Andreas Heiermann entschuldigt sich: BVB-Fans werden für das Heimspiel gegen Bietigheim entschädigt

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Die Einlass-Situation beim Bietigheim-Spiel hat für Verärgerung bei den BVB-Handball-Fans gesorgt. Abteilungschef Andreas Heiermann entschuldigt sich- und will die Betroffenen entschädigen.

Dortmund

, 07.01.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der furiose Sieg der BVB-Handball-Damen gegen den Verfolger aus Bietigheim vor zwei Wochen hat nicht nur für positive Reaktionen gesorgt. Für rund 300 Fans war der Sportabend schon vor der Halle beendet. Einige der abgewiesenen Zuschauer hatten sogar vorher Karten reserviert, dennoch kamen sie nicht hinein. Gerüchte kamen auf, die Halle sei überfüllt und Rettungswege nicht frei gewesen. Abteilungschef Andreas Heiermann sagt vor dem heutigen Pokal-Viertelfinale – erneut gegen Bietigheim – „Entschuldigung“.

Herr Heiermann, Sie waren gegen Bietigheim selbst nicht in der Halle, waren noch im Urlaub, wie haben Sie von dem Chaos erfahren?

Ich hatte am nächsten Tag noch nicht gefrühstückt, da rief BVB-Präsident Reinhard Rauball mich schon an, dass wir uns drum kümmern müssen. Da hatten wir schon alles in die Wege geleitet. Wir haben uns sofort Samstagmittag zusammengesetzt.

Es gab viele Beschwerden seitens der Zuschauer...

Ich möchte mich entschuldigen. Ja, wir haben Kritik gekriegt ohne Ende – und die war berechtigt. Und ich meine die Entschuldigung auch ernst. Ich möchte mich hinter unsere Protagonisten stellen, das sind bei uns in der Tat alles Ehrenamtliche, die das machen. Und die haben ganz schön viel Druck gekriegt. Und ich möchte mich auch bedanken, dass die das ertragen haben. Ich möchte mich aufrichtig entschuldigen dafür, dass wir organisatorisch schlecht gearbeitet haben, das gebe ich auch zu. Insbesondere, dass wir da Kartenreservierungen gar nicht mehr bearbeitet haben. Das ist wirklich sehr schlecht gelaufen.

Werden die betroffenen Leute entschädigt?

Die Leute, die nicht reingekommen sind und uns benachrichtigt haben, denen schenken wir im nächsten Heimspiel gegen Blomberg Freikarten. Die kriegen von uns eine Einladung, das ist für uns selbstverständlich. Die Zuschauer aus Bietigheim, die sich über die Lautstärke der Trommler beschwert haben, die kriegen auch Freikarten für das nächste Bundesliga-Heimspiel, wenn Bietigheim hier hin kommt. Und die kriegen auch alle ein Pils. Es tut uns echt verdammt leid, was da passiert ist.

Andreas Heiermann entschuldigt sich: BVB-Fans werden für das Heimspiel gegen Bietigheim entschädigt

Andreas Heiermann will betroffene Fans entschädigen. © Stephan Schuetze

Stand das Spiel tatsächlich kurz vor dem Abbruch?

Mit der Sache müssen wir aufräumen, das war eine falsche Kommunikation unsererseits gegenüber dem Hallensprecher: Die durchgesagte Zuschauerzahl, die passte hinten und vorne nicht. Im Grunde haben wir früh genug zugemacht. 2018 wurde – ohne Information an uns – die Zuschauerzahl bei solchen Ereignissen auf 1470 begrenzt. Rein theoretisch gehen in die Halle fast 2500 Zuschauer, das ist also eine freiwillige Begrenzung. Wir haben die Leute gezählt, die reingekommen sind, das waren etwa zwischen 1500 und 1600 Zuschauer. Zu keinem Zeitpunkt bestand also in irgendeiner Form Gefahr wegen der Fluchtwege. Das Thema wollen wir aber zur nächsten Saison angehen.

