Zug zwischen Dortmund und Enschede soll häufiger und schneller fahren

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Gute Nachrichten für Bahn-Reisende: Die Zugverbindung zwischen Enschede und Dortmund soll ausgebaut werden, so die Idee. Davon würden auch Zugfahrer in Ahaus und Legden profitieren.

Ahaus

, 28.10.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Halbstundentakt zwischen Dortmund und Gronau, eine schnellere Verbindung ins Ruhrgebiet und bessere Anbindung an den Knotenpunkt in Coesfeld und am Dortmunder Hauptbahnhof: Was nach einer Illusion und einem Traum für alle Bahn-Pendler klingt, könnte bald wahr werden.

Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM) hat gemeinsam mit dem Kreis Borken am Montagnachmittag die Pläne vorgestellt. „Seit über 20 Jahren hat sich an dieser Verbindung nichts mehr getan. Wir haben ein schnelleres Angebot als Ziel, bei dem man keine Zeit mehr auf der Strecke verliert und die Anbindungen besser werden“, sagt Markus Rümke, der beim ZVM für Angebotsplanung und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Fahrzeit verringert sich

Das Konzept konkret: Zusätzlich zur aktuellen Linie RB51 soll es eine Regionalexpresslinie RE51 geben. Damit wird die Verbindung vom Ruhrgebiet in die Niederlande schneller. Eine Stunde und 40 Minuten soll dann die Reisezeit zwischen Dortmund und Enschede betragen – das bedeutet eine Ersparnis von 24 Minuten zum aktuellen Linienbetrieb.

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Die geringere Fahrzeit kommt unter anderem dadurch zustande, dass zwischen Dortmund und Lünen nicht mehr gehalten wird und die Standzeit in Coesfeld und Gronau verkürzt werden soll. Ein weiterer Plan: Durch die neue Taktung sollen Reisende ihre Anschlusszüge in Coesfeld und am Dortmunder Hauptbahnhof besser erreichen.

„Schnelle, grenzübergreifende Verbindung“

Als Grundlage für das Konzept dient der sogenannte „Quick-Scan“, eine Machbarkeitsstudie im Zuge des Interreg-Projektes, das der ZVM und unter anderem die Gemeinden Ahaus und Legden mitfinanziert haben. Bei Interreg handelt es sich um eine Gemeinschaftsinitiative des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Das Projekt setzt dabei die grenzübergreifende Zusammenarbeit benachbarter Gebiete auf Basis gemeinsamer Strategien fort.

„Es ist super wichtig, eine schnelle und grenzübergreifende Verbindung zu haben – vor allem aus dem Ruhrgebiet in die Niederlande“, sagt Elisabeth Schwenzow aus dem Fachbereich Verkehr des Kreises Borken. Markus Rümke vom ZVM erklärt: „Wir haben in den vergangenen Jahren steigende Fahrgastzahlen festgestellt. Gerade zwischen Dortmund und Lüdinghausen und im Norden der Linie sind viele Pendler unterwegs.“

Mittel sollen beim Land beantragt werden

Für das gesamte Projekt werden etwa 51 Millionen Euro veranschlagt. Einen genauen Zeitplan für den Ausbau gibt es noch nicht. Als grobes Ziel werden die Jahre 2025 und 2026 angepeilt. „Wir brauchen zumindest ein ungefähres Ziel, damit man etwas Konkretes vor Augen hat. Wenn man erstmal plant, aber nicht genau weiß, wofür man das tut, wird es schwierig“, meint Michael Geukler vom ZVM.

Die entwickelten Ideen sollen zeitnah dem Land vorgestellt werden. Das entscheidet dann über eine mögliche Umsetzung. Der Zeitpunkt des Plans und die aktuelle Haushaltslage seien günstig, vermittelten alle Protagonisten.

„Schön, dass man die kleinen Ziel miteinbezieht“

Wird das Konzept umgesetzt, ist unter anderem ein zweigleisiger Begegnungsabschnitt zwischen Legden und Ahaus mit entsprechender Leit- und Sicherheitstechnik geplant. Außerdem ist im Knotenpunkt Coesfeld eine zusätzliche Weichenverbindung zwischen der Strecke nach Dorsten und der Strecke nach Dortmund vorgesehen.

Friedhelm Kleweken, Bürgermeister von Legden, zeigt sich begeistert von den Plänen: „Es ist schön, dass man auch die kleinen Ziele der Linie wie Legden miteinbezieht und nicht daran vorbeiplant.“

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