Zahl der Strafverfahren gegen Jugendliche sinkt in Ahaus seit Jahren

Strafverfahren

Die Zahlen der Straftaten durch Jugendliche gehen in Ahaus seit 2010 kontinuierlich zurück. Die Jugendgerichtshilfe setzt auf Zusammenarbeit.

Ahaus

22.03.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ralf Rehorst vom Fachbereich Jugend der Stadt

Ralf Rehorst vom Fachbereich Jugend der Stadt © Stadt Ahaus

Die Zahl der Strafverfahren gegen Jugendliche in Ahaus ist seit 2010 von 309 Fällen auf 125 im vergangenen Jahr gesunken. Diese Zahlen wurden in einer Sitzung des Jugendhilfeausschusses präsentiert.

„Die positive Entwicklung innerhalb der letzten acht Jahre hat verschiedene Gründe“, erklärt Ralf Rehorst, der im Fachbereich Jugend der Stadt Ahaus für die Jugendgerichtshilfe zuständig ist. Die demografische Entwicklung, die ganztägig organisierten Schulformen und eine Gesetzesänderung, die sich möglicherweise auf die Einstellung der Verfahren durch die Staatsanwaltschaft auswirkt, sind unter anderem Gründe für die positive Entwicklung der Zahlen. Mit lediglich 125 Straftaten, die drei häufigsten sind Körperverletzung, Diebstahl und Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz, sei Ahaus auf einem sehr guten Weg, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Jugendgerichtshilfe

Wenn ein Strafverfahren gegen Jugendliche läuft, tauchen viele Fragen auf. Was kommt auf mich zu? Wie geht es weiter? Welche Strafe habe ich zu erwarten? „Die Jugendgerichtshilfe ist ein Beratungsangebot für Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren. Wir arbeiten mit vielen Stellen zusammen, sind aber unabhängig und wollen den Jugendlichen helfen“, erklärt Ralf Rehorst. Das Angebot der Jugendgerichtshilfe, das sich auch an die Eltern wendet, ist freiwillig, bietet aber viele Vorteile. Denn neben der Beratung zum Verlauf des Strafverfahrens werden die Jugendlichen auf die Gerichtsverhandlung vorbereitet und bei dieser begleitet. Und auch nach der Urteilsfindung werden die Jugendlichen unterstützt. Bei Weisungen und Auflagen des Gerichts vermittelt die Jugendgerichtshilfe Sozialstunden und soziale Trainingskurse.

Prävention und Beratung

Doch nicht nur, wenn die Straftat bereits begangen ist, unterstützen die Mitarbeiter vom Fachbereich Jugend. Mit der Polizei, dem Fachbereich Sicherheit und Ordnung und der mobilen Jugendarbeit in Ahaus finden Gespräche statt. In Zusammenarbeit mit weiteren Beratungsstellen und den Gerichten gibt es zahlreiche präventive Angebote. So wird zum Beispiel in freiwilligen, sozialen Trainingskursen die Lebenssituation der Jugendlichen individuell betrachtet. Verkehrserziehungskurse und Antigewalttrainings runden das Angebot ab.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt