Als die Bombe schließlich am Haken der Baggerschaufel hing, war die Gefahr längst gebannt. Der Sprengstoffexperte hatte die Sprengkapsel gezogen. © Stadt Bergkamen
Bombenfund

Zum zweiten Mal hat Bergkamen Glück – erneut Fliegerbombe auf Baggerschaufel

Nur eine Woche nach dem Bombenfund an der Lippe-Brücken-Baustelle zwischen Bergkamen und Werne gab es am Montag das gleiche Szenario nochmal – und das bestätigt eine Geschichte aus den letzten Kriegstagen.

Es war 20 vor 12 Uhr an diesem Montag, als das Ordnungsamt der Stadt Bergkamen von einer Nachricht überrascht wurde: Erneut lag auf einer Baggerschaufel eine Fliegerbombe. Genau wie eine gute Woche zuvor war sie bei den Bauarbeiten für den Lippe-Brücken-Neubau zwischen Rünthe und Werne entdeckt worden.

Zum zweiten Mal hat die Stadt riesiges Glück

„Wir hatten zum zweiten Mal riesiges Glück“, erklärt Heiko Brüggenthies, bei der Stadt Bergkamen für den Katastrophenschutz zuständig. Gemeinsam mit seinem Kollegen Stefan Klement machte er sich sofort auf den Weg nach Rünthe – und auch der für Bergkamen zuständige Feuerwerker der Bezirksregierung Arnsberg, Andreas Brümmer, eilte zum Fundort.

Auf den ersten Blick konnte Brümmer Entwarnung geben: Wie schon am 8. Januar handelte es sich um einen bereits entschärften Blindgänger. Vermutlich zu Kriegszeiten war der ursprüngliche Zünder der Fünf-Zentner-Bombe bereits entfernt worden. Allerdings fand der Spezialist des Kampfmittelräumdienstes etwas, das die Erkenntnisse von vor einer Woche über den Bombenfund untermauerte – und was die Bombe mit wenigen Handgriffen wieder gefährlich gemacht hätte.

Die Sprengkapsel ist gerade mal so groß wie ein Bleistift. Doch damit hätte der Blindgänger zur Explosion gebracht werden können. © Stadt Bergkamen © Stadt Bergkamen

Kabel eines Zünders schauten aus der Bombe

„Das war wie im schlechten Film“, beschreibt es Brüggenthies, denn aus dem Kopfloch der Bombe, in das normalerweise Transporthaken oder ein weiterer Zünder geschraubt werden können, schauten Kabel heraus. Und die waren mit einer Sprengkapsel verbunden, die im Kopfloch der Bombe steckte. „Die Kabel hätten nur mit Strom verbunden werden müssen – dann hätte man sich beim Entschärfen dafür entscheiden müssen, welchen Draht man durchschneidet“, erklärte Brüggenthies.

Doch so weit kam es für Andreas Brümmer glücklicherweise nicht. Der Experte zog die etwa bleistiftgroße Sprengkapsel innerhalb weniger Sekunden aus der knetartigen Masse im Kopfloch und die Gefahr war gebannt. „Wir mussten weder Evakuieren noch die Straße sperren, was an dieser Stelle ja auch immer von Bedeutung ist“, freute sich Brüggenthies.

Die Bombe wird nun fach- und sachgerecht entsorgt. © Stadt Bergkamen © Stadt Bergkamen

Erklärung für Bombenfund liegt in der Geschichte

Der zweite Fund untermauerte die Erklärung für den ersten: Vermutlich hatte die Lippebrücke zum Ende des Zweiten Weltkriegs gesprengt werden sollen und die Blindgänger sollten dazu genutzt werden. Doch auch die nun gefundene Bombe auf der anderen Seite des Brückenpfeilers auf Bergkamener Seite zündete nicht wie geplant. So stand das 1941/42 gebaute Brückenbauwerk bis zu seinem jetzigen Abriss.

„Da muss gewaltig etwas schief gegangen sein“, sagt Brüggenthies, denn beide Bomben gemeinsam hätten den Pfeiler zerstört. So wurden sie im Laufe der Jahre vom Lippeschlamm bedeckt und vergessen.

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