Die Auszahlung bei einem Bergkamener Sparclub hat Folgen: Die beiden Kassiererinnen, ihre Ehemänner und der Vereinswirt sollen ein Bußgeld wegen Verstoßes gegen Corona-Auflagen bezahlen. Zu Unrecht, sind sie überzeugt. (Symbolbild)
Sparclub in Bergkamen

Verstoß gegen Corona-Auflagen: Bußgeld für Sparclub wegen einer Flasche Bier

Vier Mitglieder eines Bergkamener Sparclubs und der Wirt einer Gaststätte sollen ein saftiges Bußgeld bezahlen, weil sie gegen Corona-Auflagen verstoßen haben sollen. Sie sind sich keiner Schuld bewusst.

Bei der Auszahlung eines Bergkamener Sparclubs Ende November in einer Gaststätte war eigentlich alles normal – bis fünf Minuten vor Schluss, als die Veranstaltung eigentlich schon beendet war.

Bei den Auszahlungen ist es üblich, dass die Mitglieder des Clubs ihr Erspartes in bar in einem Umschlag bekommen. Der Kassiererin war klar, dass das wegen der Corona-Pandemie nicht im üblichen Rahmen ablaufen kann. Sie verständigte sich mit dem Wirt, der wiederum das Ordnungsamt anrief. Das gestattete die Auszahlungsveranstaltung, aber unter strengen Auflagen.

Veranstaltung unter Auflagen genehmigt

Der Wirt durfte die Tür seiner Gaststätte öffnen, aber auf keinen Fall Essen und Getränke ausschenken. Außerdem durften die Sparer nur einzeln in die Gaststätte eintreten, ihren Umschlag mit Geld abholen, nachzählen und dann wieder gehen. „Wir haben uns an alle Auflagen gehalten“, versichert die Kassiererin. Ihr Mann und der Mann ihrer Stellvertreterin seien zwar auch anwesend gewesen, weil die beiden Frauen mit einigen tausend Euro nicht allein sein wollten. „Aber wir haben alle Maske getragen, Abstand gehalten und jeder, der hereinkam, hat sich die Hände desinfiziert“, sagt sie.

Auch die Stadt Bergkamen bestätigt, dass die Veranstaltung unter diesen Auflagen erlaubt und mit dem Wirt so abgesprochen war. Trotzdem kamen Polizei und Ordnungsamt, als die Auszahlung eigentlich schon vorbei war, wie die Kassiererin schildert. „Wahrscheinlich sind sie von Nachbarn gerufen worden, weil Menschen vor der Tür standen“, vermutet sie.

Bußgeld in Höhe von 227 Euro für jeden

Die Beamten nahmen die Personalien der Anwesenden auf. Die Kassiererin meint, dass sie gesagt hätten, dass alles in Ordnung sei. Als sie im März, Monate später, einen Anhörungsbogen bekam, glaubte sie, dass die Angelegenheit mit dem Ausfüllen erledigt sei.

War sie aber nicht: In dieser Woche bekamen alle Beteiligten einen Bescheid über ein Bußgeld in Höhe von jeweils 227 Euro. Der Ordnungsdienst gehe davon aus, dass doch Getränke verkauft und konsumiert wurden, sagte Bürgermeister Bernd Schäfer auf Nachfrage.

Die Indizien: Die Ordnungshüter sahen eine Person mit einer Flasche Bier aus der Gaststätte kommen. Außerdem habe der Wirt den Tresen gewischt, als die Ordnungshüter den Raum betraten.

Das letzte Wort über die Bußgeldbescheide ist aber möglicherweise noch nicht gesprochen. Die Stadt werde noch einmal mit allen Beteiligten reden und eine Lösung suchen, versicherte Schäfer.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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Michael Dörlemann

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