Zwei Talente mit Herz: Eine eher ungewöhnliche Kombination, die aber passt, bieten Mechthild (l.) und Monika Büning. Mutter und Tochter haben einen gemeinsamen Laden eröffnet. © Kippic
Neueröffnung

Zwei Talente mit Herz: Mutter und Tochter gründen besonderen „Familienbetrieb“

Unter dem Namen „Herz-Talent“ haben Mechthild und Monika Büning einen Deko-Laden und eine Hebammen-Ambulanz eröffnet. Dies unter einem Dach. Eine sicher ungewöhnliche Kombination, die passt.

Die Kombination sei schon ungewöhnlich, sie ergänze sich aber gut. Jeweils stehe das individuelle Anliegen des Kunden und Patienten im Zentrum der Arbeit. Und das Herz. Mechthild und Monika Büning haben an der Tückingstraße einen gemeinsamen Laden „Herz-Talent“ eröffnet: Mutter Mechthild eine Deko-Stube („Mechthilds Lädchen“), Tochter Monika eine Hebammen-Ambulanz.

Da insbesondere der Bereich der Tochter ein sensibler ist, der auf viel Vertraulichkeit beruht, haben beide nicht nur räumlich eine kleine Trennung vorgenommen, sondern auch zeitlich. „So laufen sich meine Kunden und die Patientinnen meiner Tochter nicht über den Weg, das ist schon wichtig“, erklärt Mechthild Büning.

Monika Büning bietet sämtliche Vor- und Nachsorgemaßnahmen, sie setzt in ihrer Arbeit aber auch besondere Schwerpunkte.
Monika Büning bietet sämtliche Vor- und Nachsorgemaßnahmen, sie setzt in ihrer Arbeit aber auch besondere Schwerpunkte. © Michael Schley © Michael Schley

Seit 2009 engagiert sich Monika Büning als Hebamme, zunächst freiberuflich im Krankenhaus in Stadtlohn, dann in Ahaus. „Vor drei Jahren habe ich dann selbst ein Kind bekommen“, berichtet die Hebamme. Jetzt sei der Wunsch aufgekommen, den Beruf wieder aufzunehmen: „Nun zum Wohle des Kindes aber frei vom Schichtbetrieb.“

Nachfrage nach offener Anlaufstelle ist hoch

In der eigenen Ambulanz könne sie sich nun verwirklichen. Dies vor allem mit einer offenen Sprechstunde. „Ich habe immer mehr die Erfahrung gemacht, dass Frauen nur noch schwer Hebammen bekommen. Deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen, gerade diesen Frauen eine offene Anlaufstelle bieten können.“

Jeden Donnerstag öffnet sie die Türen für die offene Sprechstunde, immer von 10 bis 12 Uhr. „Jeder kann kommen, vor der Geburt und im ersten Lebensjahr des Kindes kann das auch über die Krankenkasse abgerechnet werden. Später als Eigenleistung.“ Die weitere Begleitung erfolge dann bei Bedarf auf Terminbasis.

Mechthild Büning fertigt viele Artikel selbst und versieht diese stets mit einem persönlichen Akzent.
Mechthild Büning fertigt viele Artikel selbst und versieht diese stets mit einem persönlichen Akzent. © Michael Schley © Michael Schley

Mit dem Wunsch der Tochter, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, hätten sich auch für Mechthild Büning neue Perspektiven eröffnet: „Der Raum stand frei, wir haben viel renoviert, die Chance wollten wir gemeinsam nutzen.“ Zehn Jahre hat sie in ihrem Bereich schon von zuhause aus gearbeitet – schon damals nebenberuflich.

Deko-Artikel mit dem persönlichen Akzent

Sie betont, dass sie mehr als „nur“ Deko, Schmuck und Accessoires biete. „Viele Kunden kommen auf mich zu, berichten mir von Schicksalen von Menschen, denen sie eine Freude bereiten wollen“, so Mechthild Büning. „Dann mache ich mir Gedanken und lasse mir individuelle Lösungen einfallen.“ So verfasst sie zu dem einen Artikel einen persönlichen Text, zum anderen zum Beispiel eine kleine Grußkarte.

Natürlich halte sie auch saisonale Deko-Artikel vor, zum Beispiel zu Ostern oder zu Weihnachten. Aber auch dann gilt: „Bei mir ist fast alles selbst gefertigt, das Handwerk steht im Mittelpunkt.“

An der Tückingstraße werden nun zwei Talente mit Herz unter einem Dach vereint.
An der Tückingstraße werden nun zwei Talente mit Herz unter einem Dach vereint. © Michael Schley © Michael Schley

Tochter Monika führt sämtliche Vor- und Nachsorgeleistungen durch, schreibt unter anderem auch CTGs. Spezialisiert hat sie sich auf die Begleitung von Schreikindern, auch hat sie eine Weiterbildung zum Schlafcoach gemacht.

Den Anstoß dazu haben ihr eigene Erfahrungen gegeben. „Ich kann nachvollziehen, wie sehr Mütter mit Kindern mit Regulationsstörungen, so der Fachausdruck, überfordert werden können“, berichtet sie. Die erste Resonanz bestätige, dass der Bedarf hoch ist.

Hebamme setzt besondere Schwerpunkte

Wie immer schaue sie dabei zunächst auf den medizinischen Hintergrund, oft sind diese Störungen aber auch psychisch bedingt oder Folge von Traumata. Bei Bedarf führt die Hebamme dann auch ein sogenanntes „begleitetes Schreien“ bei der Familie zuhause durch. Die Intention sei, dem Kind das Gefühl zu geben, dass „alles in Ordnung“ ist.

Dabei seien Schreiambulanz und Schlafcoaching oft nicht voneinander zu trennen. Die gezielte Erweiterung des Spektrums als Hebamme bereichere die tägliche Arbeit, erklärt Monika Büning.

Dass man nun zwei unterschiedliche Talente unter einem Dach vereinen konnte, das freut auch Mutter Mechthild. Sie bietet ihre Deko,- Geschenk- und Schmuckartikel mit persönlichem Akzent in „Mechthilds Lädchen“ montags und mittwochs von 15 bis 18 Uhr sowie an jedem ersten Samstag im Monat von 9.30 bis 12.30 Uhr an.

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