Lebensmittel dürfen auf dem Ahauser Wochenmarkt auf jeden Fall angeboten werden. Wer außerdem noch verkaufen darf, sei Auslegungssache. © Christiane Nitsche
Corona-Verordnung

Widersprüchliche Auflagen: Wer darf auf dem Wochenmarkt verkaufen?

Wegen der Bundesnotbremse herrscht sowohl bei Wochenmarkthändlern als auch Besuchern große Verwirrung. Wer darf jetzt was auf dem Ahauser Wochenmarkt verkaufen? Dazu ein kurzer Überblick.

Als die ersten Städte in Nordrhein-Westfalen beschlossen, nur noch Lebensmittelhändler auf Wochenmärkten zuzulassen, gab es wahrscheinlich auch in Ahaus große Sorge. Im eigenen Ladenlokal darf verkauft werden, aber nicht mehr auf dem Markt an der frischen Luft? Das verwirrte auch Siegmund Stängel.

Wer verkaufen darf, ist Auslegungssache

„Ich habe mitbekommen, dass nur noch Lebensmittel auf dem Wochenmarkt erlaubt sind, und habe mich dann ans Ordnungsamt und Stadtmarketing gewandt“, erklärt der Markthändler. Er bietet auf dem Ahauser Wochenmarkt Kleidung an. Er hat sich demnach auf das Gleichheitsprinzip berufen und nach eigenen Angaben ein Dokument vorliegen, dass ihm erlaube, auf dem Markt weiter zu verkaufen.

Ellen Bulten vom Kreis Borken verweist mehrmals auf eine unklare Auslegung. Es komme darauf an, wie die einzelnen Städte die Regelungen auffassen. Auf Anfrage der Redaktion versichert Stefan Hilbring, Pressesprecher der Stadt Ahaus, es dürfen nur tagesaktuelle Waren angeboten werden. Also: Lebensmittel und kurzfristig verderbliche Waren wie Schnittblumen. Bei weiterer Recherche wird schnell klar: Nicht nur Siegmund Stängel ist verwirrt.

Welche Verordnung sagt was?

Die Bundesnotbremse im Infektionsschutzgesetz erfasst zurzeit nur Ladengeschäfte und Märkte. Vom Wochenmarkt explizit ist nicht die Rede. Auf der Fragen-und-Antwort-Seite der Bundesregierung findet man darauf eben keine Antwort. Wer als Wochenmarkthändler Klarheit will, wirft einen Blick auf die Coronaschutzverordnung. Hier wird deutlich, dass neben Lebensmitteln auch Güter des täglichen Bedarfs in kleinen Mengen verkauft werden dürfen.

Damit wäre die Frage, wer verkaufen darf, doch eigentlich geklärt, oder? „Auf dem Ahauser Wochenmarkt dürfen ausschließlich Lebensmittel und generell Blumenhändler verkaufen“, betont Stefan Hilbring. Das ist vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales klargestellt worden. Er hat außerdem mit dem Leiter des Ordnungsamtes in Ahaus gesprochen, der die Aussage bestätigt. Claudia Platte, Geschäftsführerin von Ahaus Marketing & Touristik, stellte es anders dar: „Wir haben uns mit dem Ordnungsamt abgestimmt und auch Bekleidungsstände dürfen auf dem Wochenmarkt verkaufen.“

Widersprüchlich Aussagen bleiben

Zwei Parteien haben also verschiedene Aussagen des Ordnungsamtes. Auf der einen Seite Stefan Hilbring, der die Aussage des Ordnungsamtes hat, es dürfen ausschließlich Lebensmittel- und Blumenstände verkaufen. Auf der anderen Claudia Platte, die ebenfalls eine Betätigung des Ordnungsamtes hat, auch Kleidung darf verkauft werden. Wer eine glasklare Antwort bekommen möchte, besucht am besten den Ahauser Wochenmarkt.

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