Noch fehlen die Fahrbahnmarkierungen auf der neuen Lippebrücke. Das lässt die Fahrbahnen trotz der sogenannten Gleitbleche am Rand recht breit erscheinen. © Stefan Milk
Neue Lippebrücke

Lkw-Fahrer werden trotz Verbots zur Fahrt über die neue Lippebrücke verleitet

Eigentlich sollen keine Lastwagen über die neue Lippebrücke fahren. Kaum ein Lkw-Fahrer hält sich jedoch an das Verbot. Das hängt indirekt auch mit dem nasskalten Wetter zusammen, das zurzeit herrscht.

Eigentlich hatte sich die Landesbehörde Straßen NRW es recht einfach vorgestellt, Lkw von der neuen Lippebrücke zwischen Bergkamen und Werne fernzuhalten. Der Landesbetrieb wollte die Fahrbahn auf 2,30 Meter verengen. Dann würde kein größeres Fahrzeug mehr über die Brücke passen, so das Kalkül der Behörde. Zwei Umstände machten diesen Plan aber zunichte, wie eine Sonderkontrolle der Polizei am Dienstag zeigte.

Innerhalb von nur zwei Stunden machten die Beamten 44 Verstöße gegen Verkehrsregeln auf der Brücke aus. Davon ging es bei fast allen – bei 41, um genau zu sein – um Lkw-Fahrer, die sich nicht an das Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen hielten. Der Landesbetrieb hat es verhängt, weil der Verkehr auf der Rünther Seite der Lippe direkt an Wohnhäusern vorbei führt.

Die Brücke führt jetzt noch etwas versetzt von ihrem späteren Standort über die Lippe. Der Verkehr fließt fast direkt an den Häusern neben der Überquerung vorbei. © Stefan Milk © Stefan Milk

Dieser Zustand dauert so lange, wie die neue Brücke als Behelfsbrücke dient und noch nicht an ihrem endgültigen Standort steht. Den Anwohnern sollte nicht auch noch zugemutet werden, dass die Lastwagen direkt an der Hauswand entlang fahren, sagte Projektleiter Markus Feller von Straßen NRW in Bochum.

Die Brücke wirkt nicht so schmal wie geplant

Zurzeit aber wirkt die Brücke keineswegs so, als ob größere Lastwagen sie nicht passieren könnten – obwohl sie mit sogenannten Gleitwänden künstlich verengt worden ist. Die beiden Fahrbahnen sind auch nicht exakt 2,30 Meter breit, sondern etwa 25 Zentimeter breiter. „Sonst würden auch Pkw-Fahrer verunsichert, weil sie sich beengt fühlen“, erläuterte Feller.

Hinzu kommt, dass das Bauunternehmen bisher die Fahrbahnmarkierungen nicht aufbringen konnte. Das liegt an der nasskalten Witterung. „Es müsste nachts etwas wärmer und trocken sein“, wünscht sich der Prokjektleiter.

Markierungen sollen Fahrbahn optisch verengen

Die Markierungen würden die Fahrstreifen zumindest optisch deutlich enger erscheinen lassen. Feller ist sicher, dass sich dann mehr Lkw-Fahrer an die Verbotsschilder halten, weil sie sich mit ihren breiten Fahrzeugen nicht über die Brücke trauen.

Eine andere Möglichkeit sieht der Projektleiter nicht. Eine Waage vor der Brücke sei zu viel Aufwand, meint er – zumal die Umleitung für Lkw nur gilt, bis die neue Brücke am richtigen Platz steht. Das soll im kommenden Sommer so weit sein.

Immerhin gibt es auch noch eine andere Hoffnung für den Landesbetrieb und die Anwohner. Die Polizei hat schon angekündigt, dass es häufiger Kontrollen auf der Brücke geben soll. Auch das dürfte den einen oder anderen Lkw-Fahrer abschrecken, hofft der Projektleiter.

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Redaktion Bergkamen
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Michael Dörlemann

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