Geht es nach dem Willen der Lüner Stadtspitze, dann zahlen Eltern fürs erste Halbjahr dieses Jahres überhaupt keine Kita-Beiträge. © dpa
Erziehung

Notbetreuung ohne Effekt: Viele Eltern bringen Kinder weiter in die Kita

Aktuell greift wegen der hohen Inzidenzen die sogenannte „bedarfsorientierte Notbetreuung“ in den Kitas. Einen Effekt hat sie nicht, wie Zahlen aus den Bergkamener Kitas zeigen.

Kitas befinden sich aktuell wieder in der Notbetreuung. Die unterscheidet sich jedoch von der Notbetreuung, die es vor wenigen Monaten schon einmal gab – und auch von dem eingeschränkten Pandemiebetrieb, der vor der Bundesnotbremse an der Tagesordnung war.

Seitdem die bundesweite Notbremse im Kreis Unna greift, befinden sich die Kitas im sogenannten „bedarfsorientierten Notbetrieb“. Und der ist im Vergleich zu dem ursprünglichen Notbetrieb nicht sonderlich streng.

Damals durften nur Eltern mit systemrelevanten Berufen ihre Kinder zur Kita bringen. In der aktuellen Version dürfen auch „Kinder, deren Eltern die Betreuung nicht auf andere Weise sicherstellen können, insbesondere, wenn sie ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen müssen“ zur Kita.

Das geht aus einer aktuellen Information des Familienministeriums hervor. Eltern müssen in solchen Fällen ein Muster ausfüllen und erklären, warum eine Notbetreuung erforderlich ist. Auch Kinder aus belasteten Lebenslagen dürfen weiter betreut werden.

Trotz Notbetreuung: Zahl der Kitakinder hat sich kaum verändert

Diese gelockerte Form der Notbetreuung bringt zumindest in Bergkamen keine großartige Veränderung mit sich. Die Zahl der Eltern, die ihre Kinder am Montag zur Betreuung gebracht haben, unterschied sich kaum von der in den Wochen zuvor.

Die Belegung der Bergkamener Kitas und der Tagespflege sei wie auch in der vergangenen Woche „durchwachsen“, erklärte die Beigeordnete Christine Busch zum Wochenbeginn. Die Kita mit den wenigsten Kindern war nur zu 5 Prozent belegt, in einer anderen waren es 57 Prozent. „In der Tagespflege sind es gut 40 Prozent“, sagte Busch am Montag. Sie übermittelt täglich die Zahlen der Kitakinder an den Kreis und hat die Entwicklung somit im Blick.

Die Zahlen seien von Tag zu Tag unterschiedlich und am Montag waren es etwas weniger Kinder als in der vergangenen Woche. „Es kann sein, dass der eine oder andere die zusätzlichen Kinderkrankentage in Anspruch nimmt. Aber ich glaube nicht, dass die bedarfsorientierte Notbetreuung einen großen Effekt erzielt“, so Busch.

Das liege daran, dass sich an den Rahmenbedingungen für die Familien nichts geändert habe. „Eltern, die ihre Kinder zur Kita bringen, haben dafür einen guten Grund.“ Daran würde sich auch nichts ändern, wenn die Eltern-Beiträge ausgesetzt würden, glaubt Busch.

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott

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