Autor Hermann Bleker (sitzend), flankiert von Jan Eggermann (Buch & Motor l.) und Immo Mikloweit, Presseattaché Citroën a.D.. Die beiden haben ihn auf seinem Weg von der Idee bis zur Veröffentlichung des Buches begleitet. © Christiane Hildebrand-Stubbe
Firmengeschichte

Wie mit Citroën der Grundstein für die Bleker-Gruppe gelegt wurde

Hinter dem so harmlos klingenden Buchtitel „Mit Citroën fing alles an“ liegt weitaus mehr als die Lebensgeschichte Hermann Blekers. Es ist die Geschichte vom Weg zu einem Auto-Imperium.

Wie mal alles angefangen hat, bis daraus die Bleker-Gruppe wurde, die heute neben dem Hauptsitz Borken auch an den Standorten Bocholt, Münster, Dülmen und Ahaus mit elf Autohäusern vertreten ist, erzählt Hermann Bleker in seinem Buch „Mit Citroën fing alles an“. Und erzählt ist genau die richtige Beschreibung.

Der geschäftsführende Gesellschafter der Bleker-Gruppe hat nämlich seine Erinnerungen an das Werden und Wachsen des kleinen Familienunternehmens in einem Aufnahmegerät festgehalten. Das gesprochene Wort wurde dann von seiner Sekretärin abgetippt und in Buchform gebracht. „Ich wollte, dass man merkt, dass ich es geschrieben habe, dass es authentisch ist“, sagt der Autor. Er habe geschrieben, wie er auch rede.

Drei Jahre Recherchearbeit

Drei Jahre lang hat der 64-Jährige in seinen Erinnerungen, aber auch in privaten und anderen Archiven gekramt, um all das auch mit Bildern und Dokumenten zu untermauern, was wert schien, bewahrt zu werden. Bereits 2019 war es fertig und wurde zuerst an die rund 700 Mitarbeiter verteilt. Die öffentliche Präsentation aber wurde um ein Jahr verschoben und jetzt nachgeholt. Corona-bedingt.

Was aber erfährt der Leser auf 160 Hochglanz-Seiten des gebundenen Buches? Er bekommt Einblicke in die Familie Bleker, in die er als sechstes Kind hineingeboren wurde und die den Grundstein legte für die spätere Entwicklung. Hermann Bleker nimmt ihn aber auch mit auf den Weg hin zur Bleker-Gruppe.

Bei der Buchvorstellung gab er schon ein paar Eindrücke. Wie zum Beispiel, dass sein Opa, der selbst nicht mal einen Führerschein hatte, 1925 den Malerbetrieb gründete, der 1949 um eine Lackiererei erweitert wurde und damit der Grundstein für die Unternehmensgruppe mit rund 300 Mio. Euro Umsatz im Jahr gelegt wurde.

Ein gelebter Traum

Es ist im Grunde fast so etwas Ähnliches wie der in Erfüllung gegangene amerikanische Traum. In diesem Fall nicht vom Tellerwäscher zum Millionär sondern vom kleinen Autohändler zum Chef einer großen Gruppe. Und in der Tat war Citroën, der erste Hersteller für den die Blekers als Vertragshändler 1970 aktiv wurden.

Anfangs von vielen belächelt, da französische Marken sich auf dem deutschen Markt erst etablieren mussten. Heute ist aus dem automobilen Bleker-Blumenstrauß längst ein ganz bunter geworden mit inzwischen zehn Marken. Vom Luxus-Label Maserati bis hin zu Dacia im Konsumpreis-Bereich.

Die Motoren des Erfolgs

Bleker beschreibt die Höhen und Tiefen der Unternehmensentwicklung, von den Schwierigkeiten mitunter Banken und Kunden zu überzeugen. Er beschreibt aber auch ein besonderes „Bleker-Gefühl“, den Teamgeist, der den Erfolg überhaupt erst ermöglicht habe. „Dafür muss man aber auch Motivation versprühen“, ist er überzeugt.

Und dennoch: „Das hätte auch schief gehen können“, nennt er seinen festen Glauben daran, dass es schon klappen wird, seinen Pioniergeist, als weiteren Antrieb für die positive Entwicklung. Dass dazu auch Fehler gehören, ist für Hermann Bleker ganz selbstverständlich: „Wer keine macht, hat auch nie gearbeitet.“ Sie dienten aber als Impuls, um beim nächsten Mal etwas besser zu machen. Für Immo Mikloweit, Citroën-Presseattaché a.D., der die Bleker-Geschichte und viele andere Firmengeschichte der Branche lange kennt und bei der Fertigstellung des Buches unterstützt hat, ist das Buch von hohem Wert: „Es gibt nichts Vergleichbares.“

Ein Buch als Mutmacher

Was aber war für Hermann Bleker das Motiv, das alles niederzuschreiben und öffentlich zu machen? „Die Bevölkerung soll sehen, dass der Mittelstand die tragende Säule ist.“ Gleichzeitig wolle er Mut machen, vor allem dem Nachwuchs, dass es auch richtig sein kann, Wagnissen und Widrigkeiten nicht aus dem Weg zu gehen, Visionen zu haben.

Dafür hat er auch in der Corona-Krise den Beweis geführt und seine Autohäuser offen gehalten, als sich Branchenkollegen anders entschieden. Das Ergebnis: Keine Kurzarbeit, sondern Bonus-Zahlungen und ein sattes Umsatzplus von 20 Mio. Euro.

Über die Autorin

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