Ein altes Passfoto zeigt das Mordopfer Anne Saußen. © Polizei Dortmund
Cold Case

Mord an Anne Saußen: Ermittler verfolgen Spur einer gestohlenen Leiter

Bei den Ermittlungen im „Cold Case“ von Oberaden setzen die Ermittler ihre Hoffnungen auf eine Leiter. Die Täter haben sie damals benutzt, um in die Wohnung zu gelangen. Jetzt wird der mögliche Vorbesitzer gesucht.

Wie die ermittelnde Polizei und Staatsanwaltschaft Dortmund am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressemitteilung schrieben, nutzten die Mörder von Anne Saußen zum Einstieg in die Wohnung des damals 84-jährigen Opfers eine ausziehbare Alu-Leiter.

Diese Leiter stammte ursprünglich aus einem Götzen-Baumarkt (heute Toom) in Hamm kostete damals 339 D-Mark. Nach dem Raubmord wurde die Leiter am Tatort zurückgelassen.

Die Täter nutzten zum Einstieg in die Wohnung von Anne Saußen diese ausziehbare Alu-Leiter, die aus einem Götzen-Baumarkt stammte und damals 339 Mark kostete. © Polizei © Polizei

Es handelt sich um eine dreiteilige Anlegeleiter. Jedes Teilstück hat eine Länge von 240 Zentimetern. Den Ermittlungen zufolge waren die Täter mit der Handhabung der Leiter nicht vertraut.

Vorbesitzer muss keine Strafe für Diebstahl mehr fürchten

Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Täter die Leiter vor dem Tattag, dem 24. März 1998, besorgt hatten. Die Polizei bittet nun um die Mithilfe der Bevölkerung und fragt: Wer hatte bis zur Tatzeit, dem 24. März 1998, eine solche Alu-Leiter im Besitz? An wen wurde eine solche Alu-Leiter vor dem 24. März 1998 übergeben?

In diesem Haus, Am Boirenbusch 15 in Oberaden, ereignete sich im Jahr 1998 der Raubmord an Anne Saußen. © Stefan Milk © Stefan Milk

Sollte die Leiter aus einem Eigentumsdelikt stammen, wäre dieses mittlerweile verjährt. Sprich: Falls der Vorbesitzer die Leiter gestohlen hat, muss er heute dafür keine Strafe mehr fürchten. „Diebstahl verjährt spätestens nach zehn Jahren“, erklärt die zuständige Staatsanwältin Sandra Lücke. Möglich sei, dass die Täter die Leiter damals selbst im Baumarkt gestohlen haben – aber eben auch, dass sie sich die Leiter bei jemand anderem besorgt haben.

Falls Letzteres der Fall ist, könnten Polizei und Staatsanwaltschaft wertvolle Hinweise auf die Täter erlangen, sofern sich der oder die damaligen Beteiligten des Leiter-Diebstahls bzw. der -Übergabe denn melden sollten.

Staatsanwaltschaft hat Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt

Gelockt werden sollen sie mit einer Belohnung in Höhe von 5000 Euro, die die Staatsanwaltschaft für sachdienliche Hinweise ausgelobt hat, die zur Ergreifung der Täter führen.

Noch fehlen diese Hinweise. Staatsanwältin Lücke räumte auf Nachfrage unserer Redaktion am Donnerstag ein, dass die Wiederaufnahme des 22 Jahre alten Mordfalls zwar auf eine große mediale Resonanz gestoßen, aber bisher kein neuer Fingerzeig in Richtung Täter dabei gewesen sei.

Hinweise nimmt die Kriminalwache der Dortmunder Polizei unter Tel. (0231) 132-7441 oder per E-Mail an kwache.dortmund@polizei.nrw.de entgegen.

Über den Autor
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Jahrgang 1982. Aufgewachsen im Münsterland. Nach dem Politik-Studium in Münster über Dortmund ins schöne Holzwickede. Verheiratet, Familienvater. Seit 2000 Journalist, seit 2010 beim Hellweger. Mag das Ruhrgebiet, Currywurst und gut gemachte Nachrichten – digital und gedruckt.
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Kevin Kohues

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