Nach dem Brand an der Industriestraße ermittelt die Kripo: Sie geht von Brandstiftung aus. © Stefan Milk
Großbrand in Rünthe

Wie die Feuerwehr die Firma Rennhak vor dem Flammenmeer rettete

Die Firma Rennhak hat den Brand, der auf einem Nachbargrundstück ausgebrochen ist, ohne allzu gravierende Schäden überstanden. Die Feuerwehr verhinderte Schlimmeres. Aber es war knapp, sehr knapp.

Stefan Rennhak ist am Montagmorgen erstaunlich gut gelaunt. Dabei stand das Unternehmen seiner Familie, die Rennhak Bäckerei-Technik GmbH an der Industriestraße in Rünthe, in der Nacht zuvor im Mittelpunkt eines Großeinsatzes der Feuerwehren aus Bergkamen und Werne.

Das Feuer brach auf einem eingezäunten Lagerplatz für Paletten auf dem Nachbargrundstück der Firma Rennhak aus. © Stefan Milk © Stefan Milk

„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagt Rennhak, während er durch die große Halle geht, in der auf Hochregalen gebrauchte Geräte für Bäckereien lagern.

Man braucht schon einige Phantasie, um sich vorzustellen, dass das Gebäude in der Nacht zu Montag völlig verraucht war und Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten gegen ein Übergreifen der Flammen kämpften.

Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Entstanden war der Brand gegen 23 Uhr auf einem Nachbargrundstück. Die Polizei vermutet inzwischen, dass ein Brandstifter absichtlich Feuer auf einer eingezäunten Lagerfläche gelegt hat, auf der Holzpaletten sowie Container standen.

Sie gehört zu der in Bönen ansässigen Firma Mx Textile Solution GmbH, die ausweislich der Aufschrift auf der Halle in Rünthe ein Logistikzentrum betreibt. Das Unternehmen handele mit Matratzen, berichtet Geschäftsführer Riccardo Coico. Die Halle sei durch den Brand nicht beschädigt worden. Mehr will er zu dem Feuer auf seinem Gelände nicht sagen.

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Dass das Feuer die Firma Rennhak in große Gefahr gebracht hat, sieht man im hinteren Teil der Halle: Die Oberlichter sind wegen der großen Hitze geplatzt, in der Wand unterhalb des Daches klafft ein Loch mit Brandspuren. „Die Feuerwehr hat Schlimmeres verhindert, weil sie sehr schnell da war“, lobt Rennhak die Brandbekämpfer.

Stefan Rennak begutachtet die Brandschäden im Unternehmen seiner Familie: „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen.“ © Johannes Brüne © Johannes Brüne

Nachdem die rund 130 Paletten in Flammen standen, war der Feuerschein weit über das unbewohnte Industriegebiet hinaus zu erkennen. Bei der Rettungsleitstelle gingen gleich mehrere Anrufe ein, berichtet Bergkamens Feuerwehrchef Dirk Kemke.

Als die Polizei anruft, ist Rennhak schon vor Ort

Auch bei Rennhak, der zu der Zeit im Bett in Bergkamen-Mitte liegt, klingelt das Telefon. „Meine Eltern und meine Schwester wohnen in Rünthe“, sagt er. Sie haben die Flammen gesehen und schlagen Alarm.

Die Brandschäden in der Halle der Firma Rennhak sind deutlich zu erkennen. © Stefan Milk © Stefan Milk

Als Rennhak an der Industriestraße eingetroffen ist, bekommt er noch einen Anruf: Die Polizei will ihn über den Feuerwehreinsatz in seiner Firma informieren.

Rennhak wird Augenzeuge, wie die rund 100 Feuerwehrleute das Familienunternehmen vor dem Niederbrennen bewahren. Besonders schwierig wird die Situation, als in der Nacht der Wind dreht und die Flammen in Richtung der Rennhak-Halle drückt, schildert Feuerwehr-Chef Kemke: „Wir haben dann einen Wasservorhang gelegt.“

Gegen 1 Uhr oder 1.30 Uhr ist die ärgste Gefahr vorüber, Rennhak macht sich auf den Heimweg. Unterwegs kommt ihm ein Radlader entgegen.

Der Einsatz endet um 4 Uhr in der Früh

Den hat die Feuerwehr beim städtischen Bauhof geordert. Das Baufahrzeug zieht die brennenden Paletten auseinander. Nach und nach können die auswärtigen Feuerwehr-Einheiten abrücken.

Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen auf weitere Paletten und Container verhindern. © Stefan Milk © Stefan Milk

Zum Schluss ist nur noch die Einheit Rünthe vor Ort. Gegen 4 Uhr ist auch für sie der Großeinsatz beendet. Nun übernimmt die Polizei. Am Montagvormittag begutachtet ein Beamter der Kripo die Reste des Paletten-Stellplatzes, spricht mit dem Geschäftsführer von Mx Textile Solution.

Stefan Rennhak inspiziert derweil die Brandschäden an seiner Halle. Das sei eine Angelegenheit der Versicherung, meint er. Mit der Polizei bekommt er es nicht zu tun: „Ich bin froh, dass der Brand nicht auf unserem Gelände ausgebrochen ist.“

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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