Und wie?

Die Plätze werden nummeriert. Da war teilweise echt genug Platz zwischen den Leuten. Die hätten einfach zusammenrücken müssen. Aber da mache ich niemandem einen Vorwurf, das hätte der Ordnungsdienst organisieren müssen. Wir hätten den Leuten nicht das Gefühl geben dürfen, dass zu viele drin sind.

Wie wird der Kartenverkauf in Zukunft laufen?

Was sicherlich schlecht von uns gemanagt war, war die Kartenreservierung. Das war gut gemeint – aber schlecht gemacht. Kartenreservierungen machen wir nicht mehr. Was wir in Zukunft machen, ist ein Vorverkauf bei Opel Ebbinghaus an der Hagener Straße. Damit fangen wir schon vor dem Spiel gegen Blomberg (18. Januar) an, ab Freitag liegen die Karten vor, bis zwei Tage vor dem Spiel kann man die dort kaufen. Damit haben wir im Grunde dann das größte Problem behoben.

Gibt es weitere Maßnahmen?

Ja, wir werden für alle Mitglieder von Borussia Dortmund für die sieben Rückrundenspiele eine Dauerkarte anbieten. Die wird 25 Euro kosten, man ist also als Klubmitglied für ungefähr 3,50 Euro pro Spiel in der Halle. Es wurde außerdem kritisiert, dass es zu wenig Parkplätze gibt. Aber ich kann im Wohnungsgebiet in Wellinghofen einfach keine Parkplätze schaffen, das können wir nicht.

Andreas Heiermann entschuldigt sich: BVB-Fans werden für das Heimspiel gegen Bietigheim entschädigt

Die Halle Wellinghofen wird mit dem zunehmenden Erfolg der BVB-Handballerinnen immer besser besucht. © Stephan Schuetze

Der Grund für den Ansturm auf die Spiele ist der sportliche Erfolg – wie fühlt es sich denn an, verlustpunktfrei an der Tabellenspitze der Bundesliga zu stehen?

Es wäre nicht authentisch, wenn ich nicht sagen würde, dass fühlt sich mega gut an. Aber lassen Sie uns noch die drei Spiele in der Hinrunde machen. Die wollen wir verlustpunktfrei beenden.

Wenn Sie das geschafft haben, gehen Sie dann auch offensiver mit der Meister-Frage um?

Da müssen Sie den Trainer fragen. (lacht) Ich glaube einfach, dass wir echt eine gute Mannschaft und einen guten Trainer haben. Vor allem unser Tempospiel ist überragend. Eine Alina Grijseels und Kelly Dulfer haben den Ball noch gar nicht, da wissen die schon, wo die hinspielen. Das ist wirklich eine enorme Qualität dieser Spielerinnen. So schnellen Handball haben wir noch nie in Dortmund gesehen. Das macht momentan einen Riesenbock. Das ist auch kein Glück, dass ist einfach eine tolle Leistung. Von daher bin ich zuversichtlich, dass es auch so weitergeht.

Hätten Sie vor Saisonstart gedacht, dass es so gut läuft?

Wir sind weiter, als wir dachten. Dass wir so stehen, konnte wirklich keiner sagen.

DHB-Pokal-Viertelfinale in Wellinghofen
  • Die BVB-Frauen empfangen im Viertelfinale des DHB-Pokals am heutigen Mittwoch um 19.30 Uhr in der Halle Wellinghofen erneut den Deutschen Meister SG BBM Bietigheim.
  • BVB-Trainer André Fuhr kann personell aus dem Vollen schöpfen, alle Spielerinnen kamen gesund aus dem Leverkusen-Spiel. „Gegen Bietigheim muss ich niemanden motivieren“, sagt der Coach. In der Liga gab es einen 38:32-Erfolg des BVB.
  • Eintrittskarten sind nur an der Tageskasse erhältlich, drei Kassen werden heute Abend geöffnet sein. Dauerkarten haben im Pokal keine Gültigkeit.
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