Sparkasse

Geldautomat in Rünthe gesprengt – keine Beute, aber riesiger Schaden

Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Mittwoch einen Geldautomaten in der Sparkassen-Filiale im Bergkamener Ortsteil Rünthe gesprengt. Sie haben zwar keine Beute gemacht, aber erheblichen Schaden angerichtet.
Das Gebäude der Sparkasse in Rünthe wurde durch die Sprengung völlig zerstört. © Michael Dörlemann

Es war gegen 3.10 Uhr, als in der Nacht zu Mittwoch halb Rünthe senkrecht im Bett stand. Zwei heftige Detonationen in der Sparkassen-Zweigstelle an der Rünther Straße erschütterten den Ortsteil. Wie Polizeisprecherin Vera Howanietz bestätigte, wurde in der Nacht ein Geldautomat gesprengt. „Durch die Detonation wurde das Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen“, sagte die Polizeisprecherin.

Die KTU der Dortmunder Polizei sicherte Spuren in der durch zwei Sprengungen zerstörten Sparkassen-Filiale. © Stefan Milk © Stefan Milk

Das beschreibt nur unzureichend, wie es an diesem Morgen an und auf der Rünther Straße aussieht. Die Scherben der Fenster sind bis in den Vorgarten auf der gegenüberliegenden Straßenseite geflogen. Die Straße vor der Sparkasse ist fast komplett bedeckt mit Glas und Trümmern. An zwei Fahrzeugen auf der gegenüberliegenden Straßenseite haben Blechteile von der Fassade Scheiben zerstört. An der Fassade des Gebäudes schaukeln einige herausgerissene Außenleuchten an ihren Kabeln im Wind.

Der Vorraum der Rünther Sparkasse, in dem der Geldautomat stand, ist völlig verwüstet. Sogar die Fassade hat Risse.
Der Vorraum der Rünther Sparkasse, in dem der Geldautomat stand, ist völlig verwüstet. Sogar die Fassade hat Risse. © Michael Dörlemann © Michael Dörlemann

Das Innere der Sparkasse ist komplett verwüstet. Die Frontscheiben der Filiale sind herausgesprengt oder wie ein Spinnennetz von Rissen durchzogen. Dahinter türmen sich Trümmer im Vorraum, in dem der Geldautomat stand. Es sieht so aus, als ob im Erdgeschoss des Gebäudes, in dem sich die Rünther Sparkassen-Filiale befindet, fast nichts heil geblieben ist.

In den Trümmern sind Mitarbeiter der Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) unter anderem mit Kameras dabei, Spuren zu sichern. Polizisten und Feuerwehrleute beginnen gegen 8.30 Uhr damit, die Trümmer von der Straße zu räumen. Eine Kehrmaschine rückt an, um die Scherben von der Straße zu beseitigen.

Die Lampen der Fassadenbeleuchtung sin herausgerissen und hängen nur noch an den Kabeln. © Michael Dörlemann © Michael Dörlemann

Kurz darauf sichern Bauarbeiter das Gebäude durch einen Bauzaun.

Die wenigen Anwohner, die dabei zuschauen, sind immer noch etwas blass von der schlaflosen Nacht und dem Schock. Sie sei in der Nacht von einem lauten Knall geweckt worden, berichtet eine Frau, die neben der Sparkasse wohnt. „Ich habe auf den Radiowecker geschaut. Da war es 3.13 Uhr“, erinnert sie sich.

Der Bereich rund um die Sparkasse an der Rünther Straße ist weiträumig abgesperrt. © Michael Dörlemann © Michael Dörlemann

Der laute Knall hat auch Kai Krause geweckt, der in dem großen Mehrfamilienhaus gegenüber wohnt. „Ich habe erst gedacht, das war ein Polenböller“, sagt er. Dann seien die Kinder ins Schlafzimmer gekommen und keine Minute später habe es eine zweite, laute Explosion gegeben.

Als Krause die Rollade an der Küche hochzog, sah er, wie zwei Personen aus der Sparkasse stürmten und in einen schwarzen SUV sprangen, der in Richtung Kanalstraße/Werner Straße davonraste.

Das schwarze Auto habe vorher auf den Parkplätzen am Zechenweg neben der Regenbogenschule gestanden, berichtet Angelika Feige, die ebenfalls in dem Haus wohnt. Es sei nach den Explosionen vor die Sparkasse gefahren. „Mein Nachbar ist sofort in Unterhose nach draußen gelaufen, aber da war das Auto schon weg“, sagt sie. Krause schätzt, das zwischen der ersten Detonation und der Flucht der Täter höchstens „vier bis fünf Minuten“ vergangen sind.

Polizeibeamte räumen die Trümmer von der Rünther Straße.
Polizeibeamte räumen die Trümmer von der Rünther Straße. © Michael Dörlemann © Michael Dörlemann

Schon wenige Minuten nach der Tat trafen die Feuerwehr, die zunächst von einem Brand ausging, und die Polizei vor Ort ein. Die Polizei setzte auf der Suche nach den Tätern sogar einen Hubschrauber ein – offenbar vergeblich.

Wie die Polizei am Mittag mitteilte, haben die Täter nach den bisherigen Erkenntnissen keine Beute gemacht. Der Schaden, den sie angerichtet haben, ist jedoch beträchtlich. Sogar die Wohnungen über der Sparkasse wurden vorsorglich evakuiert. Mittlerweile konnten die Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren.

Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen an der Sparkasse oder in der Umgebung gemacht haben – zum Beispiel Personen, die in den Tagen vor der Sprengung die Sparkasse ausgekundschaftet haben.

Wer etwas gesehen hat, soll sich bei der Polizei in Kamen melden, Tel. (02307)9213220 oder 9210.

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