Wüllener Landwirt Andreas Kersting half Hiltruper Missionsschwestern in Peru

WÜLLEN Kakaoernte und Reparaturarbeiten: Drei Wochen lang hat der Wüllener Landwirt Andreas Kersting den Hiltruper Schwestern auf einer Missionsstation in Peru geholfen.

27.03.2009, 15:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

"'Bitte ausssteigen und zu Fuß weitergehen. Bis Pangoa sind es noch 15 Kilometer', sagte der Busfahrer, nachdem sich der große Überlandbus auf der löcherigen Schlammstraße festgefahren hatte. Nur gut, dass ich mir in Lima ein Paar Gummistiefel gekauft hatte." So beginnt der Reisebericht von Andreas Kersting, der jetzt aus Peru heimgekehrt ist. Drei Wochen lang war der 49-jährige Landwirt in dem südamerikanischen Land, um die dort tätigen Hiltruper Missionsschwestern tatkräftig zu unterstützen und um seine Großtante 86-jährige Elisabeth Wolters zu besuchen. Für die Münsterland Zeitung hat er einen Reisebericht verfasst: "Nach meinem Marsch durch den Matsch bei Nieselregen und 30 Grad im Schatten freute sich die Hiltruper Missionsschwester freute sich, mich zu sehen.

Beißende Dachrinne

An der Missionsstation warteten verschiedene Reparaturarbeiten auf mich. Als ich die undichte Dachrinne anfasste, bekam ich einen Stromschlag. Die Indios sagten, das sei immer so, wenn es regnet, dann beißt die Dachrinne. Das lag aber nicht an der Dachrinne, sondern an dem porösen und geflickten Stromkabel, das darin lag. Auch das habe ich dann repariert. Einige Indiobauern haben mir die Tropenlandwirtschaft gezeigt. Ananas, Orangen, Mango, Avocado, Bananen, Reis, Kokospalmen und einige andere Früchte, die ich noch nie gesehen hatte, die aber gut schmeckten. Da die Indios auch Pflanzenschutzmittel benutzen, habe ich ihnen die richtige Anwendung behutsam erklärt. Da ich ihnen gesagt habe, dass ich auch ein Landwirt bin, haben sie mir auch geglaubt.

Harte Kakaoernte

Pangoa liegt am Rande des Amazonasbeckens in 2000 Meter Höhe im Bergregenwald. Es ist dort schwül und warm. Die Arbeit auf den Feldern ist sehr schweißtreibend und der Umgang mit der Machete auch nicht ganz ungefährlich. Ich hätte nicht gedacht, dass die Kakaobohnenernte so anstrengend ist. Die Erlöse, die die Indios erzielen, sind sehr gering. Die letzten Tage war ich wieder in der Millionenmetropole Lima. Dort ist das Provinzialat der Hiltruper Missionsschwestern mit einer Schule und einem großen und modernen Krankenhaus.

Plattdeutsch in Peru

Die Schwestern haben mir einige Schulen und Projekte gezeigt. Unter anderem habe ich auch das mit Wüllener und Stadtlohner Spendengeldern mitfinanzierte kleine Krankenhaus in einem Vorort von Lima besichtigt.

Zuvor war ich ich noch in Huaraz in 3200 Meter Höhe in den Anden. Dort unterhalten die Hiltruper Missionsschwestern eine Schule. Schwester Elisabeth Dreyer, die einzige Deutsche dort, war sehr froh, endlich mal wieder plattdeutsch reden zu können."

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