"Aus Niederlagen kann man am meisten lernen"

Woltering sieht Qualität im DHB-Team

Am Montagnachmittag war die gelernte Landwirtin nach den jüngsten Länderspielen schon wieder auf dem heimischen Acker im Münsterland. Vielleicht war das Gespräch mit Gerd Strohmann für Clara Woltering (33), Handball-Nationalspielerin in Diensten von Borussia Dortmund, da sogar eine kleine, willkommene Ablenkung.

DORTMUND

, 11.10.2016, 08:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sie steht im Tor und hält meist mehr, als man eigentlich halten kann: Clara Woltering (l.), hier im Gespräch mit der erst 20-jährigen Torhüterin Dinah Eckerle.

Sie steht im Tor und hält meist mehr, als man eigentlich halten kann: Clara Woltering (l.), hier im Gespräch mit der erst 20-jährigen Torhüterin Dinah Eckerle.

Sie haben jede Menge Lob geerntet nach den beiden Länderspielen gegen Spanien. Ist das noch wichtig nach mehr als 200 Länderspielen?

(lacht) Oh ja, jeder Mensch freut sich über jedes Lob, das er bekommt. Es lief gut, es hat richtig Spaß gemacht, und da ist es schon schön, wenn man für seine Leistung auch Anerkennung bekommt.

 

Hat es Sie gewurmt, dass Sie nicht mehr Kapitänin sind, dass Anna Loerper jetzt die Binde trägt?

Nö! Das sollte man nicht überbewerten. Bundestrainer Michael Biegler will einen verlängerten Arm auf dem Spielfeld, also eine Spielerin, die mittendrin ist. Ich muss mich jetzt nur daran gewöhnen, an Position zwei aufs Feld zu laufen. Aber das werde ich schon schaffen.

 

Gegen Spanien gab es einen hohen Sieg (32:18) und eine knappe Niederlage (24:27). Hat die Mannschaft zwei Gesichter?

Nein, das würde der Sache nicht gerecht. Im ersten Spiel in Hamburg war das Publikum phänomenal, und wir waren es auch. Aber es war klar, dass sich Spanien so eine Schlappe nicht bieten lässt. Aber die Niederlage in der zweiten Partie war nicht schlimm, daraus kann man am meisten lernen.

 

Der Countdown für die EM vom 4. bis 18. Dezember in Schweden läuft! Wächst da etwas zusammen?

Davon bin ich stark überzeugt. Wir machen nicht mehr die Fehler, die wir noch vor einem Jahr gemacht haben. Wir haben eine Super-Trainingsqualität, spielen einen schnelleren Ball, die Abwehr ist präsenter, die Gegenstöße klappen.

Jetzt lesen

Steht der Kader schon?

Sicher nicht. Wir haben auch noch viele andere tolle Spielerinnen, auch sehr junge, die sich sehr gut präsentieren. Wir sind breit aufgestellt, der Konkurrenzdruck ist hoch. Das ist wichtig.

 

Und Sie haben einen neuen Bundestrainer. Michael Biegler hat vorher noch nie eine Frauenmannschaft trainiert.

Ich bin begeistert von seiner Arbeit. Er beweist bisher das richtige Händchen, ich hatte ein Extra-Torwarttraining, das hat richtig Spaß gemacht. Michael Biegler klagt eine Menge Qualität ein, und ich denke, er bekommt sie auch zurückgezahlt.

 

Wagen Sie schon eine Prognose für die Europameisterschaft?

Da halte ich mich lieber etwas zurück. Wir haben in der Vorrunde mit Frankreich, Polen und den Niederlanden Hammergegner. Aber wir entwickeln uns, es geht in die richtige Richtung. Warten wir mal ab, was wir schaffen können.

Lesen Sie jetzt