Die Flächen an der Overberger Straße bleiben Acker und Wiese. Der Stadtentwicklungsausschuss empfiehlt, die Gewerbeplanung nicht weiter zu verfolgen. © Stefan Milk (Archiv)
Stadtplanung

CDU will geplantes Gewerbegebiet südlich von Rünthe endgültig streichen

Die CDU-Fraktion stellt den Antrag, das ursprünglich geplante Gewerbegebiet an der Overberger Straße zu streichen. Bürgermeister Bernd Schäfer (SPD) sieht ohnehin keine großen Chancen mehr dafür.

Die CDU-Fraktion stellt den Antrag, das geplante Gewerbegebiet in Overberge südlich von Rünthe aus dem Flächennutzungsplan zu streichen. Ein Antrag, dem der Stadtrat jedoch nur schwer folgen kann: Das Gewerbegebiet war zwar schon Gegenstand von Planungen, Verhandlungen und Protesten. Den Weg in den 2014 vom Stadtrat verabschiedeten Flächennutzungsplan hat es bisher noch nicht gefunden.

Keine Mehrheit mehr für die Planung im Stadtrat

Trotzdem dürfte die Stoßrichtung der Christdemokraten klar sein: Die Stadt soll sich von den Plänen, an dieser Stelle ein rund zehn Hektar großes Gewerbegebiet auszuweisen endgültig verabschieden. Auch wenn die CDU weit entfernt ist von der Mehrheit im Stadtrat, dürfen die Vorzeichen dafür günstig stehen – nicht nur, weil die Stadtverwaltung für die Abstimmung keine eindeutige Empfehlung gibt.

Die SPD, die bisher eindeutige Befürworterin des Gewerbegebiets war, hat die absolute Mehrheit im Rat verloren. Die Grünen hatte sich ohnehin gegen weitere Gewerbeflächen-Ausweisungen ausgesprochen. Auch Linke und BergAUF hatte sich schon dagegen positioniert.

Der Aktionskreis Wohnen und Leben protestierte gegen die Pläne. Entscheidend war aber, dass mindestens ein Eigentümer nicht verkaufen wollte. © Stefan Milk (Archiv) © Stefan Milk (Archiv)

Hinzu kommt, dass auch die SPD wohl kaum noch Chancen für das Gewerbegebiet sieht – auch wenn es eine politische Mehrheit hätte. Die Verhandlungen mit den Eigentümern der Flächen hätten ergeben, dass keine Verkaufsbereitschaft besteht. „Oder nur zu Bedingungen, die wir nicht erfüllen können“, sagte Bürgermeister Bernd Schäfer (SPD).

Zurzeit stehen kaum noch Gewerbeflächen zur Verfügung

Das stürzt die städtische Wirtschaftsförderung allerdings in ein Dilemma. Sie kann Interessenten schon lange kaum noch Gewerbeflächen anbieten. Laut der Siedlungsflächenbedarfsrechnung Ruhr bestand Ende 2020 in Bergkamen ein Gewerbeflächenbedarf von 14,8 Hektar brutto. Die etwa elf Hektar große Fläche an der Overberger Straße sollte im neuen Regionalplan dargestellt und in den Flächennutzungsplan übernommen werden. Das sei aber nur sinnvoll, wenn die Flächen auch verfügbar sind, räumte Schäfer ein.

Andere Flächen, die als Gewerbefläche ausgewiesen werden könnten, stehen zurzeit kaum zur Verfügung. Auch für die Marina-Nord-Fläche, die von der CDU favorisiert wird, gibt es keine politische Mehrheit. Die Stadt setzt mittelfristig auf Neuansiedlungen auf der Kraftwerks-Fläche in Heil und darauf, dass auf dem Bayer-Nordgelände doch weitere Industrie- oder Gewerbeansiedlungen möglich werden.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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Michael Dörlemann

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