Pools in Ahaus ausverkauft - Strandkörbe und Grills sind Kassenschlager

mlzSteigender Absatz

Strandkörbe sind für Händler sonst eher eine Nische. Aktuell finden sie aber reißenden Absatz. Auch in anderen Bereichen ist die Nachfrage bei Ahauser Einzelhändlern gestiegen.

Ahaus

, 15.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während die Reisebranche mit den Auswirkungen der Coronakrise hart zu kämpfen hat, gibt es andere Bereiche, die von geänderten Urlaubsplänen profitieren. Swimming Pools für den eigenen Garten sind zum Beispiel aktuell fast überall vergriffen. Trampoline – sonst eher ein Ladenhüter – verzeichnen bei Händlern seit Wochen steigende Nachfrage. Auch in Ahaus merkt der Einzelhandel, dass sich durch Corona etwas geändert hat.

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„Strandkörbe waren in den vergangenen Jahren eher ein Randthema, jetzt boomen sie“, sagt Christoph Betting, der den Fachhandel „Bettings Mühle“ gemeinsam mit seiner Schwester Luzia in fünfter Generation führt. Und man geht hier mit dem Trend. Schon vor dem Eingang an der Bahnhofstraße stehen dicht an dicht fünf verschiedene Exemplare. Manche bunt, manche schlicht und modern. Bei knapp 400 Euro fangen sie an, die Luxusexemplare kosten mehrere Tausend Euro.

Grills und Gartenmöbel immer beliebter

Auch Grills und Gartenmöbel gehen bei Bettings Mühle im Vergleich zum Vorjahr deutlich öfter über die Ladentheke. Den Grund dafür sieht Christoph Betting nicht nur in den geänderten Reiseplänen der Ahauser: „Allgemein haben die Menschen in den vergangenen Monaten weniger Geld ausgegeben. Nicht nur für Urlaub, sondern auch für Theater, Kino oder Restaurantbesuche. Aber die meisten haben ja trotz Corona weiter Geld verdient.“

Auch Grills gehen bei "Bettings Mühle" wieder häufiger über die Ladentheke.

Auch Grills gehen bei "Bettings Mühle" wieder häufiger über die Ladentheke. © Johannes Schmittmann

Und dieses Geld sei häufig in die Verschönerung des eigenen Zuhauses geflossen. „Man will es ja schließlich diesen Sommer trotzdem schön haben“, so Betting.

Steigende Nachfrage auch beim Gartencenter Hilgert

Und wie sieht es ein paar Kilometer weiter beim Gartencenter Hilgert aus? Dort hat Geschäftsführer Klaus Ikemann ganz ähnliche Beobachtungen gemacht. Als „ganz heißes Thema“ bezeichnet er den Verkauf von Strandkörben. „Die Kunden wollen sich ein Stück Urlaub nach Hause holen.“ Nach einer „Delle“ im vergangenen Jahr seien auch wieder deutlich mehr Grills verkauft worden.

Klaus Ikemann, Geschäftsführer vom Gartencenter Hilgert, beobachtet neue Trends.

Klaus Ikemann, Geschäftsführer vom Gartencenter Hilgert, beobachtet neue Trends. © Christian Boedding

Und viele seiner Kunden hätten auch die Gärtnerei für sich entdeckt. „Kräuter, Salatjungpflanzen, Obst, Gemüse: Hier hat überall der Absatz deutlich zugenommen“, sagt Ikemann. Zum einen hätten die Menschen nun deutlich mehr Zeit, um sich darum zu kümmern, da auch Stammtische und Kegelklubs pausieren mussten. „Zum anderen hatten einige aber zwischenzeitlich auch die Sorge, wo sie während der Krise noch Lebensmittel herbekommen.“

Nicht nur positive Nachrichten

Nur positive Nachrichten gibt es beim Gartencenter Hilgert aber nicht zu vermelden. Schnittblumen laufen zum Beispiel immer noch schleppend. „Die Preise waren zwischenzeitlich komplett eingebrochen, das hat sich zum Glück wieder etwas normalisiert“, so Ikemann. Die Bilder aus den Niederlanden, wo bei den Versteigerungen Millionen Pflanzen vernichtet wurden, sind ihm aber noch präsent. „Das ist zum Glück vorbei, aber auf dem Niveau des Vorjahres sind wir beim Absatz immer noch nicht.“ Auf 50 Prozent schätzt er ihn aktuell.

Auch Christoph Betting betont, dass der Familienbetrieb „Bettings Mühle“ von der Krise nicht profitiert hat. „Die Umsätze gehen nicht durch die Decke. Auch uns hat die Corona-Pandemie hart getroffen. Aber wir kommen wohl mit einem blauen Auge da durch.“ Stolz mache ihn, dass man während der gesamten Zeit keinen einzigen der rund 30 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken musste.

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