwort folgte prompt.

Ahaus

, 07.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das mehrfach vom Guide Michelin ausgezeichnete Restaurant „Heidehof“, das im Amtsvenn zwischen Epe und Graes liegt, schließt Ende des Monats endgültig seine Türen. Alle Mitarbeiter wurden nach unseren Informationen zum 31. Mai gekündigt. Den endgültigen Todesstoß verpassten dem Unternehmen wohl die strengen Corona-Auflagen.

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Zu Beginn des Lockdowns hatten sich die Inhaber des Lokals noch optimistisch gezeigt, dass es für den Heidehof eine Zukunft gibt. Auf der Plattform Facebook richtete sich die Familie Lammers am 18. März an ihre Gäste: „Sobald sich an der aktuellen Lage etwas ändern sollte und die Regierung beschließt, andere Öffnungszeiten und Bedingungen herauszugeben, sind wir wieder für euch da. Wir freuen uns, euch bald wieder begrüßen zu dürfen.“ Nun kommt es anders.

Maximilian Lammers und seine Familie schließen die Türen vom Heidehof.

Maximilian Lammers und seine Familie schließen die Türen vom Heidehof. © Markus Gehring

Wie es mit dem Heidehof weiter geht, ist noch nicht bekannt. Schon im vergangenen Jahr suchte die Familie Lammers nach einem Käufer für das Objekt, weil es „gerade auf dem Land immer schwieriger wird, qualifiziertes Personal zu finden“. Auf dem Portal Immobilienscout ist die Anzeige weiter online – allerdings ist der Preis mittlerweile um gut 150.000 Euro gesunken. Statt 950.000 Euro werden als Kaufpreis derzeit 798.000 Euro veranschlagt.

Koch wendet sich an Jens Spahn

Einer der angestellten Köche vom Heidehof wandte sich mit einem Hilferuf über die sozialen Medien an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. In der Nachricht an den in Ottenstein aufgewachsenen CDU-Politiker heißt es: „Ihnen dürfte das Restaurant bekannt sein, da Sie schon seit Jahren zu Gast bei uns sind. (...) Leider musste das Restaurant jetzt für immer schließen, da die Hilfen vom Staat viel zu gering sind.“

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Weil alle Restaurants mit der ungewissen Lage zu kämpfen hätten, sei es für ihn aktuell schwierig, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. „Wie soll ich ab dem 1. Juni meine Miete usw. zahlen?“, fragt der Koch. Zum Abschluss richtet er einen dringenden Appell an den Gesundheitsminister: „So wie ich meine Arbeit getan habe und für Sie lecker gekocht habe, so tun Sie jetzt Ihre Arbeit und retten Sie meinen Beruf, den ich so sehr liebe. Öffnen Sie alle Restaurants wieder!“

Antwort lässt nicht lange auf sich warten

Die Antwort von Jens Spahn ließ nicht lange auf sich warten: „Ich erinnere mich gerne an die Besuche im Heidehof zurück. Ich weiß, wie hart die aktuelle Situation für viele Unternehmen und ihre Mitarbeiter ist, besonders auch in der Gastronomie. Und auch Ihr Schicksal stimmt mich besorgt.“

Gleichzeitig bittet der CDU-Politiker um Verständnis für die harten Maßnahmen: „Die starken Einschränkungen haben dazu geführt, dass unser Gesundheitssystem durch die Ausbreitung des Virus nicht überlastet wurde.“ Nun könne man aber schrittweise in einen neuen Alltag zurückfinden. Dies sei allerdings nur möglich, falls sich in allen Bereichen an die notwendigen Abstand- und Hygieneregeln gehalten werde.

Trotz der schweren Zeiten für die Gastronomie spricht Jens Spahn dem Koch und der gesamten Branche in seiner Nachricht Mut zu: „Ich weiß, wie viele gute Konzepte in der Gastronomie entwickelt wurden und werden, das stimmt mich zuversichtlich.“ Am Mittwochnachmittag erklärte dann auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, dass schon am Montag, 11. Mai, gastronomische Betriebe wieder öffnen dürfen. Allerdings unter strengen Auflagen.

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