Wessum wächst im Westen - kein Lärmschutz

Entscheidung

Das Dorf Wessum soll nach Westen hin wachsen. Wiesen und Äcker zwischen Dorfrand und Raiffeisenstraße sind ideal zur Abrundung der Ortslage. Da waren sich im Ausschuss für Stadtentwicklung alle einig. Doch wie dicht soll die Bebauung an die Raiffeisenstraße heranrücken?

WESSUM

, 10.05.2014, 10:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hier am westlichen Rand Wessums sollen neue Wohnbaugrundstücke entstehen - vorerst ohne Lärmschutzwand oder -wall.

Hier am westlichen Rand Wessums sollen neue Wohnbaugrundstücke entstehen - vorerst ohne Lärmschutzwand oder -wall.

  • Die Variante I wird ein so großer Abstand zur Raiffeisenstraße eingehalten, dass kein zusätzlicher Lärmschutz notwendig ist. Nachteil: Es können auf der großen Fläche nur relativ wenig Wohnhäuser gebaut werden.
  • Variante II setzt auf die maximale Ausnutzung der Fläche für Wohnbaugrundstücke. Nachteil: Es muss eine Lärmschutzwand oder ein Lärmschutzwall errichtet werden. Diese Lösung ist nicht nur teuer, sie versperrt auch den Blick auf das Dorf.
  • Variante III sucht den Kompromiss. Die Wohnbebauung rückt näher an die Straße heran, so dass an den Häusern selbst passive Lärmschutzmaßnahmen notwendig werden könnten (Lärmschutzglas). Eine Lärmschutzwand ist in diesem Fall nicht erforderlich.

Wessums Ortsvorsteher Heinrich Lefert (CDU) und Franz Benölken (CDU), ebenfalls Wessumer, sprachen sich zunächst für die Lärmschutzwand-Variante II aus. Die beiden anderen Varianten würden zuviel Fläche verschwenden. Reinhard Horst (FDP), Ludwig Niestegge (SPD) und Norbert Frankemölle (WGW) widersprachen. Ein Wall oder eine Wand störten die dörfliche Silhouette. Frankemölle verwies auf die geplante Dorferweiterung in Wüllen: „Da verzichten wir auch auf eine Lärmschutzwand.“ Felix Ruwe (UWG) mahnte die Südausrichtung der Dächer an.

Ludwig Niestegge machte einen salomonischen Lösungsvorschlag: „Wir fangen mit der moderaten Bebauung ohne Lärmschutzwand an. Wenn in Zukunft großer Bedarf an Wohnbaugrundstücken besteht, können wir immer noch näher an die Raiffeisenstraße heranrücken und eine Wand bauen.“ Nach einer von der CDU beantragten Sitzungsunterbrechung und einer internen Beratung einigte sich der Ausschuss einstimmig auf diese Lösung.

Das beschlossene städtebauliche Konzept sieht an der Nordspitze des Areals im Bereich des Feuerwehrgerätehauses auch Dienstleistungsgebäude vor – Büros oder Arztpraxen zum Beispiel, aber kein Handwerk oder produzierende Betriebe. Das Wohnbaugebiet soll in den nächsten Jahren abschnittsweise entwickelt werden. Das sei schon deshalb notwendig, weil es viele verschiedene Eigentümer gebe, so Bürgermeister Felix Büter.

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