Erwin Koschembar (70) mit einer der FFP2-Masken. Er will darauf hinweisen, dass die Masken eigentlich nicht wiederverwendet werden dürfen. © Stephan Rape
Masken gegen Coronavirus

Wüllener warnt trotz FFP2-Masken davor, leichtsinnig zu werden

FFP2-Masken sollen besonders Ältere und Vorerkrankte vor dem Coronavirus schützen. Tausende werden gerade verteilt. Doch für Erwin Koschembar aus Wüllen kommt die Aufklärung zu kurz.

Tausende FFP2-Masken werden bundesweit seit vergangener Woche über die Apotheken verteilt. Mit ihnen sollen ältere und vorerkrankte Menschen vor dem Coronavirus geschützt werden. Drei Stück konnte sich jeder Betroffene über 60 oder mit einer Vorerkrankung abholen. Sie sollen bis Januar reichen, dann soll es weitere Masken geben.

Erwin Koschembar aus Wüllen hat sich ebenfalls seine drei Exemplare abgeholt. Und wunderte sich zu Hause: Die Masken sind deutlich mit „NR“ markiert. Die Abkürzung steht für non-reusable, englisch für „nicht wiederverwendbar“.

„Die drei Masken sind aber doch für mehrere Wochen gedacht“, sagt er und deutet auf die Markierung. In seinen Augen ein klarer Widerspruch. Oder zumindest eine mangelnde Aufklärung über Funktion und Möglichkeiten der kostenlosen Masken. Über diese Ungenauigkeiten ärgert er sich. Auch dass es sehr schwierig sei, sich zu informieren, ist ihm ein Dorn im Auge.

Masken müssten regelmäßig gewechselt werden

Erwin Koschembar hat sich bereits vor der Verteilaktion selbst mit Masken eingedeckt. Einerseits weil der 70-Jährige durch sein Alter schon zur Risikogruppe gehört, andererseits, weil seine Frau durch Vorerkrankungen ebenfalls gefährdet ist. „Auch da haben wir nur die nicht wiederverwendbaren Masken bekommen“, sagt er.

Genau genommen, müsse man auch die ja mehrfach täglich wechseln. „Wenn man morgens zum Arzt und nachmittags noch in die Apotheke geht, müsste man ja eigentlich schon eine zweite Maske benutzen und die erste direkt entsorgen“, macht er deutlich. So ist es zumindest in Sicherheitsvorschriften vermerkt, die für das Tragen solcher Masken gelten.

„Ich habe keine Angst vor dem Coronavirus“, sagt er. Lediglich gehörigen Respekt. Und er wolle darauf aufmerksam machen, dass mit den verteilten Masken eben keine hundertprozentige Sicherheit bestehe. Dass Abstand- und Hygieneregeln auch mit den neuen Masken dringend eingehalten werden müssen.

Das bestätigt Sabine Barrmeyer, Leiterin der Gesundpunkt-Apotheke in Wüllen. Dort hatte sich Erwin Koschembar seine Masken abgeholt. Andere Masken gebe es aber auch in anderen Apotheken nicht.

Alle Apotheken verteilen Einmalartikel

„Das sind aktuell immer Einmalartikel“, erklärt Sabine Barrmeyer. Je nach Charge seien sie allerdings mal deutlicher mal weniger deutlich markiert, erklärt sie weiter. Auch bei ihr in der Apotheke seien deswegen bereits mehrere Nachfragen aufgelaufen.

„Auch die wiederverwendbaren Exemplare müssten besonders aufbereitet werden“, ergänzt sie. Auch diese Masken mit der Markierung „R“ für Reusable (engl. wiederverwendbar) könnten nicht einfach dauerhaft getragen werden. Sie müssten durch eine spezielle Wäsche oder durch neue Vliese wiederaufbereitet werden.

„Ein Tropfen auf den heißen Stein“

Mit Blick auf die drei Masken, die nun für mehrere Wochen benutzt werden sollen, räumt sie ein, dass das eine eher überschaubare Menge ist: „Ist man viel unterwegs, reicht das bei Weitem für die sechs Wochen bis zur nächsten Ausgabe nicht aus“, erklärt sie. Und fügt dann noch hinzu: „Besser als nichts, aber eher ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte Anfang Dezember angekündigt, dass Ältere und Vorerkrankte bis zum kommenden April mit insgesamt 15 FFP2-Masken ausgestattet werden sollen. Bundesweit sind das rund 27 Millionen Personen.

Trotz Maske die anderen Regeln nicht vernachlässigen

Auch das Bundesgesundheitsministerium, das Gesundheitsministerium NRW und die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, der Spitzenverband deutscher Apotheker, weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass die FFP2-Masken keinen 100-prozentigen Schutz gegen das Coronavirus bieten und empfiehlt, die übrigen Regeln wie Abstand halten, Händewaschen und regelmäßiges Lüften weiter einzuhalten.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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