Wichtiger Wissenstransfer

Ottenstein "Wenn unsere jungen Studenten hierhin kommen, sind sie Botschafter Russlands. Wenn sie zurückkehren, sind sie Botschafter Deutschlands" - so bringt Prof. Dr.-Ingenieur Wladimir Sarov von der Technischen Universität Kostroma den Aspekt der Völkerverständigung durch Praktika in einem fremden Land auf den Punkt.

25.09.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Firma MEM Maschinenbau ist das nichts Neues: Bereits zum dritten Mal hat sie mit Dmitry Efratov einen russischen Praktikanten aufgenommen, der sich in dem familiengeführten Ottensteiner Unternehmen im praktischen Umgang mit der CNC-Steuerung der Fertigungsmaschinen fortbildet.

"Für unsere jungen Leute ist das eine große Chance", erläutert Deutsch-Referentin Prof. Valeria Schoroch, denn die Betriebe in der Maschinenbau-Hochburg Kostroma würden sich anschließend um die Fachkräfte reißen. MEM-Senior-Chef Alfred Marx kann das bestätigen: Die beiden vorangegangenen Praktikanten, Yury Mosorow und Alexander Kroglov, zu denen noch regelmäßig Verbindung bestehe, hätten es in ihrer Heimat bereits zu Geschäftführern mittelständischer Betriebe gebracht.

Kontakte gewachsen

Ergeben haben sich die Kontakte in das russische Kostroma - etwa 360 Kilometer von Moskau entfernt gelegen - bereits vor rund sieben Jahren über die Handwerkskammer Münster. Diese vermittelt seitdem Praktikumsstellen in der Region für die jungen Russen. Im studienfachbezogenen, halbjährigen Praktikum lernen sie etwa bei MEM heutige Betriebsabläufe kennen - vom computergesteuerten Erstellen von Werkstücken nach Zeichnungen über das Programmieren bis zur Montage von Maschinen. Dazu Alfred Marx: "Wichtig ist, dass die jungen Leute das machen und wertvolle Erfahrungen sammeln. Wir werden die Kontakte pflegen und können vielleicht später die Früchte einer solchen Zusammenarbeit ernten." Da kann ihm Hans Rath, Präsident der Handwerkskammer Münster, nur zustimmen: "Wir haben großen Respekt vor den Betrieben, die den Aufwand der Betreuung der russischen Praktikanten auf sich nehmen, zumal in einem Vorzeigebetrieb wie MEM."

"Vorzeigebetrieb"

Das Ottensteiner Unternehmen, innerhalb von gut 20 Jahren von einem Drei-Mann-Betrieb zu einer Firma mit mehr als 50 Mitarbeitern und gut einem Dutzend Auszubildenden geworden, sei für die Zukunft bestens aufgestellt und werde seiner Verantwortung auch durch die Ausbildung im eigenen Betrieb vollauf gerecht, so Rath.

Und Dmitry selbst? Er ist ebenso begeistert von der Kollegialität und den modernen Produktionsbedingungen bei MEM wie von der freundlichen Aufnahme in Deutschland - positive Eindrücke, die er sicher mit in seine Heimat nehmen wird. mel

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