Wer im Averesch über Wirtschaftswege fährt, sollte nicht zu viel Tempo aufnehmen. Unverhofft kommen Abschnitte, in denen sich ein Loch ans andere reiht. Schuld hat der Sommer.

Ahaus

, 20.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fahrradfahrer fährt genau in der Mitte. Nur hier hat er eine Chance, nicht von einem Loch ins nächste zu rumpeln. Und auch die Autofahrer, die am Montagmorgen über die Wirtschaftswege fahren, versuchen möglichst geschickt, die Schlaglöcher zu umfahren. „Schlechte Wegstrecke“ warnen einige Schilder am Wegesrand. „Das ist hier sehr gefährlich“, sagt ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden will.

Erst im Herbst wurden die Abschnitte bearbeitet, die Asphaltschicht weggefräst und Schotter aufgetragen und gewalzt. „Jetzt ist es schlimmer als vorher“, sagt der Anlieger. „Hier muss etwas passieren.“ In der Tat reihen sich an vielen Stellen die Löcher aneinander wie auf einer Perlenkette und das genau in den Fahrspuren.

Bauhof wird aktiv

Und es wird etwas passieren. „Der Bauhof wird aktiv“, sagt Richard Bömer, Leiter des Tiefbauamts der Stadt Ahaus, auf Anfrage der Münsterland Zeitung: „Wir wollen einen guten Standard halten.“ Die Löcher werden erst einmal aufgefüllt. Wie es weitergeht, wird sich aber erst im Mai klären. Dann entscheidet der Ausschuss für Landwirtschaft und Umwelt, welche Wirtschaftswege saniert werden und in welcher Form. Acht Kilometer sind das durchschnittlich pro Jahr. Bereits im März, April, wenn der Winter endgültig vorbei ist, werden die Wirtschaftswege von der Verwaltung begutachtet.

Wo der Asphalt endet, beginnen die Löcher in der Straße

Gerade in den Fahrspuren reiht sich ein Schlagloch ans andere. © Ronny von Wangenheim

Averesch mit dem Naturschutzgebiet Butenfeld ist ähnlich wie das Witte Venn in Alstätte ein besonderer Fall, so erläutert Richard Bömer. „In dem Feuchtgebiet ist im trockenen und heißen Sommer der Boden ausgetrocknet und geschrumpft“, erläutert der Tiefbauamtsleiter. Die Folge: Im vergangenen Sommer rissen die starren Oberflächen und bituminösen Fahrbahndecken auf. An manchen Stellen, so Bömer, konnte man einen Zollstock zwei Meter tief in den Boden stecken und an anderen Stellen entstanden Risse und Versatz, also Höhenunterschiede, die für Radfahrer und andere Verkehrsteilnehmer gefährlich werden konnten.

Der städtische Betriebshof hat deshalb kurze Teilabschnitte der bituminös befestigten Wirtschaftswege aufgefräst und in wassergebundener Bauweise, als Schotterwege, wieder hergestellt. Asphalt hätte damals keinen Sinn gemacht, da der Untergrund von Wirtschaftswegen längst nicht so einen gefestigten Unterbau hat wie andere Straßen. „Schotterwege sind unempfindlicher“, sagt Richard Blömer.

Asphalt oder Schotter

Wenn Verwaltung und Politik im Mai nach einer Lösung suchen, müssen sie zweierlei abwägen. Wählt man eine Asphaltdecke, die eventuell bei weiteren Dürreperioden nicht viele Jahre hält? Oder bevorzugt man eine Schotterstraße, die dann eben wie jetzt in Averesch unterhalten werden muss? Nicht immer, auch das macht Richard Bömer klar, müsse es bei den Wirtschaftswegen Asphalt sein. „Manchmal reicht auch ein Schotterweg.“ Dann nämlich, wenn sie wenig befahren oder vor allem von Radfahrern genutzt werden. Oder aber, wenn beliebte Abkürzungsstrecken für Autofahrer etwas unkomfortabler werden sollen.

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