Wochenmarkthändler Siegmund Stängel kritisiert Claudia Platte für ihre Art zu planen

mlzAhauser Wochenmarkt

Ärger auf dem Wochenmarkt: Der Sprecher der Markthändler hat sein Amt niedergelegt und schimpft gegen Ahaus Marketing und Touristik. Deren Leiterin ist von den Vorwürfen völlig überrascht.

Ahaus

, 23.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Siegmund Stängel ist sauer. Der Markthändler, der auf dem Ahauser Wochenmarkt Kleidung anbietet, war zehn Jahre lang Sprecher der Marktbeschicker. Im Februar hat er die Brocken hingeworfen. „Das letzte Jahr war anstrengender als die neun Jahre vorher“, sagt er. Sein Problem: In seinen Augen hat die Zusammenarbeit mit Ahaus Marketing und Touristik als Marktveranstalter nicht mehr gepasst.

Leitung des AMT hat sich um 180 Grad gedreht

„Alte Vereinbarungen haben plötzlich nichts mehr gezählt“, sagt er. Vorschläge der Markthändler wurden nicht umgesetzt, sie seien vor vollendete Tatsachen gestellt worden. „Alles was früher gut war, muss jetzt anders gemacht werden“, sagt er. Mit „Jetzt“ meint er die Zeit, seit die neue Leiterin des AMT, Claudia Platte, Anfang 2018 ihre Arbeit aufgenommen hat. Die Leitung des AMT habe sich mit ihrem Arbeitsbeginn praktisch um 180 Grad gedreht. „Vorher konnten wir viel freier entscheiden“, erklärt Siegmund Stängel.

Weniger Mitbestimmung seit Claudia Platte angefangen hat

Die neue Leiterin habe zweifelsfrei gute Ideen, könne sie aber aus Zeitmangel nicht richtig umsetzen. Langjährige Projekte der Markthändler, etwa der Kinderflohmarkt vor der Kirmes oder der Kartoffelmarkt blieben so auf der Strecke. „Was soll ich da meinen Kunden sagen. Die fragen doch nach den Veranstaltungen“, erklärt er.

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Außerdem bezahle die Gemeinschaft der Markthändler ja für die Werbung rund um den Wochenmarkt. Die Umlage fließe an das AMT. „Und wer die Musik bezahlt, sollte doch auch mitbestimmen dürfen, was gespielt wird, oder?!“, die Frage lässt Siegmund Stängel im Raum stehen.

Ehemaliger Sprecher der Marktbeschicker wurde abgewimmelt

Beim AMT sei er mit seiner Kritik auf taube Ohren gestoßen. „Ich bin in ihr Büro gegangen und habe nach den Projekten gefragt“, erzählt Siegmund Stängel. Schließlich habe man ihn abgewimmelt und ihm gesagt, er solle das AMT seine Arbeit machen lassen. Spätestens da sei für ihn der Spaß vorbei gewesen.

Claudia Platte, Leiterin von Ahaus Marketing und Touristik, und ihre Mitarbeiterin Doris Büning sind am Donnerstag von diesen Vorwürfen völlig überrumpelt. Sie bestätigen, dass Siegmund Stängel seit Anfang des Jahres nicht mehr Sprecher der Ahauser Marktbeschicker ist. Dass deswegen aber keine Kommunikation mehr zwischen AMT und Marktbeschickern stattfinde, sei einfach falsch.

Mindestens einmal die Woche auf dem Markt

„Doris Büning ist einmal in der Woche auf dem Markt und spricht mit den Händlern“, erklärt Claudia Platte. Auch die Veranstaltungen, die den Markt begleiten, würden natürlich weiter stattfinden. „Die sind ja auch immer eine Bereicherung für den Markt und seine Besucher“, sagt sie.

Beispielsweise der Kinderflohmarkt, der in den vergangenen Jahren immer am Kirmeswochenende stattgefunden hat. „Damit sollten sich die Kinder ihr Kirmesgeld verdienen“, so Siegmund Stängel. In diesem Jahr würde er gar nicht durchgeführt. „Das stimmt so nicht“, hält Claudia Platte dagegen. Der Flohmarkt werde lediglich verschoben und soll dann am 14. September stattfinden. Dort findet der bundesweite Aktionstag „Heimatshoppen“ statt.

Keine Veranstaltung wird fallen gelassen

„Dazu passt der Kinderflohmarkt sehr gut“, erklärt Claudia Platte. Auch andere Veranstaltungen – etwa der Kartoffelmarkt – seien fest vorgesehen. Das AMT sei dafür in enger Abstimmung mit den Landfrauen aus Ammeln, die sich in den vergangenen Jahren um das Programm gekümmert haben.

Insgesamt trete das AMT ja als Veranstalter des Wochenmarktes auf. Deswegen können sich Vereine mit ihren Ideen immer dort melden. „Das bereichert den Markt ja und so ein Ehrenamt unterstützen wir natürlich gerne.“

Neuer Marktsprecher wäre wünschenswert

Einen neuen Marktsprecher als direkten Ansprechpartner würde sich auch das AMT wieder wünschen. Bisher sei die Resonanz da aber noch recht verhalten gewesen. Ähnlich wie auf der Jahresversammlungen der Händler.

„Wir haben aber auch so einen engen Draht zu den Marktbeschickern“, erklärt Claudia Platte. Es gehe dabei ja auch immer um die Gesamtheit der Markthändler und nicht unbedingt um Einzelmeinungen.

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